Subjektive Seite der Schizophrenie 2022 in Leipzig

Unter dem Thema „Vom Bruch zur Entwicklung“ fand am 1. bis 3. Juni 2022 die trialogische Tagung der „Subjektiven Seite der Schizophrenie“ statt.
Es waren sehr lehrreiche, interessante Tage in Leipzig. Direkt als ersten Vortrag der Tagung war ich als Referentin gefragt. Mein Thema war, wie Brüche die Biografie beeinflussen und wie es mir mit Krisen geht und welche Erfahrungen ich gemacht habe. Weil dieser Vortrag gut ankam, durfte ich gleich danach noch bei einer Podiumsdiskussion teilnehmen, dessen Frage war, wie man die Psychotherapie Menschen mit Psychoseerfahrungen bringt. Neben Ärzten, Psychotherapeuten und Sozialarbeitern ich! Es war aufregend!
Am Donnerstag hatte ich dann noch einen anderthalb stündigen Workshop zur Leitfrage: „(Durch)-Bruch: Einbindung von Schizophrenie-Betroffenen in der EX IN-Qualifizierung“. Wir waren knapp 10 Frauen in einem Gebäude der Uniklinik. Mein Angebot wurde gut wahrgenommen und ich konnte die Zeit mit Übungen und Aufgaben füllen. Es entstand auch eine angeregte Diskussion.
Mein Fazit: es fiel mir erst einmal sehr schwer alleine in einer Stadt zu sein, die ich kaum kenne. Alleine im Hotel den Weg mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zum Tagungsort finden, Kontakte knüpfen, vor vielen Menschen in einer vollen Kirche sprechen und einen Workshop alleine halten. Aber ich bin wirklich über mich herausgewachsen! Und ich bin wirklich stolz auf mich, dass alles so gut lief und ich sehr viel positives Feedback bekommen habe.

Nächstes Jahr Ende August findet die SuSe im Übrigen in Wien statt und ich würde mich sehr freuen, wenn ich wieder referieren kann!

Ich bin Genesungsbegleiterin!

Nach beinahe zwei Jahren, vielen Gruppenarbeiten und Rollenspielen, nach interessanten und anregenden Gesprächen und harter Arbeit:
Ich bin nun zertifizierte Genesungsbegleiterin!

Damit enden zwölf Module wie Empowerment, Trialog, Salutogenese und die Arbeit am eigenen, persönlichen Profil.
Es war eine schöne Zeit! Und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit dazu hatte. Hier noch einmal ein Herz an Mufasa und Löwenherz, die es mir überhaupt ermöglicht haben das Ganze finanziell zu stemmen.
Auch wenn es mir nicht immer leicht fiel und ich auch an meine Grenzen gekommen bin, ich habe es geschafft.
Und darauf kann ich zurecht stolz sein.

Kalt erwischt

Es hat mich nun auch erwischt: das Corona-Virus. Donnerstag Abend hatte ich die ersten Symptome, am Freitag einen positiven Schnell- und auch einen positiven PCR-Test. Die ersten Tage waren wirklich, wirklich heftig. Mittlerweile geht es mir besser, dafür ist André etwas erkältet, gerade eben ist er beim Testen in der Apotheke.
Nun gut, Tee trinken, viel schlafen, dann geht auch das vorbei.

Wir haben ‚Ja‘ gesagt!

Fotografiert: @efrival_

Nach acht Jahren Beziehung, Höhen und Tiefen, Freude und Leid – haben wir endlich „JA“ gesagt!
Die Trauung war wunderschön und die Feier danach, im Café Toscana, war wunderschön. Leider konnten wir coronabedingt nur eine kleine Feier machen, aber dennoch waren unsere engsten Lieben bei uns an diesem besonderen Tag!

Danke an alle, die an uns gedacht haben, danke an alle, die gestern mit dabei waren und danke für einen wunderschönen Tag, den wir nie vergessen werden!

Der ewige Kampf

Ganz ehrlich? Ich habe es langsam satt. Die immer wiederkehrenden Krisen, die Gedanken an Selbstverletzung (und deren Ausführung), die Stimmen, die Ängste, das ungute Gefühl, die Ich-Störungen….
Ich kämpfe, kämpfe so sehr und bin einfach müde. Vor zwei Wochen hieß es wieder, ich solle Abilify probieren. Eine Woche habe ich das durchgezogen. Jeden Tag hatte ich Krämpfe, musste mich übergeben.
Na gut, man kann ein Medikament einmal nicht vertragen…
Daraufhin bekam ich Seroquel. Und es wurde und wurde nicht besser. Essen habe ich nicht vertragen (auf nähere Details gehe ich nicht ein…) und ich habe sogar schlechter geschlafen als zuvor, mit lebhaften Alpträumen.
Zum Glück bin ich aktuell krank geschrieben, denn mit den Symptomen und Nebenwirkungen könnte ich kaum arbeiten. Aber irgendwann endet meine Arbeitsunfähigkeit auch wieder und ich muss mich dem Alltag stellen.

Ja, es ist gerade viel los. EX IN endet im April und ich arbeite an meinem Portfolio dafür. Dann noch der größte Umschwung: meine Hochzeit nächsten Samstag.

Nächsten Samstag! Es ist so wenig Zeit bis dahin. Bis dahin noch durchhalten, sich nicht verletzen, gute Laune haben, belastbar sein. Viel wird von mir verlangt und ich habe Angst, dem nicht gerecht zu werden.

Kämpfen. Für mich, für André. Denn dann sind wir nach acht Jahren Beziehung ein Ehepaar. Ich werde nicht mehr sagen „mein Freund“, sondern „mein Mann.“ Natürlich ist es wohl der schönste Tag unserer gemeinsamen Zeit. Aber es ist auch positiver Stress. Und Stress kann ich gerade nicht so gut vertragen.

Also weiterkämpfen. Durchhalten, mindestens bis zum 26. Februar.

Absetzen, die hundertste

Nur knapp ein halbes Jahr nahm ich das Neuroleptikum Fluanxol. Nun habe ich es mit Absprache des Psychiaters in der PIA abgesetzt.
Es ging einfach nicht mehr. Ich hatte als Nebenwirkung starke Blickkrämpfe. Das äußerte sich dadurch, dass ich zwanghaft nach oben schauen musste und meinen Blick nicht steuern konnte. Es war sehr unangenehm. Auch das Akineton, welches ich dagegen einnahm, half nicht. Nun muss es also wieder abgesetzt werden, das Fluanxol. Eine Woche soll ich noch Akineton nehmen und danach auch absetzen.
Es ist nicht einfach. Ich habe schon so viele Medikamente durch und entwickle immer starke Nebenwirkungen. Das zermürbt mich, macht mich fertig, hilft nicht in meiner Recoverygeschichte.
Ich kann nur hoffen, dass ich durch das Absetzen in keine Krise gerate…
Aber ich nehme ja immer noch hochdosiert das Clozapin ein. Also abgesichert bin ich im Prinzip.
Die Ängste bleiben dennoch. Aber ich schaffe auch das.

Das Leben geht immer weiter

Ich habe lange nicht mehr geschrieben, was mir sehr leid tut. Die letzten Wochen waren aber auch ziemlich voll – erst Arbeit, dann EX IN, Urlaub, Privates, psychische Krisen.
Aber mir geht es recht gut zur Zeit. Und das ist erholsam: normalerweise zieht mich der Herbst und beginnender Winter immer wieder in eine Krise. Und dieses Jahr überstehe ich diese Zeit der Dunkelheit trotz Ängsten gut.
Ich bin nun drei Tage in der Woche auf Arbeit, da ich einige Minusstunden Anfang des Jahres bis zur mittleren Hälfte angehäuft hatte. Aber damit geht es mir gut und trotz einiger Sorgen und Probleme schaffe ich die Arbeit für meine Verhältnisse gut.
Bald wird auf den Seiten des ptv Sachsen e.V. mein Adventskalender veröffentlicht. Das war eine große Aufgabe und ich denke, ich habe sie ganz gut gemeistert.

Dann steht noch EX IN an, jeden Monat bis zum Februar. Dann, so hoffe ich, werde ich diese Qualifizierung abschließen und offizieller EX IN Genesungsbegleiter sein. Dafür muss ich noch mein laufendes Praktikum abschließen und das Portfolio (eine Art persönlicher Bericht) abgeben. Dafür habe ich zum Glück in vorherigen Modulen angefangen und schon einige Inhalte übertragen.

Nebenbei läuft noch „verrückt, na und“ und andere Vorlesungen bzw. Seminare. Ende November habe ich die Ehre, an der Sächsischen Polizeihochschule Vorträge über Schizophrenie halten zu dürfen. Dies hat mir André vermittelt. Es wird aufregend, vor so vielen Menschen zu referieren, aber ich freue mich darauf.

Parallel gibt es noch so einiges, was bis Ende des Jahres erfüllt werden muss. Aber auch das schaffe ich. Und, eine schöne Nachricht: André und ich heiraten bald. Noch müssen wir es schaffen, einen Termin am Standesamt zu bekommen, da André die Woche über ja meist in Studienstadt ist. Aber daran soll es nicht scheitern. Ich freue mich riesig darüber, bin verständlicherweise aber auch sehr aufgeregt. Aber nach fast 8 Jahren kann man wirklich heiraten, wir hatten schließlich lange genug Zeit uns zu festigen.

Gerade trinke ich Kaffee und Nathan sitzt neben mir. Dabei läuft Musik und ich beantworte einige Mails. Das Leben kann so schön sein.

#Regio2021

Am 2. Juli fand die Regio2021 statt – eine Veranstaltung vom https://lvpebw.org und https://www.gemeindepsychiatrie-bw.de. Thema des Tages war: Krisendienste.
Nicht nur wegen meinem Interesse an diesem Thema zogen mich nach Stuttgart, nein, etwas viel wichtigeres! Nämlich die Siegerehrung zum Schreibwettbewerb, den ich als dritten Platz gewonnen hatte. Die Geschichte „Der Koffer“ wurde nach einer Laudatio kurz vorgestellt und alle Preisträger*innen erhielten ein Buch mit 10 Kurzgeschichten, die den Schreibwettbewerb gewonnen hatten.
Die Siegerehrung war ein ganz besonderer Moment für mich. Ich schreibe bekanntlich schon länger, aber diesmal habe ich tatsächlich einen Preis für meinen Text erhalten! Ich bekam Blumen und ein kleines Präsent mit kulinarischen Perlen Stuttgarts. Und seinen Text als Buch in den Händen zu halten – unglaublich!
Mufasa, mein Vater, ist mit mir zusammen nach Stuttgart gefahren und wir hatten eine schöne Zeit. Schon am Donnerstag sind wir angereist und haben uns den Kurpark angeschaut, sowie ein kleines Museum rund um den Automobilhersteller Daimler. Abends habe ich Mufasa auf eine Pizza eingeladen – als kleines Dankeschön für die gemeinsame Fahrt nach Baden-Württemberg.
Die Vorträge der Regio2021 waren sehr interessant. Ein Referent erzählte über den Maßregelvollzug und eine Dame über das Krisendienstangebot von Oberbayern. Ich lernte einige der anderen Preisträger*innen kennen und hatte eine wunderbare Zeit.
Ich werde meiner Frau Therapeutin eine Ausgabe der Anthologie schenken. In der Hoffnung, dass es ihr Freude bereitet.
Die Regio ist vorbei und ich bin wieder sicher in Dresden angekommen. Aber es waren zwei wunderschöne Tage, in denen ich einiges gelernt und erfahren habe.
Den Blumenstrauß, den ich überreicht bekommen habe, habe ich direkt auf der Regio weiter verschenkt: an eine nette Dame des Landesverbandes.

[Podcast] Strunzehrlich

Und ebenfalls heute eine weitere Sache, die ich euch gerne zeigen darf! Mein Podcast mit „Strunzehrlich“ von Instagram hat eine Folge mit mir herausgebracht.
Ihr Beitrag dazu:

In ihrer Jugend wurde sie bereits tiefgreifend mit dem Thema der psychischen Erkrankungen konfrontiert. Heute absolviert Anna ihre Ex-In-Ausbildung @ex_in_genesungsbegleitung , um anderen Betroffenen zu helfen, einen individuellen Umgang mit ihrer Erkrankung finden zu können und leistet damit und darüber hinaus umfassende Aufklärungsarbeit.

Anna erzählt von ihrem Leben mit einer Schizophrenie-Diagnose und schweren rezidivierenden Depressionen.

❕Bitte achte beim Hören dieser Folge gut auf dich. Anna berichtet unter anderem von Psychiatrieaufenthalten, ihren Erfahrungen mit Medikamenten und selbstverletzendem Verhalten.

https://www.instagram.com/strunzehrlich/

Zu hören auf Spotify (oben eingefügt).
Sagt mir bitte, was ihr davon haltet!

Stadt mit Aussicht

Gestern ist es endlich erschienen: unser Video vom Projekt „Stadt mit Aussicht – in Zukunft tolerant“!
Von mir sind die Zeichnungen und Animationen, gemeinsam mit meiner Kollegin haben wir das Video gestaltet.
Ich bin wirklich froh, dass es so gut geworden ist, auch wenn wir alle komplette Laien waren in der Videobearbeitung.
Schaut es auch an, teilt es und sagt mir eure Meinung!