Von Ullersdorf ging es dann für mich nach Dresden. Von 17 km Strecke führten dabei 15 km durch den Wald. Ohne Musik auf den Ohren, einfach die Stille des Waldes genießen. Dort raschelte es im Unterholz, dort rief ein Vogel, der Specht hämmerte und die Sonne ließ den Tau auf den Halmen glitzern.
Die dritte Etappe war wirklich wunderschön und führte mich dann zur Staufenbergallee in Dresden. Von dort lief ich zum Albertplatz in der Neustadt und fuhr mit der Bahn in die Innenstadt.
Ich traf mich dann mit André in einem meiner Lieblingscafés, wo wir etwas tranken und dann ging es nach Hause. Kiki und Kaja freuten sich, dass ich endlich wieder da war.
Im heimischen Bett schlief es sich besser. Am nächsten Morgen ging dann meine Reise jedoch weiter nach Tharandt. Von dort ging es weiter, entlang des Jakobsweges.
Der erste Tag mit seinen Anstrengungen hatten mich etwas geschwächt, aber weiter gings. Ich habe gesehen, dass es einen kleinen Tierpark in Bischofswerda gab, wenige Straßen von meiner Herberge entfernt. Dort waren hauptsächlich heimische Tiere untergebracht und man konnte entspannt durch die kleine Parkanlage laufen. Dabei waren viele Mitarbeiter:innen Menschen mit Behinderungen, beispielsweise an den Kassen oder bei der Reinigung der Gehege. So geht Inklusion!
Anschließend bin ich zum Altmarkt in Bischofswerda gelaufen und schrieb die ersten Zeilen in mein Reisetagebuch. Ich hatte extra ein schönes Notizbuch gekauft und zwei Stifte eingepackt, um ein wenig zu reflektieren und eine schöne Erinnerung niederzuschreiben. Als ich dort saß und schrieb wurde ich aufgrund der Jakobsmuschel an meinem Rucksack von einer Dame angesprochen, die bereits den Franziskusweg in Italien gelaufen war. Wir unterhielten uns und ich fand es einfach schön, wie der Jakobsweg Menschen zusammenbringt. Weil mir dann doch etwas kalt wurde, bin ich in einen Laden gegangen und habe mir spontan noch einen Pullover gekauft.
Dann kürzte ich meine Strecke etwas ab und lief zum Bahnhof, um dann zwei Stationen Zug nach Radeberg zu fahren,. Vom Bahnhof ging es dann zu meiner zweiten Unterkunft nach Ullersdorf.
Weil ich etwas Zeit übrig hatte, trank ich noch einen Kaffee in einer Bäckerei und danach ging’s zu meiner Herberge.
Links ist eine schöne Stempelstelle an meiner Herberge zu sehen und rechts ein Bild von der kleinen Küche, die zu meinem Zimmer gehörte. Da es in Ullersdorf nicht wirklich Gastronomie oder Supermärkte gab, wurde mir von der Herberge empfohlen etwas zu essen zu bestellen. Leider gab’s auf der regulären Karte kein vegetarisches Gericht, aber man konnte sich selbst einen Nudelauflauf zusammenstellen. Und dann der nächste Knackpunkt: der Mindestbestellwert. Also musste ich noch eine Limo dazu kaufen.
Ich hatte wieder ein eigenes Bad, wie bereits in der ersten Herberge, und sogar einen kleinen Fernseher. Eigentlich wollte ich nach dem Abendessen noch eine Runde spazieren gehen, aber es regnete wieder.
Am nächsten Morgen ging es wieder zeitig los und ich startete Etappe drei.
Check, Check! Es ist der 16. August und der Rucksack ist gepackt. Die Zugverbindung führt mich vom Dresdner Hauptbahnhof nach Bautzen. Ich bin aufgeregt und wippe nervös mit überkreuzten Beinen.
Ankunft am Bautzner Dom, wo die Strecke des Jakobsweges für mich beginnt. Es ist zwar bewölkt, aber das Wetter ist schön und ich starte frohen Mutes in mein Abenteuer. Ich habe den Reiseführer in der einen Hand, das Handy in der Hosentasche und mache mich nun auf die Reise den gelben Jakobsmuscheln nach. Zeigt das untere Ende der Muschel nach links, geht auch der Jakobsweg nach links, wenn die Muschel nach oben zeigt, geradeaus, und wenn sie nach rechts zeigt, zweigt auch der Weg nach rechts ab.
Ich laufe die ersten Meter, als plötzlich ein starker Regen ausbricht. Regenjacke an, Schutzhülle über den Rucksack und weiter gehts. Nur leider wird das Wetter nicht besser! Nach wenigen Kilometern bin ich durchnässt, auch meine Wanderschuhe halten den Regen nicht mehr ab.
Auf dem linken Bild ist die schöne Kirche in Göda zu sehen, die ich am ersten Tag passiert bin. Rechts ein Beispiel, wie man sich auf dem Jakobsweg orientiert.
Nachdem ich mich in Demitz-Thumitz im Wald verlaufe, versuche ich mich mithilfe Google Maps zu orientieren. Zu meiner ersten Herberge in Bischofswerda sind es noch einige Kilometer. Der Regen setzt immer wieder ein, während es gewittert laufe ich über Felder und hoffe, dass der Blitz mich nicht trifft.
Irgendwie komme ich auf einer Bundesstraße ohne Gehweg heraus. Ich laufe diese Straße 2 Stunden entlang, komme dann endlich in Bischofswerda heraus und nach einem kurzen Abstecher im Supermarkt komme ich in der ersten Herberge bei einer netten älteren Dame an. Sie hat im Keller zum Glück einen Trockenraum, wo ich Hose, Shirt und Schuhe trocknen kann. Nach einem kurzen Abendessen auf meinem Zimmer (ein kleiner Raum mit Bett und Kommode) dusche ich noch und gehe dann zeitig zu Bett.
Der Schlaf ist tief und traumlos, aber erholsam. Nach der Morgentoilette gehe ich zu Frau V. und wir frühstücken zusammen und plaudern über dieses und jenes.
Dann packe ich die halbwegs trockenen Sachen und starte in Tag zwei.
Und, weil es so schön ist, noch die Komoot-Anzeige von meiner Wanderung.
Seit 2015 (oder vielleicht noch länger…) möchte ich unbedingt einmal pilgern. Als der Gedanke aufkam, war für mich relativ schnell klar, dass ich es sicherheitshalber nicht direkt in Spanien versuchen möchte, sondern direkt vor der Haustür. So kam ich zu der Idee: den sächsischen Jakobsweg zu laufen. Von Bautzen 300 km lang bis nach Hof.
Die letzten beiden Sommer hatte ich ja die Praktika meines Studiums, weswegen es nicht ging, und die Jahre zuvor war meine psychische Verfassung nicht gut genug und psychotisch allein durch Sachsen zu laufen bereitete nicht nur mir Bauchschmerzen.
Aber dieses Jahr ist es soweit und ich nehme meine erste Fernwanderung in Angriff! Am Montag, den 17. August, fahre ich mit dem Zug nach Bautzen und starte dann die Wanderung gen Hof. 15 Etappen habe ich geplant, mit durchschnittlich 25 km am Tag.
Ja, ich bin sehr aufgeregt bis ängstlich, aber ich möchte mir selbst auch beweisen, dass ich das schaffen kann. Und falls irgendetwas ist, ich nicht mehr kann, dann steige ich einfach in den nächsten Zug und fahre nach Dresden zurück. Dieser Gedanke beruhigt mich etwas. Aber dennoch möchte ich nicht vorzeitig aufgeben, sondern einfach versuchen so weit wie möglich zu kommen.
Von daher werden die nächsten 2-3 Wochen keine Blogbeiträge von mir kommen, da ich so minimalistisch wie möglich pilgern möchte.
Danach gibt’s dann aber bestimmt einen ausführlichen Blogpost meinerseits! Wünscht mir viel Glück!
Leider lief die Prüfung nicht wie erhofft. Es waren sehr viele Aufgaben für die kurze Zeit und in einem Teil (Management) hatte ich einen totalen Blackout. Ich hatte mich eigentlich gut vorbereitet, hatte mich sehr angestrengt, aber es hat leider nicht gereicht. Zumindest ist es tröstlich, dass ich noch einen Zweitversuch habe. Dieser wird aber vermutlich mit meiner Bachelorarbeit und dem erhofften Ende des Studiums kollidieren – ich weiß noch nicht, wie ich das mache und wie es dann aussieht. Aber vorerst versuche ich den Gedanken an die verpatzte etwas beiseite zu schieben, ändern kann ich es schließlich nicht mehr.
Am nächsten Dienstag steht eine große, schriftliche Arbeit in der Uni auf dem Plan. Es gibt dabei drei Bereiche, in denen Fragen und Erläuterungen abgefragt werden. Einmal den Bereich Recht und zwei verschiedene Ansichten im Bereich Organisationskultur und Sozialmanagement.
Ich lerne zwar schon einige Zeit dafür, aber ich habe so extrem Prüfungsangst. Ich habe mir die wichtigsten Themen und Erklärungen auf Karteikarten übertragen und gehe dies mehrfach durch, aber ich bin sehr angespannt und aufgeregt. Auch habe ich Druck, alle drei Bereiche in nur anderthalb Stunden zu schaffen.
Mein Anspruch ist nicht einmal eine gute Note, sondern einfach das ich bestehe. Und da bin ich mir nicht mal sicher. Natürlich lerne ich gut und versuche auf mich zu achten – körperlich als auch geistig. Aber dennoch ist da diese lähmende Angst und die Befürchtung, was passiert, wenn ich nicht bestehe.
Bitte drückt mir am Dienstag alle vorhandenen Daumen!
Nach 12 Jahren Dreads habe ich mich Mitte Juni von ihnen verabschiedet. Ich habe diese Frisur sehr gemocht, aber es war Zeit für etwas Neues. Beim Friseur wurden die Dreads großzügig abgeschnitten und die Ansätze raus gekämmt, dann als Kurzhaarfrisur geschnitten und gefärbt.
Ich finde meine „neuen Haare“ auch sehr schön, aber ungewohnt ist es dennoch. Aber meine Dreads waren einfach sehr lange Teil von mir, da ist es nur verständlich das ich mich daran gewöhnen muss.
Ich habe wirklich lange nichts von mir hören lassen…Eigentlich gibt es nichts interessantes zu erzählen. Mittlerweile bin ich ein Jahr älter, das Sommersemester neigt sich dem Ende hin und ich lerne für meine nächste Klausur am 14. Juli.
Mitte Mai habe ich mir meinen linken Arm (genauer: Radiuskopf) gebrochen, weil ich beim Rollschuhe fahren nach hinten gekippt und auf dem Ellbogen gelandet bin. 2,5 Wochen Gips und etwas Schonung. Gerade wo es so warm war, war der Gips eine echt nervige Angelegenheit.
Ende Mai ist dann einer meiner langjährigsten Freunde plötzlich verstorben, im Alter von nur 39 Jahren. Zwei Tage vorher haben wir noch über WhatsApp geschrieben.
Die Hitze habe ich zum Glück ganz gut ertragen können, aber Kiki und Kaja hatten ganz schön zu tun. Ich war am Sonntag im Mockritzer Naturbad und konnte mich da etwas abkühlen.
Ansonsten besteht mein Alltag aktuell aus Uni und Lernen, Haushalt, Ehrenamt und Überleben. Psychisch geht es mir eigentlich ganz gut, aber ich muss aufpassen, dass ich mich nicht stressen lasse und auf mich acht gebe.
Ich schreibe heute eine Empfehlung für eine Studie, die aktuell an der TU Dresden durchgeführt wird.
Worum geht es?
Die Studie untersucht die Kommunikation zwischen Betroffenen und Angehörigen. Im Fokus steht der sogenannte „High Expressed Emotion“ (HEE)-Stil, der durch starke emotionale Beteiligung sowie häufige Kritik gekennzeichnet ist und Rückfälle begünstigen kann.
Ziel der Studie
Untersucht wird ein Entstehungsmodell, das folgende Bereiche berücksichtigt:
Empathiefähigkeit (Einfühlungsvermögen)
Emotionsverarbeitung (z. B. Scham- und Schuldgefühle)
Vor zwei Wochen stand plötzlich dunkler Raum in meiner Wohnung. André war nicht da. Ich bekam Angst und meine Gedanken kreisten. Was sollte ich tun? Die Polizei und die Feuerwehr rufen? Die Nachbarn um Hilfe bitten? Was macht man in so einer Situation?
Natürlich wurde die Angst nicht kleiner, im Gegenteil. Doch dann versuchte ich mich an Techniken aus der Therapie und dem metakognitiven Training zu erinneren.
Mein Gedanke: Wenn es wirklich irgendwo brennt und der Rauch wirklich da ist – müssten dann nicht die Rauchmelder angehen?
Doch was, wenn die Rauchmelder manipuliert sind? Das sie jemand vorher ausgetauscht hat, weil er oder sie oder wasauchimmer wusste, dass es den Rauch geben wird?
Dann sah ich aber Kiki und Kaja. Und sie schliefen ruhig, schnurrten mich leise an und zwinkerten mir zu. Das war der Realitätscheck, den ich brauchte.
Wenn der Rauch da wäre, es brennen würde, dann würden so hochsensible Tiere nicht schnurrend auf dem Sofa liegen. Und das zeigte mir: der Rauch war nicht echt. Nirgends brannte es. Es war nur in meinem Kopf.
Als Belohnung erhielten beide eine faire Bezahlung in Höhe von drei Leckerlis. Und ich war beruhigt und konnte mich und meine Ängste regulieren. Kiki und Kaja hatten sich bewiesen als meine metakognitiven Katzen.