Eintrag 22.05.2024

Ich bin sehr froh, dass ich diese Woche Pfingstferien habe und daher nicht in der Uni bin. Die Zeit, die Ruhe, das Auf-mich-Achten, dass ist gerade essentiell für mich, um nicht wieder in den Krisenmodus zu verfallen.

Ich konnte schon einiges erledigen, was auf meiner viel zu langen To Do-Liste steht:
Personalausweis verlängern, meinen Brieffreunden schreiben, eine Website für André gestalten. Mit einem Rezept ein Medikament in der Apotheke holen. Einkaufen, sich etwas Gutes tun, Lesen, ein Bad nehmen.

Am Freitag kommen ein paar Freunde zum gemeinsamen Feiern, darauf freue ich mich auch schon.

Gerade habe ich ein seltsames Gefühl in mir. Wie Sehnsucht – aber nach was? Ich kann das Empfinden nicht wirklich mit Worten beschreiben oder erklären wie ich mich dabei fühle. Vielleicht finde ich irgendwann einen Ausdruck, der das Ziehen in meiner Brust beschreibt.

Ein neues Lebensjahr

Ich habe gestern meinen 28. Geburtstag gefeiert.

Als Kind habe ich meinen Geburtstag natürlich sehr geliebt. Gerade weil meine ältere Schwester oft Spiele und Schnitzeljagden für mich veranstaltet hat, ich mit Freunden und der Familie gefeiert habe und natürlich auch Geschenke bekam.

Im Teenie-Alter wich dann die Freude. Ich war nicht so scharf drauf, meinen Geburtstag zu feiern. Bis vor ein paar Jahren lief das die meisten Jahre so. Mittlerweile feiere ich wieder gerne meinen Ehrentag.

Dafür habe ich einen leckeren Kuchen gebacken (Zimtschneckenkuchen! mega lecker) und meine Eltern sowie meine Schwiegermutter zum Kaffee trinken eingeladen.

Mit André habe ich bereits am Freitag etwas schönes unternommen, wir waren in einem indischen Restaurant zum Abendessen.

Nächsten Freitag kommen dann auch ein paar Freunde auf einen Wein und geselliges Beisammensein zu mir. Darauf freue ich mich jetzt schon sehr!

Die Pfingstwoche habe ich keine Uni, was aber ganz gut ist gerade, da ich mich die letzten Wochen etwas übernommen habe in der Auslastung mit den Vorlesungen. Da werde ich mir bewusst Pausen schaffen und alles dafür tun, mich zu entspannen.

Für das neue Lebenslahr wünsche ich mir vor allem weiterhin Stabilität, schöne Zeit mit Freunden und Familie, ein paar coole Erlebnisse und einfach ganz viel Stärke und Glück!

Eintrag 01.05.2024

Alles neu macht der Mai,
Macht die Seele frisch und frei.
Laßt das Haus, kommt hinaus!
Windet einen Strauß!
Rings erglänzet Sonnenschein,
Duftend prangen Flur und Hain:
Vogelsang, Hörnerklang
Tönt den Wald entlang.

Der Mai gehört zu meinen Lieblingsmonaten. Nicht nur, weil ich im Mai geboren wurde, sondern auch wegen dem Mai-Wetter, oft frühlingshaft, warm, aber nicht zu heiß. Im Internet findet man mich auch unter dem Künstlernamen Anna May.

Dennoch startet der Wonnemonat für mich nicht allzu gut. Ich stecke (mal wieder…) in einer mittelschweren Krise. Bin auch bis zum Freitag, den 10. Mai krank geschrieben, werde aber eventuell schon eher wieder in die Uni gehen. Außerdem habe ich meine vier Jahre clean gebrochen und mich in den letzten Tagen wieder selbstverletzt. Deswegen bin ich sehr sauer auf mich selbst. Ich hatte es so lange geschafft und dann das. Zum Glück waren die PIA-Schwestern super lieb und haben mich versorgt und mir auch Kompressen und Mullbinden für die selbstständige Wundversorgung mitgegeben.

Leider war Frau Therapeutin die Woche nicht in der Ambulanz, dafür war ich dann bei der PIA-Ärztin. Ich nehme das Medikament Pipamperon nun drei mal täglich anstatt nur bei Bedarf.

Aber erst einmal muss ich versuchen, wieder klar zu kommen. Ohne Selbstverletzung. Und einfach versuchen, aus dieser Krise wieder herauszukommen. Es wird weiter gehen – irgendwie – das habe ich ja nicht nur einmal geschafft, von alleine aus einer blöden Phase herauszufinden. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass ich auch diese Zeit überstehe.

Eintrag 12.04.2024

Es ist schon wieder das Ende der Woche und die Hälfte des Monats ist geschafft. Die letzte Woche war auch wirklich sehr, sehr anstrengend. Aber es tat gut, positives Feedback zu erhalten!

Letzte Woche Freitag hatte ich erst in einer Berufsschule ein Online-Interview, natürlich zu meiner Geschichte und meiner Erkrankung, der Schizophrenie. Die Schüler:innen hatten sich auch toll auf mich und das Interview vorbereitet und interessante Fragen gestellt. Wir sind in Kontakt gekommen und ich hatte das Gefühl, die Schüler:innen hatten wirklich Interesse an meinem Leben.

Nur drei Tage später hatte ich den nächsten Vortrag. Ich war eingeladen in der Krankenhausakademie in Görlitz.

Der Tag startete 4 Uhr und 5:25 Uhr fuhr der Zug mit einem Umstieg in Bischofswerda. Mufasa begleitete mich und hörte sich auch den ersten von vier Vorträgen vor den zukünftigen Pflegefachkräften an.

Es war wirklich anstrengend – viermal derselbe Vortrag, 45-60 Minuten referieren und anschließende Fragerunde. Auch hier waren die Schüler:innen wieder sehr gut vorbereitet, hatten spannende Fragen und viele Ideen. Als Dank erhielt ich eine wunderschöne violette Orchidee!

Tag drauf, am Dienstag, stand die vorerst letzte Präsentation an, im Rahmen eines Moduls in meinem Studium. Diese hielt ich mit zwei Kommilitoninnen und es lief auch sehr gut. Thema war das Handlungsfeld der gendersensiblen Sozialarbeit, mit Schwerpunkt auf Frauenberatungsstellen und Schwangerschaftskonfliktberatung.

Außerdem habe ich etwas für mich entdeckt, was mir den Studienalltag etwas entspannt: im Keller der Hochschule gibt es einen Ruheraum, den man als Student nutzen kann, wenn man eine Pause braucht. Als es mir dienstags vor dem Vortrag nicht gut ging, ruhte ich mich dort eine Zeitlang aus, um Energie zu tanken. Der Raum ist jetzt nicht schön, aber hat ein paar Pritschen mit Kissen und Decken und liegt nicht bei Seminarräumen oder Hörsälen, sodass man wirklich seine Ruhe hat und etwas Rückzug hat. Die Idee, nach diesem Raum zu fragen, hatte meine Soziotherapeutin schon vor einiger Zeit mir geraten.

Um wieder etwas in Bewegung zu kommen, habe ich nun meine Rollschuhe. Ich wollte heute eigentlich etwas im Großen Garten fahren üben…ich dachte, dadurch das ich Inliner und Schlittschuhlaufen kann, kann ich auch Rollschuh fahren – naja…das muss ich definitiv noch üben! Aber ich habe schon Kontakt aufgenommen zu ein paar Leuten die regelmäßig zusammen Fahren und die mir das lernen können. Ich freue mich schon darauf, wenn ich wirklich frei fahren kann und meine Runden drehe. Aber bis dahin muss ich noch viel üben!

Eintrag 03.04.2024

Nun ist das erste viertel Jahr von 2024 auch schon wieder geschafft…

Derzeit dreht sich das meiste um das Studium. Aber hauptsächlich im positiven Sinne. Vor allem macht das Studium und vor allem die geistige Beschäftigung viel Spaß und es tut mir sehr gut, zu lernen und zu lesen, zu diskutieren und sich auszutauschen.

Am Dienstag habe ich mit zwei Kommilitonen ein Referat über Frauenrechte und Schwangerschaftskonfliktberatung. Und im Verlauf der zweiten und dritten Aprilwoche müssen wir uns in Kleingruppen ein Forschungsthema heraussuchen und damit eine qualitative oder quantitative Forschung selbst entwickeln und im Verlauf von zwei Semestern durchführen.

Und Vortrage außerhalb der Uni gibt es diese und nächste Woche auch: am Freitag online und am Montag in Görlitz. Ich freue mich sehr über beide Vorträge, aber es wird auch anstrengend – da heißt es dann, Ausgleich zu suchen und ein wenig Selfcare zu betreiben.

Heute war ich in der PIA bei Frau Therapeutin, wo wir gemeinsam geschaut haben, was mir gut tut und was ich noch als Gegengewicht zu den Anstrengungen in meinen Alltag einbauen kann. Zum Beispiel ein Bad ganz bewusst nehmen, meine Akkupressur-Matte hervorzuholen, Spaziergänge unternehmen…

Auch diese Phase werde ich schaffen, da bin ich sicher,…aber dennoch muss ich immer auf mich selbst achten und versuchen, Ausgleich zu schaffen!

[Solo Date] Ein Spaziergang und eine Eis-Schokolade

Zur Information, was ein „Solo Date“ ist – hier gibt’s Infos: https://www.weltkehrt.de/2024/03/25/was-ist-ein-solo-date/

Am Sonntag ist mir wortwörtlich die Decke auf den Kopf gefallen. Das Wetter war auch nicht besonders toll oder frühlingstypisch sonnig und warm, aber ich wollte nicht zu Hause rumsitzen. Also zog ich meine dunkelroten Converse an, zog meine schwarze Jacke über und spazierte ungefähr zwei Stunden durch meine und umliegende Stadtteile. Dabei kam ich durch Neubaugebiete, die ich schon kannte, aber auch Ecken, an denen ich mal mit der Straßenbahn vorbeigefahren bin.

Eigentlich wollte ich in ein anderes Café, aber das hatte nicht offen (obwohl ich bei Google Maps nach den Zeiten geschaut habe!!). Aber ich habe dann dennoch noch einen Bäcker gefunden, der auf hatte, sodass ich dort eingekehrt bin und eine Eis-Schokolade und einen Kaffee getrunken habe.

Beim Laufen habe ich Musik gehört und mich in Achtsamkeit geübt. Es war ein schöner kleiner Spaziergang und tat mir psychisch auch gut. Und Bewegung schadet ja auch nicht, gerade wenn man oft und lange sitzt.

Es tat wirklich gut, in meinem eigenen Tempo, meine eigene Route, meine eigenen Erfahrungen machen zu dürfen. Und dieser Spaziergang hat mich sehr ermutigt, so etwas öfter zu machen. Die Solo Dates möchte ich als festen Bestandteil in mein Leben integrieren.

Was ist ein Solo Date?

Ein Date für sich allein? Das ist der Hintergrundgedanke hinter den „Solo Dates“ – etwas Zeit für sich selbst nehmen. Es ist für mich eine Form der Selbstliebe, weil man sich bewusst Zeit schafft, die nur einem selbst gehört. Denn oft gelingt es nicht, dass wir diese Form der „Me Time“ in unseren Alltag einbauen.

Und ich habe mir fest vorgenommen, so etwas regelmäßig zu tun und das auch hier, auf weltkehrt, zu dokumentieren.

Auf den Begriff „Solo Date“ bin ich eher zufällig gestoßen, auch wenn ich schon diese Form der Aktivität praktiziert habe – zum ersten Mal beispielsweise im Hygiene Museum, was ich auch als Beitrag hier auf weltkehrt gepostet habe.

Der Plan ist also, ganz bewusst Solo Dates zu machen. Ob an einem regnerischen Samstag, an sonnestrahlenden Nachmittagen nach der Uni oder in einer anderen Stadt: Zeit für mich zu nehmen, lieb zu mir selbst zu sein, meinen Körper spüren lernen und meine Seele baumeln lassen. Ich habe einfach gemerkt, dass mir das sehr gut tut.

Und es hat auch nichts damit zu tun, dass ich keine Freunde oder andere Kontakte habe – diese Art von Aktivitäten mache ich bewusst alleine.

Ich möchte mich jetzt gar nicht festlegen, wie oft ich Solo Dates mache: ob einmal in der Woche oder einmal im Monat. Eben immer dann, wenn es mir gut geht, wenn ich Kraft habe etwas alleine zu unternehmen oder ich einfach spüre, ich brauche diese Zeit für mich.

Was allerdings feststeht, dass ich hier darüber bloggen werde – und wer weiß, vielleicht inspiriere ich einen meiner Leser:innen, dasselbe zu tun, sich zu überwinden und auch ein Solo Date zu machen!

Es geht weiter!

Nun ist die schöne bunte vorlesungsfreie Zeit auch schon wieder geschafft. Gestern hat für mich offiziell das zweite Semester, das Sommersemester an der ehs, gestartet.

Los ging es natürlich mit Einführung und Semesterplanung. Vor allem, weil am Ende das Semesters, in der vorlesungsfreien Zeit das Erkundungspraktikum los geht. Ich werde das auf die maximale Anzahl von acht Wochen strecken, damit ich nicht so viele Wochenstunden arbeiten muss. Ich muss mich noch entscheiden, in welche Fachrichtung ich gehe, habe allerdings schon ein paar Ideen dazu – vor allem was nicht will!

Dafür das ich ein Modul mehr belegt habe als im Wintersemester ist mein Stundenplan jedoch auch recht übersichtlich, was natürlich optimal ist für mich.

Leider weiß ich noch nicht, wann ich erfahre ob ich die Hausarbeit aus dem ersten Semester bestanden habe. Da heißt es wieder nur: warten! Aber ich versuche mich nicht selbst fertig zu machen damit.

Am Freitag ist es dann auch schon mit Andrés Fortbildung geschafft. Dafür das es mir zeitweise wirklich schlecht ging, bin ich froh, dass ich diese langen sieben Wochen geschafft habe, ohne größere Blessuren. Ich freue mich sehr wenn er wieder da ist!

Check!

Jetzt kann ich nichts mehr machen – die Hausarbeit ist abgegeben!

Die Korrektur wird sicher einige Zeit in Anspruch nehmen, in der Zeit werde ich mich nicht fertig machen. Wie schon gestern geschrieben: Es ist, wie es ist!

Nun habe ich noch ein paar Tage, bis das neue Semester los geht. Ein paar Dinge möchte ich noch für mich selbst machen, die mir gut tun und mir Kraft schenken. Vielleicht Baden und in die Sauna gehen? Mit Freunden treffen? Spazieren, shoppen? Irgendwie wird das schon!

Und dann dauert es auch nicht mehr lange und André hat seine Fortbildung abgeschlossen und ist wieder bei Nathan und mir.

Es ist, wie es ist

Es ist, wie es ist

Morgen ist es soweit. Der Countdown ist abgelaufen und ich muss tun, was ich tun muss.
Die Arbeit hochladen, das Exposé, den Bewertungsbogen. Am Freitag werde ich die Hausarbeit drucken lassen und dann im Prüfungsamt abgeben.

Ich kann sagen (denke ich…) ich habe mein Bestes getan. Ich saß wirklich lange an dieser Arbeit, habe Quellen studiert und Bücher gelesen, mir die Finger wund geschrieben und Thesen gewälzt.

Ich lade es morgen hoch. Ich lade es hoch und gebe die Arbeit in die Hände meines Professors geben und hoffen, dass ich bestehe.

Hohe Ansprüche habe ich schon. Aber nicht jetzt. Nicht jetzt, wo es mir psychisch wieder schlechter geht. Nur bestehen, mehr nicht. Und aus den Fehlern lernen.

Immer einmal mehr aufstehen, als man gefallen ist. Es ist, wie es ist – und ich habe in dieser Arbeit nicht nur gelernt wie wissenschaftliches Arbeiten geht, sondern auch, was ich kann und wie ich mich, trotz leichter Krise, wieder selbstreguliere.