Rezension: Die unheimliche Magie der Psychose

Ich habe das große Glück, das Buch von Vera Maria zu rezensieren. Die Autorin schickte mir ein Exemplar ihres ersten Buches zu und ich habe es mit Interesse gelesen.

Die 26 jährige hat nicht nur ein Drogenvergangenheit, sie leidet auch unter Ängsten, Zwängen und einer schizoaffektiven Störung.

Mich hat das Buch sehr angeregt, selbst etwas über meine Geschichte zu schreiben – dank dafür, liebe Vera!

Vera Maria ist für mich eine Kämpferin. Sie überlebte vier schwere Suizidversuche, lernte mit ihren Zwängen umzugehen und wie sie selbst schreibt, wie ein Phönix aus der Asche aufzustehen.

Das Buch ist sehr angenehm zu lesen und die Struktur der Kapitel und der Aufbau des Buches sind sehr spannend gestaltet. Vera Maria nutzt ihre eigenen Erfahrungen um ein Krankheitsbild zu erklären, welches viele nicht kennen oder falsche Vorstellungen haben.

Interessant fand ich, dass ihre Gründe der Gesundung meinen sehr ähnelt: Freunde, Liebe und Spiritualität. Auch ähneln sich unsere Erfahrungen während der Psychose.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der psychische Erkrankungen verstehen lernen möchte.

Mit großem Interesse sah ich auch ihre Website an – Vera Maria auf jimdo – auf der auch einige künstlerische Werke und Gedichte zu finden sind.

Liebe Vera, danke für das Exemplar. Ich konnte trotz meiner eigenen Erfahrung noch viel lernen, gerade über Zwangserkrankungen.

Ich wünsche dir alles Gute! Danke auch für die Inspiration, meine Geschichte auf Papier zu bringen.

Amazon Link zum Buch

„Take these broken wings“


„Take These Broken Wings“ ist ein 75-minütiger Dokumentarfilm über die Genesung von Schizophrenie ohne Anwendung von Medikamenten, mit Joanne Greenberg (Bestsellerautorin, „Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen“), gesund seit über 50 Jahren, und Catherine Penney, gesund seit über 30 Jahren. Interviews mit Peter Breggin, Robert Whitaker und Bertram Karon. Ein Film von Daniel Mackler.
Ich habe den Film gerade auf Youtube gefunden und was soll ich sagen…er spricht alles was, was ich denke. Medikamente bringen euch nichts. Setzt sie ab. Euch geht es dadurch nicht noch schlechter (das ist meine eigene Erfahrung). Sprecht mit vernünftigen Therapeuten. Psychotherapie hilft. Natürlich nicht innerhalb von 5 Sitzungen, dadurch werdet ihr nicht ganz gesund. Aber mit der Zeit. Mit der Zeit kommt Rat und Hilfe und Unterstützung…

„Lieber Matz, dein Papa hat ’ne Meise“ von Sebastian Schlösser

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Briefe, die berühren. Was als Geschichte über die Arbeit am Theater beginnt, die Schlösser seinem Sohn erklärt, wird nach und nach ein Bericht, wie es zur bipolaren Psychose kam. Welche Unsinnigkeiten er während der Manie ausgeführt hat, wie er in verschiedenen Krankenhäusern war, all das berichtet er liebevoll seinem Sohn Matz. Dabei nennt er seine Krankheit „Meise“, die Psychiatrie „Wolkenkuckucksheim“ und die Psychopharmaka „Meisensmarties“.
Ein weiterer Fund in der Bibliothek. Ein sehr gelungener Bericht über die bipolare Störung und wie schwierig es ist, über begangene Fehler zu stehen.

„Als auf Oscars Bauch ein Raumschiff landete“ von Lauren Slater

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Psychische Gesundheit heißt nicht, die Schmerzen verschwinden zu lassen.

Seite 181
Ich habe das Buch ganz zufällig in der Krankenhaus-Bibliothek gefunden. Beim rumstöbern im Psychologie-Abteil stand es umringt von „Ich haße dich – verlass mich nicht“ und anderen Büchern über psychische Erkrankungen. Der Titel klang interessant, sodass ich das Buch letztendlich mitnahm.
Die Psychologin Lauren Slater beschreibt in sechs Kapiteln ihre Erfahrungen mit Schizophrenenen, Borderlinern und Depressiven. Mit poetischer Sprache zeigt sie auf, wie sie die Arbeit mit ihren Patienten gestaltet, geht dabei auf unerwartete Situationen ein und letztendlich klärt sie auf, was dem Patienten letztendlich gefehlt hat. Dabei kommt immer wieder zum Vorschein, dass sie selbst psychisch krank war (Anorexie und Borderline) und es dennoch geschafft hat, ihren Doktortitel zu erreichen.
Ein Buch, das Hoffnung schenkt. Das aufzeigt, dass man trotz Erkrankung stabil und gesund werden kann. Das man einfach immer weiter machen soll..

„Normal“ von Allen Frances

Rein zufällig hab ich in der Krankenhaus-Bibliothek einen Schatz gefunden, den ich schon lange gesucht hatte. Das Buch habe ich im Buchhandel schon quergelesen und war zum Fazit gekommen es unbedingt lesen zu müssen – und ohne das ich daran dachte fand ich es in der Krankenhaus-Bibliothek wieder. Es geht um Allen Frances Buch „Normal – Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen“.
Eine ständig expandierende Psychiatrie, die sich mühelos über die ohnehin schwache Grenze hinwegsetzt, hat den Bereich des „Normalen“ sehr schnell schrumpfen lassen. Sind die Wutanfälle meines Sohnes normaler Bestandteil seiner Entwicklung oder ein frühes Warnsignal für eine bipolare Störung?  […] Ist meine Tochter eine kreative Exzentrikerin oder eine künftige Psychotikerin, die massive Psychopharmaka braucht?
– Zitat von Seite 64 f., Allen Frances, DuMont Verlag
In drei Teilen wird sich dem Thema Normalität, Krankheit und Modediagnosem gewidmet. Man erhält einen Überblick über die Entwicklung des fast unfassbaren Begriffes „normal“ und den geschichtlichen Veränderungen der Psychiatrie. Durch viele Fallbeispiele wird dem Leser aufgezeigt was Falschdiagnosen bewirken können.
Für mich ganz klar eines der Bücher (für Laien) über Psychiatrie!