Mein größtes Abenteuer

Seit 2015 (oder vielleicht noch länger…) möchte ich unbedingt einmal pilgern. Als der Gedanke aufkam, war für mich relativ schnell klar, dass ich es sicherheitshalber nicht direkt in Spanien versuchen möchte, sondern direkt vor der Haustür. So kam ich zu der Idee: den sächsischen Jakobsweg zu laufen. Von Bautzen 300 km lang bis nach Hof.

Die letzten beiden Sommer hatte ich ja die Praktika meines Studiums, weswegen es nicht ging, und die Jahre zuvor war meine psychische Verfassung nicht gut genug und psychotisch allein durch Sachsen zu laufen bereitete nicht nur mir Bauchschmerzen.

Aber dieses Jahr ist es soweit und ich nehme meine erste Fernwanderung in Angriff! Am Montag, den 17. August, fahre ich mit dem Zug nach Bautzen und starte dann die Wanderung gen Hof. 15 Etappen habe ich geplant, mit durchschnittlich 25 km am Tag.

Ja, ich bin sehr aufgeregt bis ängstlich, aber ich möchte mir selbst auch beweisen, dass ich das schaffen kann. Und falls irgendetwas ist, ich nicht mehr kann, dann steige ich einfach in den nächsten Zug und fahre nach Dresden zurück. Dieser Gedanke beruhigt mich etwas. Aber dennoch möchte ich nicht vorzeitig aufgeben, sondern einfach versuchen so weit wie möglich zu kommen.

Von daher werden die nächsten 2-3 Wochen keine Blogbeiträge von mir kommen, da ich so minimalistisch wie möglich pilgern möchte.

Danach gibt’s dann aber bestimmt einen ausführlichen Blogpost meinerseits!
Wünscht mir viel Glück!

Prüfungsangst, zweiter Teil

Leider lief die Prüfung nicht wie erhofft. Es waren sehr viele Aufgaben für die kurze Zeit und in einem Teil (Management) hatte ich einen totalen Blackout. Ich hatte mich eigentlich gut vorbereitet, hatte mich sehr angestrengt, aber es hat leider nicht gereicht.
Zumindest ist es tröstlich, dass ich noch einen Zweitversuch habe. Dieser wird aber vermutlich mit meiner Bachelorarbeit und dem erhofften Ende des Studiums kollidieren – ich weiß noch nicht, wie ich das mache und wie es dann aussieht. Aber vorerst versuche ich den Gedanken an die verpatzte etwas beiseite zu schieben, ändern kann ich es schließlich nicht mehr.

Prüfungsangst

Am nächsten Dienstag steht eine große, schriftliche Arbeit in der Uni auf dem Plan. Es gibt dabei drei Bereiche, in denen Fragen und Erläuterungen abgefragt werden. Einmal den Bereich Recht und zwei verschiedene Ansichten im Bereich Organisationskultur und Sozialmanagement.

Ich lerne zwar schon einige Zeit dafür, aber ich habe so extrem Prüfungsangst. Ich habe mir die wichtigsten Themen und Erklärungen auf Karteikarten übertragen und gehe dies mehrfach durch, aber ich bin sehr angespannt und aufgeregt. Auch habe ich Druck, alle drei Bereiche in nur anderthalb Stunden zu schaffen.

Mein Anspruch ist nicht einmal eine gute Note, sondern einfach das ich bestehe. Und da bin ich mir nicht mal sicher. Natürlich lerne ich gut und versuche auf mich zu achten – körperlich als auch geistig. Aber dennoch ist da diese lähmende Angst und die Befürchtung, was passiert, wenn ich nicht bestehe.

Bitte drückt mir am Dienstag alle vorhandenen Daumen!

Schnipp Schnapp!

Nach 12 Jahren Dreads habe ich mich Mitte Juni von ihnen verabschiedet.
Ich habe diese Frisur sehr gemocht, aber es war Zeit für etwas Neues. Beim Friseur wurden die Dreads großzügig abgeschnitten und die Ansätze raus gekämmt, dann als Kurzhaarfrisur geschnitten und gefärbt.

Ich finde meine „neuen Haare“ auch sehr schön, aber ungewohnt ist es dennoch. Aber meine Dreads waren einfach sehr lange Teil von mir, da ist es nur verständlich das ich mich daran gewöhnen muss.

Eintrag 30.06.2026

Ich habe wirklich lange nichts von mir hören lassen…Eigentlich gibt es nichts interessantes zu erzählen.
Mittlerweile bin ich ein Jahr älter, das Sommersemester neigt sich dem Ende hin und ich lerne für meine nächste Klausur am 14. Juli.

Mitte Mai habe ich mir meinen linken Arm (genauer: Radiuskopf) gebrochen, weil ich beim Rollschuhe fahren nach hinten gekippt und auf dem Ellbogen gelandet bin. 2,5 Wochen Gips und etwas Schonung. Gerade wo es so warm war, war der Gips eine echt nervige Angelegenheit.

Ende Mai ist dann einer meiner langjährigsten Freunde plötzlich verstorben, im Alter von nur 39 Jahren. Zwei Tage vorher haben wir noch über WhatsApp geschrieben.

Die Hitze habe ich zum Glück ganz gut ertragen können, aber Kiki und Kaja hatten ganz schön zu tun. Ich war am Sonntag im Mockritzer Naturbad und konnte mich da etwas abkühlen.

Ansonsten besteht mein Alltag aktuell aus Uni und Lernen, Haushalt, Ehrenamt und Überleben. Psychisch geht es mir eigentlich ganz gut, aber ich muss aufpassen, dass ich mich nicht stressen lasse und auf mich acht gebe.

Empfehlung: NEEDS Studie an der TU Dresden

Ich schreibe heute eine Empfehlung für eine Studie, die aktuell an der TU Dresden durchgeführt wird.

Worum geht es?

Die Studie untersucht die Kommunikation zwischen Betroffenen und Angehörigen.
Im Fokus steht der sogenannte „High Expressed Emotion“ (HEE)-Stil, der durch starke emotionale Beteiligung sowie häufige Kritik gekennzeichnet ist und Rückfälle begünstigen kann.

Ziel der Studie

Untersucht wird ein Entstehungsmodell, das folgende Bereiche berücksichtigt:

  • Empathiefähigkeit (Einfühlungsvermögen)
  • Emotionsverarbeitung (z. B. Scham- und Schuldgefühle)
  • Kognitive Flexibilität (gedankliche Anpassungsfähigkeit)

Wer kann teilnehmen?

Gesucht werden Paare (familiär oder partnerschaftlich), bei denen:

  • eine Person die Diagnose Schizophrenie oder schizoaffektive Störung hat
  • die andere Person keine entsprechende Diagnose hat

Wie hoch ist der Aufwand?

  • 2 Online-Termine
  • 3 Termine vor Ort an der TU Dresden
  • Aufwandsentschädigung: 120–160 € pro Person bei vollständiger Teilnahme (ca. 10 €/h)

Meine Metakognitiven Katzen

Vor zwei Wochen stand plötzlich dunkler Raum in meiner Wohnung. André war nicht da. Ich bekam Angst und meine Gedanken kreisten. Was sollte ich tun? Die Polizei und die Feuerwehr rufen? Die Nachbarn um Hilfe bitten? Was macht man in so einer Situation?

Natürlich wurde die Angst nicht kleiner, im Gegenteil. Doch dann versuchte ich mich an Techniken aus der Therapie und dem metakognitiven Training zu erinneren.

Mein Gedanke: Wenn es wirklich irgendwo brennt und der Rauch wirklich da ist – müssten dann nicht die Rauchmelder angehen?

Doch was, wenn die Rauchmelder manipuliert sind? Das sie jemand vorher ausgetauscht hat, weil er oder sie oder wasauchimmer wusste, dass es den Rauch geben wird?

Dann sah ich aber Kiki und Kaja. Und sie schliefen ruhig, schnurrten mich leise an und zwinkerten mir zu. Das war der Realitätscheck, den ich brauchte.

Wenn der Rauch da wäre, es brennen würde, dann würden so hochsensible Tiere nicht schnurrend auf dem Sofa liegen. Und das zeigte mir: der Rauch war nicht echt. Nirgends brannte es. Es war nur in meinem Kopf.

Als Belohnung erhielten beide eine faire Bezahlung in Höhe von drei Leckerlis. Und ich war beruhigt und konnte mich und meine Ängste regulieren. Kiki und Kaja hatten sich bewiesen als meine metakognitiven Katzen.

Mein Yoga-Wochenende in der Bremsdorfer Mühle

Ich möchte (leider absolut verspätet) über mein Yoga-Wochenende in der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle im schönen Schlaubetal berichten.

Freitag, der 6. März
Auf ging es mit Wanderschuhen und Yogamatte mit dem Zug von Dresden nach Leipzig, dann nach Eisenhüttenstadt und anschließend weiter mit dem Zug direkt vor die Jugendherberge. Einmal über die Landstraße, und schon war ich da! Ich war die erste des Kurses, durfte aber bereits in mein Zimmer. Ich hatte ein Zimmer im „Baumhaus“ im Zimmer der „Haselnuss“ – die Häuser und Zimmer waren immer nach Tieren oder Pflanzen benannt.

Nach kurzem Ausruhen kam die Yogatrainerin Silvia Rodeck an und bereitete unseren Raum vor. Nach und nach kamen die anderen elf Frauen an. Ich hatte mir unter „Jugendherberge“ ein deutlich jüngeres Publikum vorgestellt, doch ich war mit einer Ausnahme (die Tochter einer Teilnehmerin) die Jüngste.

Am Freitag Nachmittag gab es dann die erste Hatha-Yoga Einheit. Ich hatte viel Freude dabei und lernte im Verlauf des Abends noch die anderen Teilnehmerinnen besser kennen. Nach dem Abendessen hatten wir noch eine Entspannung, bei der ich dann auch eingeschlafen bin. Irgendwie bin ich dann todmüde ins Bett gegangen und habe dort dann auch sehr gut geschlafen.

Samstag, 7. März
Vor dem Frühstück stand wieder die erste Yogaeinheit an, danach bis zum Mittag noch ein längere Einheit von zwei Stunden. Nach dem Mittagessen hatten wir dann ein geführte Wanderung mit einer Försterin und ihrem Hund „Dachs“. Wir liefen durch das Naturgebiet des Schlaubetals und wurden auf Tierspuren, Vogelgesang und allerlei Flora und Fauna hingewiesen. Ich stellte viele Fragen, es war einfach zu interessant!

Anschließend nach dieser wunderschönen kleinen Wanderung hatten wir etwas freie Zeit bis zum Abendessen. Dort lernten wir uns alle besser kennen und redeten viel miteinander. Ich finde es generell immer interessant, neue Menschen, deren Charaktere, Interessen und Wege kennenzulernen. Wir hatten anregende, schöne, lustige, traurige Gespräche.

Der Sonntag war dann leider auch schon der letzte Tag. Nach dem Frühstück gab es die letzte Yoga Einheit, danach bin ich wieder mit Bus und Bahn aufgebrochen gen Heimat.

Im Zug habe ich dann das Wochenende Revue passieren lassen. Es war die perfekte Mischung aus Yoga und Entspannung, Neues kennenlernen, Kontakt zu anderen Frauen und das eingebettet in der Natur. Für den Kurs nächsten März habe ich mich gleich vermerken lassen!

Eintrag vom 30.03.2026

Einfach ein kurzes Lebenszeichen…

Es ist gerade super viel los und ich bin sehr eingespannt. Uni, Alltag, Ehrenamt – das alles ist gerade zu erledigen und ich komme kaum zu Luft. Heute bin ich auch müde und erschöpft, wie ich es selten bin, daher nutze ich meinen freien Tag, um meinem Körper die Pause zu geben, die er gerade benötigt.

Der März hatte viele schöne, aber auch viele weniger schöne Momente. Ein Beitrag für meinen Blog liegt noch in den Entwürfen, nämlich mein erstes Yoga-Retreat in einer Jugendherberge. Dann startete auch schon wieder die Uni und ich habe sowohl „Verrückt? Na und!“-Projekte als auch mein Ehrenamt, wo ich einen älteren Herren besuche.

Ich hoffe, ich kann bald wieder ausführlicher schreiben und euch auf dem Laufenden halten, aber gerade muss ich auf mich selbst achten und mir die Pausen gönnen.

Wir lesen uns!

Drei Haselnüsse und ein Abschied

Nach drei (anstrengenden) Jahren ist Anfang Februar meine Soziotherapie ausgelaufen. Und meine Soziotherapeutin hatte für unseren Abschied eine richtig schöne Idee: gemeinsam nach Moritzburg zu fahren und die Aschenbrödel-Ausstellung zu besuchen.

Am 5. Februar war es dann soweit. Frau G. holte mich ab und dann ging es zum Schloss. Die Straßen waren zum Glück nicht mehr so glatt wie die Tage zuvor, aber beim Aussteigen und Laufen auf dem Bürgersteig kamen wir durchaus ins schlittern. Das Wetter war februartypisch grau und kalt, überall waren kleine Häufchen Schnee entlang der Wege. Wir liefen dann zum Schloss, welches eindrucksvoll und majestätisch vor uns lag. Bevor die Ausstellung eröffnet wurde, liefen wir um das Schloss herum und sahen den berühmten Schuh des Aschenbrödels. Um in den Schuh hineinzufahren, war es leider zu kalt.

Außer uns war niemand weiter in der Ausstellung – mitten in der Woche, nicht in den sächsischen Schulferien und noch zeitig am Tag gelegen. So hatten wir die Ausstellung ganz für uns allein!

In der Ausstellung kann man das Schloss und verschiedene Szenarien aus dem Film erkunden. Hier zu sehen beispielsweise der Prinz auf seinem Schimmel und die Kutsche des Königs.

Ein besonderes Highlight war jedoch, in das Ballkleid des Aschenbrödels zu schlüpfen!

Auch fand ich es besonders schön, die originalen Kostüme der Charaktere des Märchens zu bewundern. Von der Stiefmutter mit ihrem Regenschirm-Hut über Dora und natürlich auch die Gewandung des Königspaars.
Hier zu sehen: Doras Ballkleid, das Gewand des Prinzen und Aschenbrödels Ballkleid und das der Stiefmutter.

Am Ende waren wir kurz im Museumsshop und haben einen Kaffee getrunken. Ich lud Frau G. dazu ein, einfach als kleiner Dank für die vergangene Therapie. Ich habe ihr dann auch ein ehrliches Feedback gegeben: was hat mir in der Therapie geholfen? Was habe ich davon mitgenommen? Und was war vielleicht schwierig für mich?

Es war so ein schöner Tag, den ich wahrscheinlich nie vergessen werde. Die Ausstellung und die vielen interessanten Fakten über mein Lieblingsmärchen haben mir sehr gut gefallen. Und auch die gemeinsame Zeit mit Frau G.!