142 km/h

Ich bin noch immer dabei, die Fahrschule zu machen.

Klinikaufenthalte, Krankheitsphasen, Medikamente mit denen man nicht fahren darf weiten meine Praxisstunden aus. Aber gestern gab es zum ersten Mal ein Erfolgserlebnis: mein Fahrlehrer hat mich auf die Autobahn fahren lassen, ohne das ich es vorher wusste was er plant.

Überland war für mich der reinste Horror: wie soll ich bitte 100 km/h fahren?! Aber auf der Autobahn hatte ich keine Angst und habe einen Rekordwert für mich erreicht: 140 km/h! Und das ohne Panikattacke. Mein Fahrlehrer war auch sehr zufrieden mit mir.

Am Montag habe ich 135 min Fahrstunde und werde die meiste Zeit Autobahn fahren. Angst? Nicht im geringsten!

“Haben die Nachbarn das Wasser vergiftet?”

“Es begann daheim im Badezimmer. Anna Kunze, 16 Jahre alt, putzte wie jeden Mittwoch das Bad. Plötzlich rief eine Stimme: “Anna! Anna!” Wer war das? Ihre Eltern waren unterwegs, das wusste sie sicher. Lief der Fernseher noch? Kunze lief durch das Haus, wurde panisch, fand niemanden. Die Stimme aber war da, laut und stark, als würde jemand direkt hinter ihr stehen. Es war der Anfang von Kunzes Schizophrenie.”

Spiegel Online: Habendie Nachbarn das Wasser vergiftet?

 

Ein Artikel über mich in “Spiegel Online”!

Wow, ich bin begeistert. Im Juli schrieb mich eine Journalistin an, ob ich Lust auf ein Interview zum Thema Schizophrenie hätte. Ein wahr gewordener Traum für mich! Über Telefon nahmen wir Kontakt auf und nun, im November, ist der Artikel draußen.

Danke an Frau Arens von der dpa, ich bin gerade sehr glücklich!

 

Weitere Artikel:

SVZ.de

Dattelner Morgenpost

Südkurier

Stimberg Zeitung

Westfälische Nachrichten

Kölnische Rundschau Online

Westfalenpost

Lippsche Landeszeitung

Rosen Apotheke Greifswald

t-online

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Post Apotheke

Apotheke am Paulinenplatz

Neue Apotheke Kodersdorf

SZ Online

Streich Apotheke

Frankfurter Rundschau

Rhein-Neckar Zeitung

Südkurier

General Anzeiger Bonn

Endspurt für 2018

Langsam kommen wir in den Endspurt des Jahres 2018.

Derzeit bin ich wieder in einer prä-psychotischen Situation. Halluzinationen sind stärker, ich bin sehr schlapp und gehemmt und meine Gedanken sind mal rasend, mal träge.

Ich bin noch immer mit der Fahrschule am Gange, mache Therapien und versuche meinen Tag zu strukturieren.

Außerdem bin ich nun endlich mit André in eine große, schöne 3 Zimmerwohnung gezogen, in der sich auch Nathan sichtlich wohl fühlt. Wir haben so lange nach einer bezahlbaren Wohnung gesucht und hier eine wundervolle gefunden.

Die Pflichtstunden in der Fahrschule baue ich Schritt für Schritt ab. Heute war die letzte Überland-Fahrt. Mittlerweile macht mir das schnelle Fahren sogar Spaß, auch wenn ich anfangs Schweißausbrüche bei über 70 km/h hatte!

Es läuft also, es geht vorwärts, aber so richtig gut geht’s mir nicht….

Aber das wird schon wieder.

 

Mir geht es gut!

Es kam in letzter Zeit recht wenig. Aber ich kann stolz sagen: Es geht mir derzeit gut!

Ich lebe meinen Alltag, plane viel, habe das ein oder andere Projekt und bald noch einen Kurzurlaub in Berlin. Ich mache Fahrschule, Therapie, kümmere mich um mich selbst (mit das schwierigste in der Akutphase) und habe ein Sozialleben. Hochzeiten, Geburtstage, Feiern gab es die letzten Wochenenden. Und dabei ist ein jemand nicht dabei – die Psychose.

Warum meine Einträge kurz sind…

Ihr als Leser werdet fest gestellt haben das die letzten Blog – Beiträge sehr kurz ausgefallen sind.

Wer Psychosen kennt weiß, wie anstrengend Kopf-Sachen sind. Das Denken ist verlangsamt und die Gedanken etwas unklar. Ich rede manchmal komische Sätze, finde nicht die Worte und lesen, konzentrieren fällt schwer.

Da ein kurzer Beitrag schon mehr als genug Kraft benötigt beschränke ich mich aufs nötigste.

Wenn es mir besser geht, wird es wieder mehr zu lesen geben.

I – Woche 4 – Psychiatrie

Ich wurde auf ein anderes Zimmer verlegt, denn mit der Oma zusammen ging es nicht mehr! Nun bin ich mit zwei Frauen in einem Zimmer, die sehr nett sind. Wir unterhalten uns gut und haben ein harmonisches Zusammenleben.

Weiterhin ist nichts in der Medikamenten-Front geschehen. Auch Gespräche gab es keine. Die Psychoedukation langweilt mich, in der Ergotherapie bastel ich vor mich hin …

Stimmen nach wie vor da und sehr laut. Auch komische Wahrnehmungen. Es ist nicht einfach derzeit.

Die Assistenzärztin möchte mich definitiv noch etwas auf Station lassen.

Zumindest kann ich nachmittags nach Hause, wo André und Nathan warten.

I – Woche 3 – Psychiatrie

Es mag nicht so richtig vorwärts gehen in der Klinik. Die Medikamente sollen verändert werden, aber ich weiß noch nicht wie. Gespräche gibt es nur in der Visite – für 5 Minuten.

Auf meinem Zimmer ist eine verwirrte ältere Frau, die es mir auch nicht gerade einfach macht.

Ansonsten bin ich in letzter Zeit sehr müde und die Stimmen sind laut. Blöde Situation. Ich hoffe es wird bald besser.!

I – Woche 1 – Psychiatrie

Seit Montag bin ich wieder in der Psychiatrie. Ich hatte starke Ängste und Gedanken, Misstrauen und Stimmen.
Ich bin zu meiner Thera und diese redete mit meiner Ärztin und so wurde ich dann aufgenommen.
Noch geht es mir nicht besonders besser, aber das ist ja auch verständlich…
Morgen kommen meine Eltern zu Besuch, darauf freue ich mich schon!

15. März

Derzeit ist es wieder schwieriger. Ich habe meine To Do Liste schon minimiert, aber dennoch ist mir alles zu viel. Meine Ärztin hat die Medikamente erhöht, da ich dauernd mit Panikattacken zu kämpfen habe.

Die Vorbereitung für die Vernissage läuft hingegen gut. Heute haben wir die Bilder auf Karton aufgezogen und am Dienstag kommen sie in die Rähmen. Ich freue mich wirklich darüber. In meiner Galerie gibt es auch einige der Bilder zu sehen.

 

 

Das einfachste der Welt

Ich hatte erst neulich ein Gespräch, wo ich sagte: “Ich habe es gelernt, war gar nicht so einfach!” Mein Gegenüber meinte jedoch: “Das ist doch das einfachste der Welt.”

Tja, was soll ich dazu sagen?
Mir fällt lesen leicht. Mir fällt es leicht zu kochen, die Wäsche zu machen, zu schreiben.

Heißt das etwa, dass es jedem leicht fällt?
Es gibt Menschen, die sind erwachsen und können weder lesen noch schreiben. Sind die etwa dumm?

Nein, keinesfalls!
Nur weil ich etwas einfach finde, heißt das noch lange nicht, dass dies jedem leicht fällt.

Urteile nicht über einen anderen Menschen.

MIR fiel es nicht leicht und ich musste es erst lernen. Nur weil jemand es besser, schneller und einfacher findet, ist das noch lange nicht für jeden so!

Also. Urteile nicht über das Leben oder die Fähigkeiten eines Anderen.

Denn schließlich kannst du auch irgendetwas nicht!