[Podcast] Strunzehrlich

Und ebenfalls heute eine weitere Sache, die ich euch gerne zeigen darf! Mein Podcast mit „Strunzehrlich“ von Instagram hat eine Folge mit mir herausgebracht.
Ihr Beitrag dazu:

In ihrer Jugend wurde sie bereits tiefgreifend mit dem Thema der psychischen Erkrankungen konfrontiert. Heute absolviert Anna ihre Ex-In-Ausbildung @ex_in_genesungsbegleitung , um anderen Betroffenen zu helfen, einen individuellen Umgang mit ihrer Erkrankung finden zu können und leistet damit und darüber hinaus umfassende Aufklärungsarbeit.

Anna erzählt von ihrem Leben mit einer Schizophrenie-Diagnose und schweren rezidivierenden Depressionen.

❕Bitte achte beim Hören dieser Folge gut auf dich. Anna berichtet unter anderem von Psychiatrieaufenthalten, ihren Erfahrungen mit Medikamenten und selbstverletzendem Verhalten.

https://www.instagram.com/strunzehrlich/

Zu hören auf Spotify (oben eingefügt).
Sagt mir bitte, was ihr davon haltet!

Stadt mit Aussicht

Gestern ist es endlich erschienen: unser Video vom Projekt „Stadt mit Aussicht – in Zukunft tolerant“!
Von mir sind die Zeichnungen und Animationen, gemeinsam mit meiner Kollegin haben wir das Video gestaltet.
Ich bin wirklich froh, dass es so gut geworden ist, auch wenn wir alle komplette Laien waren in der Videobearbeitung.
Schaut es auch an, teilt es und sagt mir eure Meinung!

Andere Wege?

Innerhalb eines Monats zwei Medikamentenversuche: von Reagila auf Fluanxol. Wie es mir damit geht? Schwierig. Einerseits vertraue ich – NOCH – auf die antipsychotische Wirkung. Bin aber abgeschlagen, müde, unkonzentriert. Ob das Psychoseerlebnis ist oder Nebenwirkung: ich weiß es nicht.
Löwenherz kämpft gerade sehr für mich. Hat sich beim „Offenen Dialog“ Hilfe gesucht, mit dem Hintergedanken, irgendwann die Medikamente zu reduzieren – oder auf Null zu bringen.
Währenddessen kämpfe ich gegen visuelle Erscheinungen, Stimmen und Anspannung.
Ich hoffe einfach, dass es bald besser wird. Das die Sonne wieder scheint, ich Dinge genießen kann. Bis dahin, mal wieder, radikale Akzeptanz und Einatmen – Ausatmen.
Welchen Weg soll ich gehen?
Den der Schulmedizin – Medikamente?
Ohne Medikamente, mit therapeutischer Hilfe?
Oder doch etwas ganz anderes?

Ich gebe auf

Ich gebe auf: Reagila 1 : Anna 0. Seit letztem Montag nehme ich diese neue Antipsychotikum. Außer extremer Übelkeit auch keine antipsychotische oder auch antidepressive Wirkung. Ich konnte gar nicht essen und wenn, behielt ich es nicht im Magen. Also heute zu Frau Ärztin, die mir auch versicherte, SO solle das definitiv nicht laufen! Nun gebe ich also diesen Versuch auf. Und sage: Ciao, Reagila!
Dafür habe ich heute wieder ein neues Neuroleptikum verschrieben bekommen: das ziemlich alte Fluanxol. Erst einmal 5 mg zum Abend. Bitte, bitte, bitte, wirk, verdammt nochmal! Ich kann nicht mehr. Frau Therapeutin fragt nach stationärer Therapie, ich lehne jedoch ab.
Diese Psychose, diese Depression zwingt mich nicht in die Knie.
Ich bin stärker. Ich schaffe das.

Einzig-art-ICH: Meine Geschichte

Hey, ich bin Anna und bin 24 Jahre alt. Als meine Oma 2009 verstarb, fiel ich in eine tiefe #Trauer. Dann begann das #Mobbing: erst wurde ich ignoriert, dann beleidigt, mir wurde physische Gewalt angedroht, mir wurde gesagt, ich solle mich umbringen.

Ich war 13 Jahre alt und begann mich s#elbstzuverletzen. Meine Stimmung wurde #depressiv und nach den Sommerferien zu Beginn der neunten Klasse hatte ich einen #Suizidversuch. Meine Mutter brachte mich in die Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der ich ein halbes Jahr war. Im Zuge dessen wechselte ich auf eine andere Schule. Dort wurde ich gut empfangen und fand Freunde.

Als ich 16 Jahre alt wurde, kamen neue Symptome hinzu. Ich war gerade in meinem Elternhaus und putzte das Bad, als ich meinen Namen rufen hörte – jedoch war niemand da. Und in der Schule traten #Wahngedanken auf: ich vermutete, dass meine beste Schulfreundin mich töten will! Das waren die ersten Symptome der Erkrankung, die heute mein Leben bestimmt: #paranoideSchizophrenie.

Ich machte 2014 mein Abitur und zog in eine neue Stadt, wo ich studieren wollte. Nach dem Umzug entwickelte sich eine schwerwiegende #Psychose und schwere #Depressionen. Der Sozialpsychiatrische Dienst wies mich dann aufgrund der Symptome auf die geschlossene Station ein.

Ich brach das Studium ab, begann eine Ausbildung die ich ebenfalls abbrechen musste. Ein Bundesfreiwilligendienst folgte – jedoch hatte ich wieder ein Schub. Die Agentur für Arbeit sagte mir, ich werde nie arbeiten gehen können und solle in eine Werkstatt für behinderte Menschen. Doch ich ging meinen eigenen Weg. Ich begann im Oktober 2020 die Qualifizierung zum EX IN Genesungsbegleiter und arbeite seit Anfang 2021 in einem psychosozialen Verein als Betreuungskraft mit Erfahrungsexpertise.

Ich muss immer aufpassen, dass ich mich weder unter- noch überfordere. Bisher war ich knapp 14 Mal in Kliniken, nehme viele Medikamente und bin wöchentlich in Therapie. Ich gehe meinen eigenen, ganz individuellen Weg, womit es mir besser geht. Über mein Leben schreibe ich seit 2015 Blog unter www.weltkehrt.de.

Link zu der Homepage von einzig-art-ICH: https://einzig-art-ich.org

Es wird besser

Gestern hatte ich es doch tatsächlich zur Arbeit geschafft. Wir hatten im Team Arbeitsbesprechung, ich bin jedoch aufgrund der Nebenwirkungen des Reagila schon etwas zeitiger – das heißt, nach immerhin drei Stunden! – nach Hause gegangen. Nachmittags kam André aus der Studienstadt wieder und ich habe etwas Essen können, Reis mit Gemüse. Ich musste zum Glück nicht erbrechen.
Telefoniert habe ich dann mit Frau Ärztin, die meinte, wenn ich es schaffe, solle ich diese Einstellung durchstehen. Wir haben sogar die Dosis verdoppelt, um die antidepressive und antipsychotische Wirkung zu verstärken.
Außerdem habe ich erst mal zwei Wochen eine Krankschreibung – ich muss erstmal aus der Krise kommen. Dazu nehme ich Bedarf – Tavor – da es mir eben wirklich schlecht geht.
Mein Ziel? Ambulant diese Zeit meistern! Ich möchte auf keinen Fall stationär und versuche alles, um es zu Hause zu schaffen. Dazu zählen: schöne, entspannende Dinge wie zeichnen, zurückfahren, gesund Leben (zB moderate Bewegung, gesundes Essen) und an mir arbeiten.
Ich hatte schon so viele Krisen und ich habe sie alle durchgestanden. Das zeigt mir, dass ich mehr Kraft habe, als ich denke.
Das Blog schreiben tut mir gut – das habt ihr bestimmt schon gemerkt – da ich aktuell wieder viel mehr blogge als die letzten 1-2 Jahre.
Deswegen lasse ich euch gerne an meinem Leben teilhaben.
Bald kommen auch längst überflüssige Rezensionen, also, seid bereit …

Anders als erwartet

Da sind sie wieder: die Nebenwirkungen. Ich nehme seit gestern zum Morgen eine Tablette Reagila, 1,5 mg, die Einstiedsdosis. Und es geht mir so schlecht. Angefangen mit Unruhe, Angstzuständen und dann mit Magen-Darm-Problemen. Ich saß auf Toilette und musste gleichzeitig einen Eimer in den Händen haben, da ich sowohl Durchfall als auch schwere Übelkeit mit Erbrechen habe. Seit dem bekomme ich nichts herunter und trinke nur Wasser, weil mir von allen anderen Sachen (Kaffee, Saft, Milch) noch übler wird.
Deswegen habe ich mich in der PIA gemeldet und der Vertretungsarzt von meiner Frau Ärztin, meinte das das am Anfang vielen so geht. Das tröstet mich nicht, da meine Symptome gerade wirklich nervig sind, aber zumindest ist es nicht schlimm oder in irgendeiner Art und Weise unüblich oder gefährlich.
Da heißt es nur: Aussitzen.
Die Arbeit musste ich heute absagen, ich hätte es nicht zur Bahnhaltestelle geschafft.
Drückt mir die Daumen, dass es bald wieder besser wird.
Ich habe hohe Erwartungen an die neue Medikation. Vielleicht manövriert mich das aus der beginnenden Psychose.

Pharmakologische Herausforderung

Es geht mir nicht gut. Wirklich nicht. Ich bin 24/7 am Kämpfen, versuche Ängste wie einen Kloß im Hals herunterzuschlucken. Bin angespannt, nervös, verängstigt. Aber es muss weiter gehen. Klinik ist aktuell keine Option. Deswegen hat Frau Therapeutin veranlasst, dass ich zeitnah zu Frau Ärztin kann – wo ich dann Freitagmorgen auch war.
Es gibt etwas Neues an der Pharma-Front: Reagila. Ein sehr neues, vielversprechend klingendes Antipsychotikum mit gutem Wirkprofil und verhältnismäßig geringen Nebenwirkungen. Seit gestern nehme ich die kleine weiße Pille und hoffe, dass sich bald erste Verbesserungen dazu einstellen. Erst einmal 1,5 mg – kann aber bis 6 mg dosiert werden. Ich bin gespannt. Was macht dieses neue kleine Wunder? Hoffentlich die Ängste, das Misstrauen und die Negativsymptomatik eingrenzen. Den Stimmen einen Dämpfer verpassen und endlich aus der Talfahrt kommen.
Zu meinem bisherigen Verlauf sagte Frau Ärztin dann: Sie sind eine Herausforderung. Von A wie Abilify bis Z wie Ziprasidon hab ich schon viel durch. Immer wieder bremsen mich jedoch Nebenwirkungen. Das Amilsuprid, welches ich kürzlich abgesetzt habe, half gut. Nur hatte ich dadurch einen massiv erhöhten Prolaktinwert und damit: unregelmäßiger Zyklus und – was noch bedeutend schlimmer ist – Milchfluß. Ich habe mich damit so eklig gefühlt, dass es keine Option war, dieses Medikament weiterhin zu nehmen.
Nun also Versuch die hunderttausendste….hoffen wir, dass das Reagila mich aus dieser Krise führt. Wünscht mir Glück.

Artikel: Interview mit Anna Kunze über Schizophrenie

Mobbing, Depressionen, Schizophrenie und zwei Suizidversuche: Mit Mitte 20 hat Anna Kunze schon viel erlebt. Heute klärt die junge Frau andere über ihre Erkrankung auf. Ihr Ziel: Sie will die öffentliche Stimme der Schizophrenen werden.

Am Freitag wurde ein Beitrag auf Brigitte.de von mir veröffentlicht!
Schaut doch mal rein und schreibt mir eure Meinung.

Brigitte.de – Schizophrenie ist eine seelische Behinderung

Der Link: https://www.brigitte.de/liebe/persoenlichkeit/anna-kunze—schizophrenie-ist-eine-seelische-behinderung–12521912.html

„Die Wunschperle“ von Uwe Heidschötter und Patrick Wirbeleit

Anton, die kleine, grüne Schildkröte, ist traurig. Immer. Weder eine Fahrt auf dem Tentakel-Karusell noch seine Leibspeise können ihn aufmuntern. Weil das auch seinen beiden Geschwistern, seinen Eltern und dem Opa auffallen, kommt Anton in die Wellenklinik. Dort lernt er viele andere Kinder kennen: den Orka Beißer, der vor allem Angst hat, den st-st-st-otternden Splutter, Tom, der eine Essstörung hat und der aufgedrehte Zack.
Mit der Hilfe von Dr. Gibraltar und anderen Therapeuten lernt Anton, mit seiner Depression umzugehen. Er findet in den Mitpatienten Freunde und macht sich letztendlich auf die Suche nach der geheimnisvollen Wunschperle.
Währenddessen müssen Antons Geschwister mit Stigmatisierungen kämpfen: wenn einer in der Familie „verrückt“ ist, sind es alle Anderen auch. Sein Bruder Oskar wird beispielsweise aus seiner Sportmannschaft geschmissen, er wird konfrontiert mit Unverständnis und Vorurteilen.

Das Buch ist ein Comic und wirklich wunderschön illustriert. Ich empfehle das Buch für Kinder mit psychisch kranken Geschwistern, aber auch allen anderen Interessierten.
Es ist kindgerecht erzählt und gestaltet, auch als Erwachsener kann man der Geschichte gut nachfühlen – gerade wenn man selbst Erfahrungen mit psychischen Störungen gemacht hat oder Angehöriger ist.

Es eignet sich sicher auch gut zum Vorlesen und schafft Raum für eigene Gedanken und Fragen bezüglich psychischer Erkrankungen.
Für mich definitiv eines der besten Kinderbücher zu diesem Thema!