Update Januar/Februar 2026

Update – Studium
Das Wintersemester 2025/2026 ist geschafft.
Ich habe außerdem das Ergebnis bekommen für meinen Praxisbericht und ich bin sehr zufrieden damit! Im sozialpädagogischen Teil habe ich eine 1,7 bekommen und im rechtlichen Teil eine 3,0, was summa summarum 2,3 macht – eine Leistung, mit der ich sehr zufrieden bin!
Vor zwei Wochen habe ich auch noch eine Klausur geschrieben mit einem rechtlichen und politikwissenschaftlichen Teil, warte aber noch auf das Ergebnis. Es war sicherlich keine Glanzleistung, aber ich denke dennoch, das es zum Bestehen reicht.
Nun stehen noch zwei schriftliche Prüfungen aus, eine Fallstudie und ein Portfolio. Da ich da freie Themenwahl habe, denke ich auch, dass es ganz gut werden wird.

Update – Ehrenamt
Ende Januar habe ich den Kurs bei Animando für die Seniorenbegleitung abgeschlossen. Nun warte ich noch auf mein „Match“ mit einem Senior, der zu mir passt – darauf freue ich mich schon sehr!

Update – Kiki und Kaja
Unsere beiden Mädchen haben Silvester gut überstanden. Ich hatte mir so große Sorgen gemacht, da beide eigentlich sehr empfindlich auf Geräusche reagieren. Aber sie haben die Silvesternacht ruhig und entspannt überstanden.
Die beiden werden auch von Woche zu Woche lieber, zugewandter und freundlicher. Sie fühlen sich sichtlich wohl bei uns und konkurrieren auch nicht mehr miteinander, wie es anfangs der Fall war.

Update – Autofahren
Ende Januar habe ich einen neuen Meilenstein in meiner Karriere als Autofahrerin erreicht: eine komplette Fahrt von Meerane (Andres Heimat) nach Dresden – über die Autobahn im dunkeln nach Hause. Es war nicht einfach für mich und hat mich ganz schön gefordert, aber ich war wirklich sehr stolz auf mich! Kurz vor Ende der Fahrt war ich einen Moment unaufmerksam und habe ein Auto hinter mir übersehen, aber der Fahrer hat gut reagiert sodass nichts passiert ist. Aber ich denke, mit etwas Übung wird das schon mit mir und dem Autofahren!

Update – Familie
Anfang Januar kam mein Großvater ins Krankenhaus und erhielt später die Diagnose: fortgeschrittener Speiseröhrenkrebs. Er wird nun mit Bestrahlung therapiert. Wie es weiter geht, wissen wir alle nicht…

Update – Therapien
Ich gehe nun regelmäßig in die Selbsthilfegruppe für schizophrene Patienten meiner Psychiaterin und bin auch weiterhin in psychotherapeutischer Behandlung. Leider ist meine Soziotherapie nun ausgelaufen – über unseren letzten Termin schreibe ich noch einen eigenen Eintrag!

Wie geht es mir?
Es schwankt gerade sehr. Es gibt Tage, da geht es mir wirklich gut und ich schaffe auch viel, insbesondere im Haushalt merke ich das. Ich bin viel ordentlicher als ich es je war und auch das Reinigen und Aufräumen fällt mir sehr leicht aktuell.
Dann gibt es aber Momente voller Ängste und Zweifel…leichtem Stimmenhören und Anspannung. Skills helfen jedoch ganz gut oder auch ein Bedarfsmedikament nehmen.

Ich versuche wieder öfter und regelmäßiger zu schreiben, was im Alltag manchmal untergeht. weltkehrt ist im Januar übrigens 11 Jahre alt geworden!

Das Jahr 2025

Die Statistiken
– Beiträge: 485 (+22)
– Kommentare: 400 (+ 55)

Dem schlimmste Moment des Jahres

Am 14. April mussten wir unseren 18 jährigen Kater Nathan gehen lassen. Nathan zog im Sommer 2017 zu uns nach Dresden und hat unser Leben in allen Aspekten bereichert. Das kleine „Dreibeinchen“ war immer an unserer Seite, verschmust, lieb, eben mein kleiner Felltherapeut. Bei einer Untersuchung kam dann heraus, dass er multiple Tumore an der Leber und im Bauchraum hat. Wir ließen ihn gehen, mit Tränen in den Augen und einem zerrissenen Herzen. Nathan war unser Begleiter über viele Jahre und einfach ein ganz besonderer, kleiner Junge.

…folgt der schönste Moment

Im Juli sind dann die beiden Katzenschwestern Kiki (die Schildpatt) und Kaja (die Calico) bei uns eingezogen, die wir aus dem Tierheim Freital adoptiert haben. Die beiden Wirbelwinde haben unseren Haushalt auf den Kopf gestellt! Sie sind beide noch jung, daher verspielt und aufgeschlossen. Sie lieben es, Schnürsenkel und Plüschtiere zu jagen, schlafen auf uns, unter uns und mit uns, spielen mit uns und miteinander. Die Beiden sind das komplette Kontrastprogramm zu unseren bisherigen Senioren (Molli und Nathan).

Kiki und Kaja sind frech, lieb, verschmust, mutig und sensibel, freundlich, aufgeschlossen und verspielt. Ich bin so froh, die beiden zu haben und freue mich auf viele gemeinsame Jahre!

Was ich dieses Jahr geschafft habe:

  • Der größte Erfolg war es, dass Praktikumssemester in einer Werkstatt für behinderte Menschen absolviert zu haben. Von Ende Februar bis Ende August habe ich dort mein Praktikum geleistet und es war eine tolle Erfahrung. Ich habe viel gelernt, nicht nur von Arbeitsabläufen und Koordination, sondern über verschiedenste Menschen und deren Problemlagen, durfte tolle Leute kennenlernen und viel für mich und meinen weiteren Lebensweg mitnehmen.
  • Weitere Abnahme von insgesamt 42 kg seit OP im Oktober 2024. Ich bin wesentlich fitter, was auch daran liegt das ich wieder regelmäßig Sport (Yoga, Cardio- und Krafttraining) mache und fühle mich einfach viel wohler mit mir, meinem Körper und meiner Gesundheit. Das habe ich zum Beispiel auch beim vielen Wandern im Urlaub gemerkt.
  • Kontakt zu lieben Menschen, alten und neuen Freunden. Viele schöne Treffen, tolle Gespräche, lustige Momente.
  • Mein Hobby Theaterspielen wieder aufgenommen und bei „Contadina und die Schneckenplage“ mitgespielt.
  • Zum ersten Mal in meinem Leben alleine Auto gefahren, als ich André zum Bahnhof geschafft habe, dann alleine wieder zurück und ihn dann eine Woche später wieder abgeholt. Generell wieder öfter Auto gefahren und auch eine Nachtfahrt von Coswig nach Dresden zurück über die Landstraße.
  • Eine große Veränderung fand im Inneren und im Haushalt statt. Ich bin wesentlich ordentlicher und sortierter geworden. Sauber machen, Aufräumen, Ausmisten – das fällt mir so viel leichter. Die Wohnung ist allgemein weniger unordentlich, zu den Jahreszeiten und Festen dekoriert, sauberer und weniger zugestellt und zugemüllt. Haushalt und Aufräumen war seit meiner ersten Wohnung ein einziger Kampf, der mir sehr schwer fiel. Aber es geht mir nun viel leichter von der Hand und macht mir auch irgendwie Freude!
  • Auch das ich neue und alte Rezepte ausprobiert habe und meine Ernährung wesentlich ausgewogener und gesünder geworden ist. Klar, wir bestellen auch ab und zu mal Essen, aber im Großen und Ganzen koche ich fast täglich und versuche mich an kalorienärmeren Gerichten und Einbau von viel Protein.
  • Uni und damit verbundene Arbeiten gut geschafft – zwar in einem Teilmodul durchgefallen, aber ansonsten gute Leistungen erzielt. Ende Januar steht eine Klausur an und im Februar zwei Hausarbeiten, aber da bin ich sicher das ich auch das erfolgreich absolviere.
  • Ich war wieder in der Selbsthilfegruppe meiner PIA zum Thema Schizophrenie und konnte schon einige wichtige Themen mit den Anderen besprechen.

Was ich mir für das neue Jahr 2026 wünsche:

  • Die letzten Kilos abnehmen und Muskelmasse aufbauen.
  • Hobbys, die ich eher stiefmütterlich behandelt habe, wieder aufnehmen. Dazu zählt insbesondere das Zeichnen (ganz wichtig!) und der Skizzentreff, Rollschuh fahren endlich lernen und Klavier sowie Gitarre spielen. Auch: Aufträge suchen, annehmen, ausführen.
  • Beginnen mit dem GeNau-Programm Kontakt zu Senior:innen aufnehmen und mit diesen Zeit verbringen. Eventuell neben dem Studium in einer Tagesstätte o.Ä. aushelfen.
  • Weiterhin erfolgreich die Module des Studiums abschließen und die Prüfungen gut überstehen.
  • Vorträge und Präsentationen halten und vielleicht ergibt sich mal wieder etwas in den Medien? Es würde mich freuen….

Ach, ich danke euch allen sehr für das Jahr 2025. Noch nie in all den Jahren habe ich so viele Menschen auf meinem Blog gehabt, so viele liebe Kommentare und Mails erhalten und generell wertvolle Rückmeldungen und Feedback.

Ich wünsche euch, lieben Lesern, einen guten Jahreswechsel und einen guten Start ins neue Jahr 2026.

Wir lesen uns!
Liebe Grüße,
eure Anna

Negative Kommentare

Ich glaube jeder Mensch, der irgendwie in den sozialen Medien ist, hat es schon einmal erfahren: negative Kommentare. Ob man davon als Adressat betroffen ist, nur Leser solcher Kommentare oder man sogar vielleicht in der Rolle des Kommentierenden ist, es gehört fast schon dazu.

Glücklicherweise darf ich relativ wenige, negative Kommentare über meinen Blog, die Fernsehauftritte oder Ähnliches lesen. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass es mich nicht irgendwie betrifft. Im Gegenteil. Ich nehme es mir zumeist sehr zu Herzen.

Am Sonntag kam „Anna und die Stimmen im Kopf“ als Wiederholung im TV und wurde auf der Facebook-Seite des MDR vorgestellt mit einem Bild und einem Zitat aus der Doku. Stand jetzt (09.12.2025 um 16 Uhr) hat der Beitrag knapp 150 Kommentare und über 700 Likes. Und auch hier sind schätzungsweise 90 % der Kommentare aufmunternd, positiv und bestärkend. Ich habe aber für diesen Beitrag drei negative Kommentare exemplarisch als Screenshot für euch.

Ja, die Kommentare sind öffentlich und die Poster:innen haben ihren (Klar-) Namen über ihrem Beitrag stehen. Ich habe mich jedoch entschlossen, die Namen zu verpixeln.

Ich weiß nicht ob er/sie meinen MDR-Beitrag gesehen haben, doch ich denke, dass dem nicht so ist. Denn meines Wissens wurde dabei erwähnt, dass ich die Schule mit einem sehr guten Abitur abgeschlossen habe.
Ich habe dem/der Ersteller:in auch einen Kommentar da gelassen:

Ich bin zur Schule gegangen und habe ein einser Abitur geschrieben und studiere mittlerweile im Bachelor… Aber es gab Phasen in meinem Leben wo es nicht ging und ich bin dankbar dafür, dass diese Zeiten hinter mir liegen und ich nun ein relativ normales Leben führen kann.

Und selbst wenn ich weder Schul-, noch Ausbildungs- oder Studienabschluss hätte: es würde mich nicht weniger zu einem Menschen machen. Ich war viele, viele Jahre nicht im „System“, konnte nicht arbeiten und es stand im Raum, dass ich als Beschäftigte in einer WfbM anfange.

Ich leide nun einmal unter einer sehr schweren, chronischen Erkrankung. Und viele Menschen, die dieselbe Diagnose teilen, können keinen Abschluss machen und arbeiten. Das liegt nicht daran, dass sie faul sind oder Sozialschmarotzer, sondern eben krank.

Als ich meine Diagnose erhielt, habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, Bücher über die Erkrankung zu lesen und habe auch viel Zeit im Internet verbracht. Es gibt leider nur wenige deutschsprachige Blogs über Schizophrenie, bei Instagram und TikTok mittlerweile etwas mehr Creator:innen. Das andere Menschen diese Erkrankung öffentlich machen, hilft Betroffenen wie Angehörigen meiner Meinung nach sehr. Natürlich muss niemand Außenstehendes gut finden, was ich tue. Aber die positiven Kommentare bestätigen eigentlich, dass meine Arbeit wichtig und wertvoll ist und ich kann stolz behaupten, dass ich schon vielen Menschen helfen konnte, sei es über meine Aufklärungsarbeit, meine Öffentlichkeitsarbeit oder im persönlichen Kontakt.

Puh. Ich muss sagen, dass hat mich wirklich etwas getroffen.

Hier noch einmal, warum ich das hier überhaupt tue: Schizophrenie ist eine (noch immer) stark tabuisierte und stigmatisierte Erkrankung. Viele Betroffene und deren Angehörige verstecken sich, denn die Reaktionen, die sie erfahren, sind geprägt von Vorwürfen und Unverständnis. Schizophrene gelten als gefährlich und sind eine Gefahr für die Gesellschaft.

Mein engeres Umfeld betrifft meine Erkrankung natürlich am meisten. Es gab schon so viele schwierige Zeiten, in denen insbesondere André als auch meine Familie an ihre Grenzen gekommen sind.

„Breittratschen“ hilft aber Menschen: ich erreiche ebenfalls Betroffene, kann zukünftige Pflegefachkräfte und Polizisten schulen im Umgang mit Schizophrenen, kann aber auch dem „Otto Normalverbraucher“ etwas über eine Lebensrealität unterrichten, mit denen nicht viele Menschen Kontakt haben.

Ich danke jedem, der mich auf meinem Weg begleitet, meine Artikel liest und teilt. Meine Doku anschaut, meinen Blog aufruft und auch Mails an mich verfasst.

Und den anderen 90 %, die schöne, positive und wertschätzende Kommentare hinterlassen – Danke für eure Unterstützung.

Da ist der November auch schon wieder zu Ende….

Ohje, dabei wollte ich doch wieder regelmäßiger schreiben.

Ich habe eigentlich nicht besonders viel zu berichten. Psychisch geht’s mir immer noch nicht so gut, aber es kam zum Glück zu keiner weiteren Selbstverletzung. Ich bin gerade „Kopf depressiv“ aber nicht „Körper depressiv“. Das ist etwas schwer zu erklären: meine Gedanken sind durchaus depressiv und schwermütig, erschöpft und gestresst. Aber ich bin hochfunktional, schaffe Haushalt, Kochen, Einkaufen und bin körperlich aktiv und immer irgendwie unterwegs, seien es Termine, Selbsthilfegruppen, Treffen und so weiter. Ich „schaffe“ objektiv also viel, aber fühle mich psychisch einfach nicht gut.

Aber eine schöne Sache kann ich berichten: Ich mache gerade einen Lehrgang des GenAu Programms um Senioren im Alltag zu begleiten. Anfang November war der erste Teil des Lehrgangs, ähnlich wie bei EX IN von Freitag bis Sonntag. Morgen bis zum ersten Advent ist dann der zweite Schulungsblock und danach hab ich es auch schon geschafft. Ein erneutes Führungszeugnis ist dafür ebenso beantragt und ich freue mich riesig, wenn ich irgendwann einen Senior:in als Partner habe für Austausch und schöne Momente.

Die Vorweihnachtszeit werde ich entspannt verbringen. André hat dieses Jahr auch zum ersten Mal Bereitschaft über die Weihnachtsfeiertage. Da werden wir es uns zu zweit (nein: zu viert, Kaja und Kiki sind ja auch da) schön machen! Und im Neujahr feiere ich mit André 12 Jähriges – unglaublich, wie lange wir schon zusammen sind!

Neuer Monat, neues Glück?

Irgendwie war der Oktober kein besonders schöner Monat für mich – obwohl er doch mein Lieblingsmonat ist!

Der November kann nur besser werden. Schätze ich.

Neben dem Stress mit der Uni, den vielen Vorlesungen, neue Kommiliton:innen und natürlich der wichtigste Punkt: der Praxisbericht. Dieser hing über mir wie das Schwert des Damokles und drohte herab zu sausen um mir den Kopf abzuschlagen. Jetzt ist die Arbeit ja abgegeben, wie ich im letzten Beitrag berichtet habe, jedoch habe ich große Angst vor der Bewertung. Ändern lässt es sich nicht mehr, aber ich hoffe einfach so sehr, dass es zumindest genügend ist.

Dann standen noch ein Haufen Termine auf der Agenda, dann möchte man ja auch noch irgendwie leben und Familie, Freunde, Haustiere, Uni, Haushalt und was weiß ich noch alles unter einen Hut bringen.

Und dann kam der Worst Case. Mir ging es die letzte Woche sehr, sehr schlecht. Ich habe mich dann auch etwas abgekapselt von Freunden und meiner Familie und dann kam noch erschwerend hinzu, dass André nicht da war. Kiki und Kaja waren dabei ein guter Grund, nicht aufzugeben. Dennoch hatte ich in der letzten Woche zwei schwere Rückfälle und fühle mich damit (selbstverständlich) sehr unwohl. Ich bin auch richtig wütend auf mich selbst. Ich dachte eigentlich, dass das selbstverletzende Verhalten ein Thema aus der Vergangenheit ist. Da wurde ich eines besseren belehrt.

Nun gut. Kopf hoch. Der November kann nur besser werden!

Eintrag vom 29.10.2025

Der Praxisbericht ist abgegeben. Am Montag die digitale Version (auf die es letztendlich ankommt) und heute noch der Druck, welcher im Prüfungsamt abgegeben werden muss. Damit ist das endlich geschafft. Ob ich bestehen werde – ich hoffe es. Ich bin wirklich einfach nicht der Typ fürs wissenschaftlich und insbesondere für das juristische Vorgehen. Im Praktikum habe ich gelernt, dass ich wohl doch eher praxisorientiert bin. Und ich denke, dass dies bei der sozialen Arbeit wichtiger ist als die allerbesten Noten in Recht oder ähnlichem.

Aufgrund dessen und anderer Schwierigkeiten ging es mir die letzten Tage nicht gut. Manchmal habe ich das Gefühl, dass alle denken, ich bin tough, stark und wuppe das alles irgendwie. Aber ich habe auch Downphasen, Probleme, Konflikte. Ich bin nicht immer stark und stehe für mich ein. Manchmal bin ich launig, zickig, wütend, traurig, angespannt. Und dann kommen Phasen, in denen ich denke, ich drehe durch, ich werde verrückt und kann nicht mehr so weiter machen. Dann denke ich, es wäre besser, wenn das irgendwie ein Ende findet. Ohne konkrete Suizidgedanken zu haben, einfach den Sinn dieses Lebens zu hinterfragen. Einfach „kein Bock mehr haben“. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, was dabei helfen würde, alles gerade zu rücken – ich würde alles darauf setzen.

Ich bin sehr dankbar, dass ich ein sehr sehr gutes Hilfesystem habe. Von Frau Therapeutin zu meiner Psychiaterin und auch meiner Soziotherapeutin. Insbesondere diese war in den letzten Tagen für mich da, wenn es dunkel in meiner Seele wurde und hat mir geholfen und unterstützt, wo sie nur konnte. Ich habe in vielen Bereichen meines Lebens nicht gerade Glück gehabt. Aber ich hatte Glück, was meine Partnerschaft zu André, meine Familie und auch meine Unterstützer und Therapeuten betrifft.

Für Halloween habe ich wieder eine „Süßes oder Saures“ Vorbereitung getroffen und ordentlich Süßkram besorgt. Ich freue mich sehr auf die kleinen Hexen, Monster und Abscheulichkeiten! Es ist gerade ein kleiner Lichtblick, wieder Lächeln in Kindergesichter zu bringen.

Eintrag vom 07.10.2025

Der letzte Beitrag liegt schon wieder eine ganze Weile zurück. Aber es fällt mir gerade unendlich schwer, meine Gedanken und Gefühle zu sortieren und diese dann auch zu verschriftlichen.

Was ist passiert? Nachdem ich das Praktikum am 28. August beendet habe, war ich erst einmal in meinem wohlverdienten Urlaub. André und ich waren in Sibenik, Kroatien, und hatte eine wunderbare Zeit zusammen.

Danach lag ich erst einmal eine Woche flach, ich hatte mir eine heftige Erkältung eingefangen. Zwischen Tee und heißer Suppe hab ich dann die Tage auf dem Sofa verbracht.

Die Woche darauf hatte André Geburtstag und wir waren mit seiner Mutter und Oma in Dresden unterwegs und dann auch zusammen Essen im Restaurant „Hans im Glück“.

Letztes Wochenende war ich dann auf einem Forentreffen des Rollenspiels „Wölfe der Nacht“ in Weimar. Wiederrum eine schöne Zeit mit lieben Menschen (und Hunden – unser Begleiter Charlie).

Nun hat auch die Uni und die Vorlesungen, als auch Seminare, begonnen und ich stecke noch in der Arbeit für meinen Praktikumsbericht. Wobei da „nur“ noch der rechtliche Teil in Bearbeitung ist, ich habe als zwei Drittel der Arbeit schon fertig geschrieben. Abgabe ist Ende Oktober und ich bin zuversichtlich, dass ich das gut schaffe. Solange ich bestehe, ist alles gut!

Ob ich noch einen ausführlichen Beitrag zum Urlaub schreibe, weiß ich nicht, aber zumindest ist hiermit ein kurzes Lebenszeichen von mir.

Das Praktikum endet

Nur noch zwei Tage. Zwei Tage. 12 Stunden Arbeitszeit. Dann – sechs Monate vorbei.

Es ist das typische Bild: mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es fühlt sich einfach genau so an. Einerseits: froh, es geschafft zu haben. Mit so vielen Stunden und über so eine lange, kontinuierliche Zeit habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gearbeitet. Ja, ich habe scheinbar „nur“ sechs Stunden am Tag gearbeitet, aber ich bin eben chronisch krank. Also lieber so sehen wie es ist – ich hab wirklich verdammt viel geschafft und auch schwierige Phasen gut gemeistert. Einen Tag war ich krank (im Mai – Migräne), aber ansonsten habe ich das wirklich geschafft. Ich versuche, auf mich stolz zu sein.

Und das weinende Auge? Plötzlich nicht mehr in der Werkstatt zu arbeiten, nicht mehr der Kontakt zu den Beschäftigten, keine Spaziergänge mehr und Raucherpausen. Ich werde einige wirklich sehr vermissen. Aber … vielleicht … gibt es in ein paar Jahren eine Stelle … im begleitenden Dienst … in „meiner“ Werkstatt …

Am Donnerstag machen wir eine kleine Abschiedsrunde, ich werde etwas backen (oder kaufen, je nachdem wie es mir morgen geht) und einfach das Praktikum schön beenden. Auch werde ich fragen, was kann ich noch besser machen? Was hätten sie sich gewünscht von mir? Aber hauptsächlich: was lief gut? Was hat Spaß gemacht? Was denken sie über mich?

Ich versuche stolz zu sein. Und mir nun bewusst eine Belohnung erlauben – was, muss ich noch entscheiden. Vielleicht ein Kaffee bei Starbucks oder ein Buch. Aber einfach bewusst machen, was ich da geleistet habe. Und zu wissen, wie viele Beschäftigte mich wirklich gern haben und das die gemeinsame Zeit eine schöne war.

Eintrag 06.08.2025

Ich habe im Juni den letzten Beitrag geschrieben, und außer Kiki und Kaja ist nicht besonders viel passiert. Ich bin noch bis Ende August, genauer bis zum 28. August, im Praktikum. Zum Glück haben wir gerade einen großen Auftrag, sodass uns alles andere als langweilig ist. Es macht auch wieder sehr viel Spaß und bietet für unsere Beschäftigten auch große Herausforderungen. Meine Spaziergang-Truppe hat heute den Rekord von sieben Beschäftigten geknackt – nach dem Mittagessen laufen wir immer eine große Runde in der Nähe der Werkstatt.

André ist derzeit auf Fototour durch Island und kommt hoffentlich am Sonntag mit vielen schönen Erfahrungen und Eindrücken wieder. Ich habe ihn am Samstag zum Bahnhof gefahren und werde ihn am Sonntag auch wieder abholen. Wer klug kombiniert wird merken: ich bin eine Strecke alleine gefahren! Das wird für die meisten Menschen jetzt nicht der riesige Erfolg sein, mal alleine Auto zu fahren, aber für mich ist es das! Das Fahren an sich lief auch richtig gut, aber das Einparken war eine Katastrophe. Daran muss ich wirklich noch üben.

Die Hausarbeit, die ich aus dem ersten Semester nachholen musste, habe ich letzten Montag abgegeben. Drückt bitte alle die Daumen, dass ich bestehe.

Gestern war ich mit Maureen in der Stadt, erst Kaffee trinken und dann shoppen. Ich hatte von meiner Schwiegermutter einen Gutschein für die Altmarkt Galerie und habe da auch drei schöne Teile gefunden.

Am Samstag bin ich bei der Einschulung meiner jüngsten Nichte. Es ist schon irgendwie seltsam, dass sie nun so groß ist und in die Schule kommt. Gefühlt war sie gestern noch ein Baby…

Ansonsten heißt es noch Durchhalten bis zum Ende des Praktikums und dann geht’s mit André nach Kroatien. Ich bin wirklich urlaubsreif und freue mich sehr darauf!

Ich hoffe ich schaffe es, bald wieder regelmäßiger zu schreiben. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen dieses Jahr wieder öfter zu bloggen – ich hoffe in der zweiten Hälfte des Jahres gelingt mir das auch.

Kiki und Kaja

Nachdem unser Kater Nathan im April seine letzte Reise angetreten hat, haben André und ich zögerlich regelmäßig die Websiten von Tierschutzvereinen, Tierheimen und Pflegestellen durchgeschaut. Für uns beide war klar, dass früher oder später wieder neue „Mitbewohner“ zu uns kommen, ganz besonders natürlich jene, die in oben genannten Einrichtungen untergebracht sind.

Dann hatten wir auf einer Website eines örtlichen Vereins ein Inserat für zwei Katzen gesehen. Wir füllten die Selbstauskunft aus, trafen die Pflegestelle, besuchten beide Katzen – aber es machte einfach nicht „klick“. Beide Katzen (eine Kätzin und ein Kater) waren extrem scheu und kamen zum Besuchstermin nicht einmal hinter dem Sofa oder der Katzenbox hervor. Ob die beiden sich je anfassen ließen, fraglich – sagte auch die Pflegestelle ganz direkt. Wir sagten schweren Herzens ab. Gerade André tat sich mit dem Gedanken schwer, womöglich nie eine Verbindung zu den beiden aufzubauen.

Nur wenige Tage später sahen wir auf der Website des Tierheims in Freital das Inserat für zwei junge Katzenmädchen, Flecki und Mauzi. Ein Anruf und der Kontakt mit der Tierpflegerin und drei Tage später hatten wir einen Termin zur Besichtigung. Wir kamen im Tierheim an, wurden von einer Dame begrüßt und gingen dann zum Zwinger der beiden Kätzinnen. Beide kamen schnurrend und interessiert an den Zaun, dann durften wir die beiden im Käfig kennenlernen. Sie umkreisten unsere Beine, rieben ihre kleinen Köpfchen an unseren Jeans und miauten uns freudig an. André und ich waren sofort verliebt – so schnell ging das! Es mussten noch ein paar Formalien erledigt werden, die Schutzgebühr wurde entrichtet und dann hieß es – willkommen im neuen Zuhause!

Aus „Flecki“ wurde Kaja und aus „Mauzi“ wurde Kiki. Beide Namen inspiriert von den Studio Ghibli-Filmen, die wir beide sehr lieben.

Und nun sind die beiden Schwestern schon einen ganzen Monat bei uns. Sie haben sich wunderbar eingelebt, sind sehr verspielt, kuscheln aber auch gerne. Ab und an zicken sie sich etwas an, spielen dann aber auch zusammen. Es ist natürlich das komplette Kontrastprogramm zu unserem „Opi“ – aber es ist einfach schön, die beiden Wirbelwinde bei uns zu haben. Noch sind sie etwas sehr stürmisch wenn es zur Fütterung geht, da beide eine Vergangenheit in einem Animal Hoarding Fall haben. Aber sie merken, dass sie bei uns natürlich nicht hungern müssen und das auch für beide genug Futter da ist.

Beide sind noch sehr jung, schätzungsweise ein bis zwei Jahre alt und Schwestern. Kiki ist die dunkle Schildpatt-Katze und Kaja ist eine Calico, auch „Glückskatze“ genannt. Ihre Charaktere sind unterschiedlich, aber beide sind aufgeschlossen, menschenbezogen und freundlich. Vieles kannten sie aus ihrem vorherigen Leben nicht, so wie Staubsauger, Wasch- und Spülmaschine. Aber sie werden immer entspannter im Umgang mit diesen Dingen.

Es ist so schön nach Hause zu kommen und von zwei schnatternden Mädels begrüßt zu werden. Auf eine schöne, lange, gemeinsame Zeit. Und nun – ich wusste, darauf wartet ihr! – ein paar Schnappschüsse.

Zu erst ein paar Bilder von Kiki. Sie schläft sehr gerne auf dieser grau-weißen Decke, die über den Sofakissen liegt.

Und nun Kaja. Sie ist sehr auf mich geprägt, ein echtes „Mama-Kind“.

Ich bin einfach froh, dass wir den beiden ein zu Hause bieten können. Natürlich werden wir niemals Molli oder Nathan vergessen, aber ich bin mir sicher, dass die beiden gewollt hätten, dass wir wieder Tierschutzkatzen ein schönes Leben bieten.