Check!

Jetzt kann ich nichts mehr machen – die Hausarbeit ist abgegeben!

Die Korrektur wird sicher einige Zeit in Anspruch nehmen, in der Zeit werde ich mich nicht fertig machen. Wie schon gestern geschrieben: Es ist, wie es ist!

Nun habe ich noch ein paar Tage, bis das neue Semester los geht. Ein paar Dinge möchte ich noch für mich selbst machen, die mir gut tun und mir Kraft schenken. Vielleicht Baden und in die Sauna gehen? Mit Freunden treffen? Spazieren, shoppen? Irgendwie wird das schon!

Und dann dauert es auch nicht mehr lange und André hat seine Fortbildung abgeschlossen und ist wieder bei Nathan und mir.

Es ist, wie es ist

Es ist, wie es ist

Morgen ist es soweit. Der Countdown ist abgelaufen und ich muss tun, was ich tun muss.
Die Arbeit hochladen, das Exposé, den Bewertungsbogen. Am Freitag werde ich die Hausarbeit drucken lassen und dann im Prüfungsamt abgeben.

Ich kann sagen (denke ich…) ich habe mein Bestes getan. Ich saß wirklich lange an dieser Arbeit, habe Quellen studiert und Bücher gelesen, mir die Finger wund geschrieben und Thesen gewälzt.

Ich lade es morgen hoch. Ich lade es hoch und gebe die Arbeit in die Hände meines Professors geben und hoffen, dass ich bestehe.

Hohe Ansprüche habe ich schon. Aber nicht jetzt. Nicht jetzt, wo es mir psychisch wieder schlechter geht. Nur bestehen, mehr nicht. Und aus den Fehlern lernen.

Immer einmal mehr aufstehen, als man gefallen ist. Es ist, wie es ist – und ich habe in dieser Arbeit nicht nur gelernt wie wissenschaftliches Arbeiten geht, sondern auch, was ich kann und wie ich mich, trotz leichter Krise, wieder selbstreguliere.

Eintrag 26.02.2024

Mein Herz klopft und meine Hände zittern. Die Angst schnürt mir die Kehle zu, ich will schreien, doch ich kann es nicht.

Dann sitze ich auf den grün-gemusterten Stühlen im Flur der Ambulanz und warte darauf, dass ich aufgerufen werde. Eine vertraute Stimme heißt mich in das Zimmer zu kommen und ich folge ihr.

Sie sehen es mir an. Da sie mich schon lange Zeit kennen und jede Hoch- aber auch jede Tiefphase mitgemacht haben, sehen sie im Anflug eines Wimpernschlags, wie schlecht es mir heute geht.

Wir reden gar nicht lange; ich überlege mit der Pia-Therapeutin, welche Skills vielleicht hilfreich sind, wie ich mir selbst helfen kann und was zu tun ist, wenn es schlimmer wird. Wenn die Stimmen lauter toben als die Musik in meinen Ohren. Wenn die Ängste überhand nehmen und meinen Körper lähmen. Bei der Ärztin dasselbe Spiel: sie sieht es mir an, jeden Zweifel, jede Scheu, und ich wispere verzweifelt: „Helfen Sie mir.“

Ich bekomme ein neues Bedarfsmedikament und Wünsche, dass es besser wird. Zu Hause schlucke ich eine Pille, die sofort sauer auf meiner Zunge liegt.

Abwarten. Ausatmen. Konzentrieren.

Nach jeder Tiefphase wird es auch wieder besser werden. So zumindest war es immer. Doch die Zeit vergeht quälend langsam, wenn man gelähmt ist.

Weitermachen.

Und hoffen, dass es besser wird.

Stress, Stress, Stress!

So ein Blogbeitrag ist schnell geschrieben. Die Worte scheinen aus meinen Fingern zu fließen und innerhalb kürzester Zeit steht da ein Text. Ein ziemlich guter Text, wie ich finde. Dass dann gerade das Schreiben mir so große Probleme macht, dass hätte ich nicht gerechnet!

Da sitz ich nun und es schüttelt mich vor Angst. Die Worte, die Sätze, die Absätze, die Kapitel….sie wollen einfach nicht aus meinem Hirn in das Textprogramm kommen. Ich verzweifle an Worten und Zeitformen und an Theorien und an Statistiken. Unter Zeitdruck krakeele ich irgendwas dahin.

Ich weiß nicht, wie ich richtig zitiere, ich darf kein Plagiat schreiben, aber es fällt mir alles so, so, so schwer…

Und meine grauen Zellen schreien: STRESS! STRESS! STRESS!

Nun geht es mir auch psychisch immer schlechter. Frau Soziotherapeutin hat mir da heute schon gut geholfen. Wir haben geredet, was kann ich tun, um diese anstrengende Phase zu überstehen?

Dann habe ich zusätzlich zu meinem Therapeutischen Gespräch in der PIA angerufen und um einen Arzttermin gebeten. Drückt mir die Daumen, dass die PIA-Ärztin frei hat und ich mit ihr reden kann…

Die Worte dieses Beitrags. In wenigen Minuten getippt. Warum dann schaffe ich es nicht, wenige Seiten Hausarbeit zu verfassen?

Was hindert mich? Was kann ich tun?

Noch eine Woche bis zur Abgabe. André hilft, aber ich habe Angst, ich habe Zweifel, ich weiß, dass wird nicht die letzte Arbeit dieses Couleurs sein. Werde ich es schaffen?

Oder werde ich scheitern?

Eintrag 16.02.2024

Nun ist die Woche auch wieder Geschichte…
Ich habe diese Woche viel an meiner Hausarbeit gesessen, war in der Uni-Bibliothek und habe mich für die Kurse des Sommersemesters eingetragen. Heute habe ich mich noch fürs Studium Generale eingetragen, zum Thema psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Ansonsten belege ich weitere drei Module zu unterschiedlichen Schwerpunkten. Es ist deutlich mehr als im ersten Semester, ich bin jedoch zuversichtlich, dass ich das schaffe!

Gleich muss ich noch ein paar Einkäufe erledigen und heute Abend fahre ich mit meinem Bruder, meiner Schwester samt Sohn nach Hause in die Heimat zu Löwenherz und Mufasa. Mein Großvater hat Geburtstag, weswegen wir eine Familienfeier haben. Meine älteste Schwester mit Mann und drei Kindern sehe ich dann auch das erste Mal in diesem Jahr.

Ich hatte mich gestern mit Maureen getroffen und wir waren erst einkaufen für ihre Geburtstagsparty und dann waren wir in einem Café. Ich verbringe so gerne Zeit mit ihr!

Nächste Woche werde ich dann noch einmal intensiv an der Hausarbeit schreiben und bis Ende Februar abgeben. Ich denke schon, dass ich das einigermaßen schaffe – so lange ich nicht durchfalle…Denke jedoch, die Note wird nicht so wichtig sein. Wen interessiert später was ich im ersten Semester für eine Note in der Hausarbeit hatte?? Eben – niemand.

Gestern Abend war es irgendwie seit langem etwas schwierig…ich hatte starken Selbstverletzungsdruck, habe dann aber effektiv Skills verwendet und es ist auch nichts geschehen. Habe dann heute morgen ausgeschlafen und nun geht es mir wieder besser. Bin froh, dass ich mittlerweile an einem Punkt bin, wo ich mich mit dem Thema beschäftigen kann, aktiv dagegen arbeite und dann abwende, dass ich mich wirklich verletze. Das habe ich aber auch nur durch jahrelange Therapie erreicht.

Nun werde ich noch ein wenig etwas erledigen und dann zum Einkaufen starten. Und dann kann das Wochenende kommen!

Eintrag 11.02.2024

Nun habe ich diese Woche auch schon wieder erfolgreich geschafft.

Das Projekt letzten Montag bei „Verrückt, na und“ war leider nicht so gut. Das lag aber weder an meiner Projekt-Mitarbeiterin noch an der Klasse an sich, aber die Organisation der Schule und der Lehrer waren leider eher mangelhaft. Aber auch das gehört irgendwie dazu.

Weiterhin saß ich an meiner Hausarbeit. Das Thema, welches ich eigentlich wählte, ist glaube ich zu umfangreich für eine kleine Arbeit, weswegen ich das Thema eingrenzen werde um die Seitenanzahl nicht drastisch zu übersteigen.

Mittwochs traf ich mich mit meiner besten Freundin Maureen in der Dresdner Neustadt. Ich habe ihr nach ihrem Wunsch einen schönen Kugelschreiber für ihren Geburtstag gekauft und dann haben wir in einem Café ihre Party zum dreißigsten Geburtstag geplant.

Außerdem war ich zur Beratung um das nächste Sommersemester an der ehs zu gestalten und habe wertvolle Tipps erhalten. Zu Hause habe ich mich dann in die Module fürs Semester eingetragen und muss mich demnächst auch mein erstes Erkundungspraktikum für das Studium bewerben. Das findet dann in den Wochen der vorlesungsfreien Zeit im Sommer statt. Ich überlege, in eine Kontakt- und Beratungsstelle für Senioren und deren Angehörige zu gehen oder in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Von Donnerstag zu Freitag hat Mufasa bei mir geschlafen und wir haben viel geredet. Er hat mir dann auch im Haushalt, beim Pfand wegbringen und so weiter geholfen.

Freitag Abend kam nach zwei Wochen André zu Besuch nach Hause. Nathan hat sich auch irrsinnig gefreut und wir hatten einen schönen Abend, wo wir Pizza beim Lieferdienst bestellt haben. Wir hatten dann auch ein schönes Wochenende zusammen. Er ist heute Mittag wieder weg gefahren und kommt, wenn alles klappt, in zwei Wochen wieder nach Dresden.

Nachdem André weg ist, lese ich gerade zum zweiten Mal „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Das war wahrscheinlich die erste Autobiografie, welche ich als Teenie gelesen habe. Seit dem letzten Mal, dass ich das Buch las, sind aber locker 15 Jahre vergangen und ich konnte mich kaum noch an Einzelheiten erinnern. Es hat mich damals aber schon sehr betroffen gemacht, weil ich es in dem Alter las, wie die Autorin Christiane F. aus ihrem Leben berichtet. Das inspiriert mich natürlich auch, meine eigenen Autobiografie zu verfassen. Aber das ist eine andere Geschichte…

Eintrag 04.02.2024

Ich habe leider das genaue Datum verpasst; jedoch möchte ich erwähnen, dass mein Blog „weltkehrt“ seinen neunten Geburtstag feiert! Am 18. Januar 2015 habe ich meinen allerersten Beitrag geschrieben. Dieser handelt von meiner Prodromalphase und beginnt mit den Worten:

Ich weiß rückblickend nicht mehr genau, wann es angefangen hat.

weltkehrt: Beitrag vom 18.01.2015

Seitdem ist so viel passiert!

Die erste Woche ist auch geschafft: André ist seit letztem Sonntag auf Fortbildung an der Küste. Mir war es wirklich wichtig, dass er das macht ohne Angst um mich zu haben. Da es mir derzeit aber wirklich gut geht, kann er guten Gewissens auch diese Fortbildung besuchen. Aber es war natürlich nicht schön, ganz alleine zu sein. Obwohl, dass stimmt ja nicht! Ich habe ja noch Nathan. Und der fordert ordentlich Streicheleinheiten ein und liegt stets an meiner Seite, ob auf dem Sofa oder im Bett. Aber es ist in 10 Jahren Beziehung die längste Zeit auseinander.

Meine Hausarbeit in der Uni ist auch ganz gut vorangeschritten. Ich habe einen Teil des Themas schon fertig geschrieben, nun fehlt noch ein anderer Teil. Aber ich komme gut voran und habe noch genügend Zeit bis zur Abgabe.

Gestern hatte mein Bruder Geburtstag. Mit meinen Eltern war ich erst bei ihm zum Kaffee trinken und dann noch in einem indischen Restaurant essen.

Heute mach ich mir einen ruhigen Tag…gerade schreibe ich an diesem Beitrag und höre dabei Musik, die Waschmaschine läuft und die Küche ist aufgeräumt.

Morgen habe ich mal wieder ein Schulprojekt von „Verrückt, na und“, worauf ich mich sehr freue – nur ist das sehr zeitige Aufstehen ein wenig schwierig, aber das schaffe ich schon.

Außerdem lief heute morgen mal wieder meine Doku „Anna und die Stimmen im Kopf“ im MDR Fernsehen – vielleicht verirrt sich der ein oder andere dank der Doku auch auf meinen Blog!

Schon irgendwie seltsam, dass der erste Monat des Jahres auch schon wieder geschafft ist…aber so ist das – es geht immer weiter!

Eintrag 27.01.2024

Mir fällt leider gerade kein guter Titel für diesen Eintrag ein, deswegen ist er stinklangweilig. Entschuldigt mich.

Was soll ich sagen, wo soll ich anfangen?

Mir geht es gut. Sehr gut. Besser als letztes Jahr um diese Zeit. Besser seit vielen, vielen Jahren, in denen ich kämpfe musste. Kämpfen über mein Überleben, Beziehungen und Freundschaften, Haushalt und Gesundheit wie Hygiene.

Mein erstes Semester an der Evangelischen Hochschule habe ich erfolgreich abgeschlossen und habe drei von vier Prüfungsleistungen erledigt. Nun fehlt nur noch eine Hausarbeit. Ich würde behaupten, dass mir solche schriftlichen Aufgaben nicht allzu schwer fallen, weswegen ich davon ausgehe, dass ich auch das gut schaffe.

Auch zu Hause läuft es gut. Ich kümmere mich um mich selbst, meine Hygiene, aber auch um den Haushalt, Wäsche waschen, aufräumen, sauber machen und so weiter. Ich habe meinen Schreibtisch aufgeräumt, sortiert und dekoriert. Er sieht jetzt total schön aus und ich freue mich, dass ich das so gut geschafft habe. Im Bad habe ich ein wenig aussortiert und dann die Lotionen, Duschgele etc. in hübsche Boxen gestellt, sodass das Bad gleich viel aufgeräumter aussieht.

Morgen treffe ich mich auch wieder mit dem Skizzentreff, worüber ich mich sehr freue. In der Therapie habe ich die Abstände auch verlängert, statt wöchentlichen Terminen bin ich nun nur aller zwei Wochen in der PIA. Anfang Februar werde ich wieder mit „Verrückt, na und“ in eine Schule gehen und dort aufklären.

Ich bin dankbar, so dankbar. Ich kann endlich mein Leben leben, studieren, dann noch Ehefrau und Katzenmama sein, Schwester und Tochter, Freundin und Seelenverwandte. Natürlich weiß ich, dass auch wieder andere Phasen kommen.

Doch bis dahin genieße ich meinen aktuellen Zustand und versuche achtsam und liebevoll mit mir selbst umzugehen.

Hinterm Steuer

Ich habe es geschafft.
Wirklich. Es hat mich viel Überwindung gebraucht, doch als ich dann vorm Steuer saß, lief alles, als hätte ich nie etwas anderes gemacht.

Ich bin Auto gefahren. Ohne meinen lieben Fahrlehrer, der in der Not eingreifen könnte. Zwar war ich nicht allein, André saß neben mir. Aber dafür, dass ich fünf Jahre nicht mehr selbst ein Auto gelenkt habe, lief es sehr gut.

Zum Üben sind wir in die Dresdner Messe gefahren, an einem Sonntag Nachmittag. Dort lernte ich, wie man unser neues automatisches E-Auto fährt. Dann bin ich in Ruhe einige Runden gefahren und dann, wie selbstverständlich, über die Friedrichstadt nach Hause gefahren. Sogar das rückwärts Einparken lief erstaunlich gut.

Natürlich bin ich weit davon entfernt routiniert zu sein. Aber jeder Schritt in die Unabhängigkeit, der Sicherheit des Führens und dem Selbstvertrauen, durch die Gegend zu fahren bringt mich weiter.

10 jähriges Jubiläum

Normalerweise versuche ich, André aufgrund seines Berufs relativ aus meinem Blog herauszuhalten. Aber heute muss ich einfach etwas aus unserem Privatleben teilen.

Wir feiern heute nämlich unser 10 jähriges Jubiläum!

Es war im Jahre 2013, als meine Schwester mich und zwei ehemalige Schulkameraden in eine Bar einlud. Danach trafen wir uns in dieser Konstellation noch ein, zwei Mal und feierten dann Silvester zusammen.

An diesem Abend verliebten wir uns und kamen zusammen.

Die nächste Zeit wurde für uns sehr anstrengend. Erst machte ich 2014 mein Abitur und zog danach nach Dresden, und dann folgte die schwierigste Aufgabe in unserem jungen Leben: der Ausbruch meiner schwersten Psychose im Herbst 2014.

Monatelange Aufenthalte, Selbstverletzungen, Suizidgedanken und einen Versuch. Und nebenbei machte André seine Ausbildung und später sein Studium. Und immer wieder kam es zu Krisen, zu Problemen, zu Schwierigkeiten.

Im Februar 2022 heirateten wir, relativ spontan und im kleinen Familienkreis. Es war wunderschön, trotz Corona-Auflagen und der ganz kleinen Feier.

Gestern hatten wir es uns sehr schön gemacht. Erst waren wir Essen in einem Restaurant, wo wir von unserer Hochzeit noch einen Gutschein hatten. Danach sind wir ins Rundkino und sahen den Ghibli-Film „Der Junge und der Reiher“. Abends machte ich noch ein Dessert für uns: Vanille-Eis mit Schokostreuseln!

Ich weiß nicht, ob ich ohne André noch leben würde. Ich bin dankbar, so dankbar, ihn an meiner Seite zu haben.

Auf viele weitere Jahre!