Prüfungsangst, dritter Teil

Ich hätte damit wirklich nicht gerechnet – aber ich habe die (verpatzte) Prüfung doch bestanden! Es ist keine „super“ Note geworden, aber bestanden ist bestanden und nur das zählt.

Im Bereich Recht wurde es eine 3,0 und im Bereich Management eine 4,0, da es verrechnet wurde demensprechend eine 3,5. Und damit bin ich vollkommen zufrieden.

Wie gesagt, ich hätte nicht damit gerechnet und das macht es noch so viel unglaublicher!

500 Beiträge!

Als ich im Jahr 2015 meinen kleinen Blog startete, dachte ich niemals, wo das hinführen würde! Aber nun ist ein Meilenstein geschafft und zwar – 500 Beiträge! Ich finde, dass ist eine ganz schöne Menge und ich bin auch wirklich sehr froh über den Weg, den ich mit weltkehrt gegangen bin.

Auf die nächsten 500 – oder so!

7 Tage, 140 Kilometer – die Heimreise

Am Sonntag, den 23. August, beendete ich meine Reise auf dem Jakobsweg. Ich war müde, erschöpft, aber sehr glücklich. Außerdem war ich meinem Körper dankbar, dass ich doch so viele Kilometer geschafft habe. Ich habe viel gesehen, viel gespürt, habe Probleme allein gemeistert und bin über mich hinaus gewachsen. Ich habe mich verlaufen, aber dennoch den Weg gefunden. Ich habe bewusst keine Musik auf meiner Reise gehört, sondern nur die Natur und die Umgebung auf mich wirken lassen. Auch habe ich interessante Menschen getroffen.

Ich bin von Bautzen bis nach Oederan gelaufen. Den Rest des Weges bis nach Hof werde ich auch noch laufen, und dann sehe ich was ich noch erleben werde.

7 Tage, 140 Kilometer – Tag 6

Aufgrund des schlechten Wetters mit Dauerregen ging es an diesem Tag für mich in die Ausstellung der „Terra Mineralia“ in Freiberg. Rucksäcke mussten abgegeben werden, aber mein Wanderrucksack war natürlich viel zu groß für die Spinte! Zum Glück gab es noch eine große Box, wo ich meinen Rucksack für die Ausstellung lagern konnte.

In der Terra Mineralia gab es mehrere Etagen voller schöner Mineralien und einfach viel zu sehen. Es war wunderschön und faszinierend gleichermaßen. Ich habe sehr viele Bilder gemacht, weil mir alles so gut gefallen hat! Alle einzubinden würde den Rahmen leider sprengen, also suche ich nun einige besonders schöne Steine aus.

Mein Lieblingsedelstein, den Amethysten, gab es natürlich auch zu sehen. Ein so großes Exemplar habe ich jedoch noch nie gesehen!

Nach der Ausstellung ging es dann für mich mit dem Regionalzug nach Oederan. Dort angekommen ging ich in ein kleines Cafe, wo ich in mein Reisetagebuch schrieb und Kaffee und Kuchen genoss. Ich beobachtete die Menschen, die am Schaufenster vorbeiliefen und entspannte ein wenig.

Im ansässigen Discounter holte ich noch etwas zu Essen für den Abend und lief dann in die Pension in Oederan. Das war meine schönste Herberge auf dem gesamten Jakobsweg. Das Zimmer glich eher einer kleinen Wohnung, mit Küche, Bad und sogar einem kleinen Fernseher. Ich machte es mir gemütlich und sah fern. Meine Psychose wurde leicht getriggert, als abends im Fernsehen der Krimi „Die Tote vom Jakobsweg“ lief.

Müde, aber glücklich, ging ich ins Bett und schlief wieder sehr gut. Am nächsten Morgen gab es einen Tee für mich und dann ging es ab nach Hause!

7 Tage, 140 Kilometer – Tag 5

Die fünfte Etappe führte von Grillenburg nach Freiberg. Diese Strecke war meine bisher schönste Etappe. Erst ging es wieder durch den Wald und dann durch einzelne Dörfer und wunderschöne Felder.
Bei der Rast traf ich drei Männer, ebenfalls aus Dresden. Ich setzte mich zu ihnen und sah dann, dass sie ihre beiden Katzen mit Leinen mitnahmen. Es war sehr süß, den beiden Katern beim Spielen zuzusehen.

In der Stadt Freiberg angekommen gönnte ich mir erst einmal eine echte Freiberger Eierschecke. Die Dresdner finde ich jedoch im Vergleich besser.

Nach einer kurzen Pause vorm Freiberger Dom ging es dann zu meiner Herberge. Es war eine kleine Pension und an sich auch wieder sehr hübsch.

7 Tage, 140 Kilometer – Tag 4

Dieser Tag startete ich in Dresden und fuhr mit dem Zug nach Tharandt. Die Strecke nach Grillenburg war vergleichsweise kurz, jedoch führte der erste Teil der Wanderung relativ steil in den Tharandter Wald hinauf. Mit einigen kurzen Pausen ging es dann aber durch den wunderschönen Wald bis zur Pension in Grillenburg. Dort gab es dann erst einmal einen Kaffee und ein bequemes Bett zum Ausruhen. Ich hatte dort auch die Gelegenheit mir ein paar Nudeln zum Abendessen zu kochen.

Alles in allem ein ruhiger Tag mit schönem Wetter. Gerade die Umgebung und der Tharandter Wald waren wirklich gut für die Seele.

7 Tage, 140 Kilometer – Tag 3

Von Ullersdorf ging es dann für mich nach Dresden. Von 17 km Strecke führten dabei 15 km durch den Wald. Ohne Musik auf den Ohren, einfach die Stille des Waldes genießen. Dort raschelte es im Unterholz, dort rief ein Vogel, der Specht hämmerte und die Sonne ließ den Tau auf den Halmen glitzern.

Die dritte Etappe war wirklich wunderschön und führte mich dann zur Staufenbergallee in Dresden. Von dort lief ich zum Albertplatz in der Neustadt und fuhr mit der Bahn in die Innenstadt.

Ich traf mich dann mit André in einem meiner Lieblingscafés, wo wir etwas tranken und dann ging es nach Hause. Kiki und Kaja freuten sich, dass ich endlich wieder da war.

Im heimischen Bett schlief es sich besser. Am nächsten Morgen ging dann meine Reise jedoch weiter nach Tharandt. Von dort ging es weiter, entlang des Jakobsweges.

7 Tage, 140 Kilometer – Tag 2

Der erste Tag mit seinen Anstrengungen hatten mich etwas geschwächt, aber weiter gings. Ich habe gesehen, dass es einen kleinen Tierpark in Bischofswerda gab, wenige Straßen von meiner Herberge entfernt. Dort waren hauptsächlich heimische Tiere untergebracht und man konnte entspannt durch die kleine Parkanlage laufen. Dabei waren viele Mitarbeiter:innen Menschen mit Behinderungen, beispielsweise an den Kassen oder bei der Reinigung der Gehege. So geht Inklusion!

Anschließend bin ich zum Altmarkt in Bischofswerda gelaufen und schrieb die ersten Zeilen in mein Reisetagebuch. Ich hatte extra ein schönes Notizbuch gekauft und zwei Stifte eingepackt, um ein wenig zu reflektieren und eine schöne Erinnerung niederzuschreiben. Als ich dort saß und schrieb wurde ich aufgrund der Jakobsmuschel an meinem Rucksack von einer Dame angesprochen, die bereits den Franziskusweg in Italien gelaufen war. Wir unterhielten uns und ich fand es einfach schön, wie der Jakobsweg Menschen zusammenbringt. Weil mir dann doch etwas kalt wurde, bin ich in einen Laden gegangen und habe mir spontan noch einen Pullover gekauft.

Dann kürzte ich meine Strecke etwas ab und lief zum Bahnhof, um dann zwei Stationen Zug nach Radeberg zu fahren,. Vom Bahnhof ging es dann zu meiner zweiten Unterkunft nach Ullersdorf.

Weil ich etwas Zeit übrig hatte, trank ich noch einen Kaffee in einer Bäckerei und danach ging’s zu meiner Herberge.

Links ist eine schöne Stempelstelle an meiner Herberge zu sehen und rechts ein Bild von der kleinen Küche, die zu meinem Zimmer gehörte. Da es in Ullersdorf nicht wirklich Gastronomie oder Supermärkte gab, wurde mir von der Herberge empfohlen etwas zu essen zu bestellen. Leider gab’s auf der regulären Karte kein vegetarisches Gericht, aber man konnte sich selbst einen Nudelauflauf zusammenstellen. Und dann der nächste Knackpunkt: der Mindestbestellwert. Also musste ich noch eine Limo dazu kaufen.

Ich hatte wieder ein eigenes Bad, wie bereits in der ersten Herberge, und sogar einen kleinen Fernseher. Eigentlich wollte ich nach dem Abendessen noch eine Runde spazieren gehen, aber es regnete wieder.

Am nächsten Morgen ging es wieder zeitig los und ich startete Etappe drei.

7 Tage, 140 Kilometer – Tag 1

Check, Check! Es ist der 16. August und der Rucksack ist gepackt. Die Zugverbindung führt mich vom Dresdner Hauptbahnhof nach Bautzen. Ich bin aufgeregt und wippe nervös mit überkreuzten Beinen.

Ankunft am Bautzner Dom, wo die Strecke des Jakobsweges für mich beginnt. Es ist zwar bewölkt, aber das Wetter ist schön und ich starte frohen Mutes in mein Abenteuer. Ich habe den Reiseführer in der einen Hand, das Handy in der Hosentasche und mache mich nun auf die Reise den gelben Jakobsmuscheln nach. Zeigt das untere Ende der Muschel nach links, geht auch der Jakobsweg nach links, wenn die Muschel nach oben zeigt, geradeaus, und wenn sie nach rechts zeigt, zweigt auch der Weg nach rechts ab.

Ich laufe die ersten Meter, als plötzlich ein starker Regen ausbricht. Regenjacke an, Schutzhülle über den Rucksack und weiter gehts. Nur leider wird das Wetter nicht besser! Nach wenigen Kilometern bin ich durchnässt, auch meine Wanderschuhe halten den Regen nicht mehr ab.

Auf dem linken Bild ist die schöne Kirche in Göda zu sehen, die ich am ersten Tag passiert bin. Rechts ein Beispiel, wie man sich auf dem Jakobsweg orientiert.

Nachdem ich mich in Demitz-Thumitz im Wald verlaufe, versuche ich mich mithilfe Google Maps zu orientieren. Zu meiner ersten Herberge in Bischofswerda sind es noch einige Kilometer. Der Regen setzt immer wieder ein, während es gewittert laufe ich über Felder und hoffe, dass der Blitz mich nicht trifft.

Irgendwie komme ich auf einer Bundesstraße ohne Gehweg heraus. Ich laufe diese Straße 2 Stunden entlang, komme dann endlich in Bischofswerda heraus und nach einem kurzen Abstecher im Supermarkt komme ich in der ersten Herberge bei einer netten älteren Dame an. Sie hat im Keller zum Glück einen Trockenraum, wo ich Hose, Shirt und Schuhe trocknen kann. Nach einem kurzen Abendessen auf meinem Zimmer (ein kleiner Raum mit Bett und Kommode) dusche ich noch und gehe dann zeitig zu Bett.

Der Schlaf ist tief und traumlos, aber erholsam. Nach der Morgentoilette gehe ich zu Frau V. und wir frühstücken zusammen und plaudern über dieses und jenes.

Dann packe ich die halbwegs trockenen Sachen und starte in Tag zwei.

Und, weil es so schön ist, noch die Komoot-Anzeige von meiner Wanderung.

Mein größtes Abenteuer

Seit 2015 (oder vielleicht noch länger…) möchte ich unbedingt einmal pilgern. Als der Gedanke aufkam, war für mich relativ schnell klar, dass ich es sicherheitshalber nicht direkt in Spanien versuchen möchte, sondern direkt vor der Haustür. So kam ich zu der Idee: den sächsischen Jakobsweg zu laufen. Von Bautzen 300 km lang bis nach Hof.

Die letzten beiden Sommer hatte ich ja die Praktika meines Studiums, weswegen es nicht ging, und die Jahre zuvor war meine psychische Verfassung nicht gut genug und psychotisch allein durch Sachsen zu laufen bereitete nicht nur mir Bauchschmerzen.

Aber dieses Jahr ist es soweit und ich nehme meine erste Fernwanderung in Angriff! Am Montag, den 17. August, fahre ich mit dem Zug nach Bautzen und starte dann die Wanderung gen Hof. 15 Etappen habe ich geplant, mit durchschnittlich 25 km am Tag.

Ja, ich bin sehr aufgeregt bis ängstlich, aber ich möchte mir selbst auch beweisen, dass ich das schaffen kann. Und falls irgendetwas ist, ich nicht mehr kann, dann steige ich einfach in den nächsten Zug und fahre nach Dresden zurück. Dieser Gedanke beruhigt mich etwas. Aber dennoch möchte ich nicht vorzeitig aufgeben, sondern einfach versuchen so weit wie möglich zu kommen.

Von daher werden die nächsten 2-3 Wochen keine Blogbeiträge von mir kommen, da ich so minimalistisch wie möglich pilgern möchte.

Danach gibt’s dann aber bestimmt einen ausführlichen Blogpost meinerseits!
Wünscht mir viel Glück!