Empfehlung: NEEDS Studie an der TU Dresden

Ich schreibe heute eine Empfehlung für eine Studie, die aktuell an der TU Dresden durchgeführt wird.

Worum geht es?

Die Studie untersucht die Kommunikation zwischen Betroffenen und Angehörigen.
Im Fokus steht der sogenannte „High Expressed Emotion“ (HEE)-Stil, der durch starke emotionale Beteiligung sowie häufige Kritik gekennzeichnet ist und Rückfälle begünstigen kann.

Ziel der Studie

Untersucht wird ein Entstehungsmodell, das folgende Bereiche berücksichtigt:

  • Empathiefähigkeit (Einfühlungsvermögen)
  • Emotionsverarbeitung (z. B. Scham- und Schuldgefühle)
  • Kognitive Flexibilität (gedankliche Anpassungsfähigkeit)

Wer kann teilnehmen?

Gesucht werden Paare (familiär oder partnerschaftlich), bei denen:

  • eine Person die Diagnose Schizophrenie oder schizoaffektive Störung hat
  • die andere Person keine entsprechende Diagnose hat

Wie hoch ist der Aufwand?

  • 2 Online-Termine
  • 3 Termine vor Ort an der TU Dresden
  • Aufwandsentschädigung: 120–160 € pro Person bei vollständiger Teilnahme (ca. 10 €/h)

Meine Metakognitiven Katzen

Vor zwei Wochen stand plötzlich dunkler Raum in meiner Wohnung. André war nicht da. Ich bekam Angst und meine Gedanken kreisten. Was sollte ich tun? Die Polizei und die Feuerwehr rufen? Die Nachbarn um Hilfe bitten? Was macht man in so einer Situation?

Natürlich wurde die Angst nicht kleiner, im Gegenteil. Doch dann versuchte ich mich an Techniken aus der Therapie und dem metakognitiven Training zu erinneren.

Mein Gedanke: Wenn es wirklich irgendwo brennt und der Rauch wirklich da ist – müssten dann nicht die Rauchmelder angehen?

Doch was, wenn die Rauchmelder manipuliert sind? Das sie jemand vorher ausgetauscht hat, weil er oder sie oder wasauchimmer wusste, dass es den Rauch geben wird?

Dann sah ich aber Kiki und Kaja. Und sie schliefen ruhig, schnurrten mich leise an und zwinkerten mir zu. Das war der Realitätscheck, den ich brauchte.

Wenn der Rauch da wäre, es brennen würde, dann würden so hochsensible Tiere nicht schnurrend auf dem Sofa liegen. Und das zeigte mir: der Rauch war nicht echt. Nirgends brannte es. Es war nur in meinem Kopf.

Als Belohnung erhielten beide eine faire Bezahlung in Höhe von drei Leckerlis. Und ich war beruhigt und konnte mich und meine Ängste regulieren. Kiki und Kaja hatten sich bewiesen als meine metakognitiven Katzen.

Mein Yoga-Wochenende in der Bremsdorfer Mühle

Ich möchte (leider absolut verspätet) über mein Yoga-Wochenende in der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle im schönen Schlaubetal berichten.

Freitag, der 6. März
Auf ging es mit Wanderschuhen und Yogamatte mit dem Zug von Dresden nach Leipzig, dann nach Eisenhüttenstadt und anschließend weiter mit dem Zug direkt vor die Jugendherberge. Einmal über die Landstraße, und schon war ich da! Ich war die erste des Kurses, durfte aber bereits in mein Zimmer. Ich hatte ein Zimmer im „Baumhaus“ im Zimmer der „Haselnuss“ – die Häuser und Zimmer waren immer nach Tieren oder Pflanzen benannt.

Nach kurzem Ausruhen kam die Yogatrainerin Silvia Rodeck an und bereitete unseren Raum vor. Nach und nach kamen die anderen elf Frauen an. Ich hatte mir unter „Jugendherberge“ ein deutlich jüngeres Publikum vorgestellt, doch ich war mit einer Ausnahme (die Tochter einer Teilnehmerin) die Jüngste.

Am Freitag Nachmittag gab es dann die erste Hatha-Yoga Einheit. Ich hatte viel Freude dabei und lernte im Verlauf des Abends noch die anderen Teilnehmerinnen besser kennen. Nach dem Abendessen hatten wir noch eine Entspannung, bei der ich dann auch eingeschlafen bin. Irgendwie bin ich dann todmüde ins Bett gegangen und habe dort dann auch sehr gut geschlafen.

Samstag, 7. März
Vor dem Frühstück stand wieder die erste Yogaeinheit an, danach bis zum Mittag noch ein längere Einheit von zwei Stunden. Nach dem Mittagessen hatten wir dann ein geführte Wanderung mit einer Försterin und ihrem Hund „Dachs“. Wir liefen durch das Naturgebiet des Schlaubetals und wurden auf Tierspuren, Vogelgesang und allerlei Flora und Fauna hingewiesen. Ich stellte viele Fragen, es war einfach zu interessant!

Anschließend nach dieser wunderschönen kleinen Wanderung hatten wir etwas freie Zeit bis zum Abendessen. Dort lernten wir uns alle besser kennen und redeten viel miteinander. Ich finde es generell immer interessant, neue Menschen, deren Charaktere, Interessen und Wege kennenzulernen. Wir hatten anregende, schöne, lustige, traurige Gespräche.

Der Sonntag war dann leider auch schon der letzte Tag. Nach dem Frühstück gab es die letzte Yoga Einheit, danach bin ich wieder mit Bus und Bahn aufgebrochen gen Heimat.

Im Zug habe ich dann das Wochenende Revue passieren lassen. Es war die perfekte Mischung aus Yoga und Entspannung, Neues kennenlernen, Kontakt zu anderen Frauen und das eingebettet in der Natur. Für den Kurs nächsten März habe ich mich gleich vermerken lassen!

Eintrag vom 30.03.2026

Einfach ein kurzes Lebenszeichen…

Es ist gerade super viel los und ich bin sehr eingespannt. Uni, Alltag, Ehrenamt – das alles ist gerade zu erledigen und ich komme kaum zu Luft. Heute bin ich auch müde und erschöpft, wie ich es selten bin, daher nutze ich meinen freien Tag, um meinem Körper die Pause zu geben, die er gerade benötigt.

Der März hatte viele schöne, aber auch viele weniger schöne Momente. Ein Beitrag für meinen Blog liegt noch in den Entwürfen, nämlich mein erstes Yoga-Retreat in einer Jugendherberge. Dann startete auch schon wieder die Uni und ich habe sowohl „Verrückt? Na und!“-Projekte als auch mein Ehrenamt, wo ich einen älteren Herren besuche.

Ich hoffe, ich kann bald wieder ausführlicher schreiben und euch auf dem Laufenden halten, aber gerade muss ich auf mich selbst achten und mir die Pausen gönnen.

Wir lesen uns!

Drei Haselnüsse und ein Abschied

Nach drei (anstrengenden) Jahren ist Anfang Februar meine Soziotherapie ausgelaufen. Und meine Soziotherapeutin hatte für unseren Abschied eine richtig schöne Idee: gemeinsam nach Moritzburg zu fahren und die Aschenbrödel-Ausstellung zu besuchen.

Am 5. Februar war es dann soweit. Frau G. holte mich ab und dann ging es zum Schloss. Die Straßen waren zum Glück nicht mehr so glatt wie die Tage zuvor, aber beim Aussteigen und Laufen auf dem Bürgersteig kamen wir durchaus ins schlittern. Das Wetter war februartypisch grau und kalt, überall waren kleine Häufchen Schnee entlang der Wege. Wir liefen dann zum Schloss, welches eindrucksvoll und majestätisch vor uns lag. Bevor die Ausstellung eröffnet wurde, liefen wir um das Schloss herum und sahen den berühmten Schuh des Aschenbrödels. Um in den Schuh hineinzufahren, war es leider zu kalt.

Außer uns war niemand weiter in der Ausstellung – mitten in der Woche, nicht in den sächsischen Schulferien und noch zeitig am Tag gelegen. So hatten wir die Ausstellung ganz für uns allein!

In der Ausstellung kann man das Schloss und verschiedene Szenarien aus dem Film erkunden. Hier zu sehen beispielsweise der Prinz auf seinem Schimmel und die Kutsche des Königs.

Ein besonderes Highlight war jedoch, in das Ballkleid des Aschenbrödels zu schlüpfen!

Auch fand ich es besonders schön, die originalen Kostüme der Charaktere des Märchens zu bewundern. Von der Stiefmutter mit ihrem Regenschirm-Hut über Dora und natürlich auch die Gewandung des Königspaars.
Hier zu sehen: Doras Ballkleid, das Gewand des Prinzen und Aschenbrödels Ballkleid und das der Stiefmutter.

Am Ende waren wir kurz im Museumsshop und haben einen Kaffee getrunken. Ich lud Frau G. dazu ein, einfach als kleiner Dank für die vergangene Therapie. Ich habe ihr dann auch ein ehrliches Feedback gegeben: was hat mir in der Therapie geholfen? Was habe ich davon mitgenommen? Und was war vielleicht schwierig für mich?

Es war so ein schöner Tag, den ich wahrscheinlich nie vergessen werde. Die Ausstellung und die vielen interessanten Fakten über mein Lieblingsmärchen haben mir sehr gut gefallen. Und auch die gemeinsame Zeit mit Frau G.!

Update Januar/Februar 2026

Update – Studium
Das Wintersemester 2025/2026 ist geschafft.
Ich habe außerdem das Ergebnis bekommen für meinen Praxisbericht und ich bin sehr zufrieden damit! Im sozialpädagogischen Teil habe ich eine 1,7 bekommen und im rechtlichen Teil eine 3,0, was summa summarum 2,3 macht – eine Leistung, mit der ich sehr zufrieden bin!
Vor zwei Wochen habe ich auch noch eine Klausur geschrieben mit einem rechtlichen und politikwissenschaftlichen Teil, warte aber noch auf das Ergebnis. Es war sicherlich keine Glanzleistung, aber ich denke dennoch, das es zum Bestehen reicht.
Nun stehen noch zwei schriftliche Prüfungen aus, eine Fallstudie und ein Portfolio. Da ich da freie Themenwahl habe, denke ich auch, dass es ganz gut werden wird.

Update – Ehrenamt
Ende Januar habe ich den Kurs bei Animando für die Seniorenbegleitung abgeschlossen. Nun warte ich noch auf mein „Match“ mit einem Senior, der zu mir passt – darauf freue ich mich schon sehr!

Update – Kiki und Kaja
Unsere beiden Mädchen haben Silvester gut überstanden. Ich hatte mir so große Sorgen gemacht, da beide eigentlich sehr empfindlich auf Geräusche reagieren. Aber sie haben die Silvesternacht ruhig und entspannt überstanden.
Die beiden werden auch von Woche zu Woche lieber, zugewandter und freundlicher. Sie fühlen sich sichtlich wohl bei uns und konkurrieren auch nicht mehr miteinander, wie es anfangs der Fall war.

Update – Autofahren
Ende Januar habe ich einen neuen Meilenstein in meiner Karriere als Autofahrerin erreicht: eine komplette Fahrt von Meerane (Andres Heimat) nach Dresden – über die Autobahn im dunkeln nach Hause. Es war nicht einfach für mich und hat mich ganz schön gefordert, aber ich war wirklich sehr stolz auf mich! Kurz vor Ende der Fahrt war ich einen Moment unaufmerksam und habe ein Auto hinter mir übersehen, aber der Fahrer hat gut reagiert sodass nichts passiert ist. Aber ich denke, mit etwas Übung wird das schon mit mir und dem Autofahren!

Update – Familie
Anfang Januar kam mein Großvater ins Krankenhaus und erhielt später die Diagnose: fortgeschrittener Speiseröhrenkrebs. Er wird nun mit Bestrahlung therapiert. Wie es weiter geht, wissen wir alle nicht…

Update – Therapien
Ich gehe nun regelmäßig in die Selbsthilfegruppe für schizophrene Patienten meiner Psychiaterin und bin auch weiterhin in psychotherapeutischer Behandlung. Leider ist meine Soziotherapie nun ausgelaufen – über unseren letzten Termin schreibe ich noch einen eigenen Eintrag!

Wie geht es mir?
Es schwankt gerade sehr. Es gibt Tage, da geht es mir wirklich gut und ich schaffe auch viel, insbesondere im Haushalt merke ich das. Ich bin viel ordentlicher als ich es je war und auch das Reinigen und Aufräumen fällt mir sehr leicht aktuell.
Dann gibt es aber Momente voller Ängste und Zweifel…leichtem Stimmenhören und Anspannung. Skills helfen jedoch ganz gut oder auch ein Bedarfsmedikament nehmen.

Ich versuche wieder öfter und regelmäßiger zu schreiben, was im Alltag manchmal untergeht. weltkehrt ist im Januar übrigens 11 Jahre alt geworden!

Das Jahr 2025

Die Statistiken
– Beiträge: 485 (+22)
– Kommentare: 400 (+ 55)

Dem schlimmste Moment des Jahres

Am 14. April mussten wir unseren 18 jährigen Kater Nathan gehen lassen. Nathan zog im Sommer 2017 zu uns nach Dresden und hat unser Leben in allen Aspekten bereichert. Das kleine „Dreibeinchen“ war immer an unserer Seite, verschmust, lieb, eben mein kleiner Felltherapeut. Bei einer Untersuchung kam dann heraus, dass er multiple Tumore an der Leber und im Bauchraum hat. Wir ließen ihn gehen, mit Tränen in den Augen und einem zerrissenen Herzen. Nathan war unser Begleiter über viele Jahre und einfach ein ganz besonderer, kleiner Junge.

…folgt der schönste Moment

Im Juli sind dann die beiden Katzenschwestern Kiki (die Schildpatt) und Kaja (die Calico) bei uns eingezogen, die wir aus dem Tierheim Freital adoptiert haben. Die beiden Wirbelwinde haben unseren Haushalt auf den Kopf gestellt! Sie sind beide noch jung, daher verspielt und aufgeschlossen. Sie lieben es, Schnürsenkel und Plüschtiere zu jagen, schlafen auf uns, unter uns und mit uns, spielen mit uns und miteinander. Die Beiden sind das komplette Kontrastprogramm zu unseren bisherigen Senioren (Molli und Nathan).

Kiki und Kaja sind frech, lieb, verschmust, mutig und sensibel, freundlich, aufgeschlossen und verspielt. Ich bin so froh, die beiden zu haben und freue mich auf viele gemeinsame Jahre!

Was ich dieses Jahr geschafft habe:

  • Der größte Erfolg war es, dass Praktikumssemester in einer Werkstatt für behinderte Menschen absolviert zu haben. Von Ende Februar bis Ende August habe ich dort mein Praktikum geleistet und es war eine tolle Erfahrung. Ich habe viel gelernt, nicht nur von Arbeitsabläufen und Koordination, sondern über verschiedenste Menschen und deren Problemlagen, durfte tolle Leute kennenlernen und viel für mich und meinen weiteren Lebensweg mitnehmen.
  • Weitere Abnahme von insgesamt 42 kg seit OP im Oktober 2024. Ich bin wesentlich fitter, was auch daran liegt das ich wieder regelmäßig Sport (Yoga, Cardio- und Krafttraining) mache und fühle mich einfach viel wohler mit mir, meinem Körper und meiner Gesundheit. Das habe ich zum Beispiel auch beim vielen Wandern im Urlaub gemerkt.
  • Kontakt zu lieben Menschen, alten und neuen Freunden. Viele schöne Treffen, tolle Gespräche, lustige Momente.
  • Mein Hobby Theaterspielen wieder aufgenommen und bei „Contadina und die Schneckenplage“ mitgespielt.
  • Zum ersten Mal in meinem Leben alleine Auto gefahren, als ich André zum Bahnhof geschafft habe, dann alleine wieder zurück und ihn dann eine Woche später wieder abgeholt. Generell wieder öfter Auto gefahren und auch eine Nachtfahrt von Coswig nach Dresden zurück über die Landstraße.
  • Eine große Veränderung fand im Inneren und im Haushalt statt. Ich bin wesentlich ordentlicher und sortierter geworden. Sauber machen, Aufräumen, Ausmisten – das fällt mir so viel leichter. Die Wohnung ist allgemein weniger unordentlich, zu den Jahreszeiten und Festen dekoriert, sauberer und weniger zugestellt und zugemüllt. Haushalt und Aufräumen war seit meiner ersten Wohnung ein einziger Kampf, der mir sehr schwer fiel. Aber es geht mir nun viel leichter von der Hand und macht mir auch irgendwie Freude!
  • Auch das ich neue und alte Rezepte ausprobiert habe und meine Ernährung wesentlich ausgewogener und gesünder geworden ist. Klar, wir bestellen auch ab und zu mal Essen, aber im Großen und Ganzen koche ich fast täglich und versuche mich an kalorienärmeren Gerichten und Einbau von viel Protein.
  • Uni und damit verbundene Arbeiten gut geschafft – zwar in einem Teilmodul durchgefallen, aber ansonsten gute Leistungen erzielt. Ende Januar steht eine Klausur an und im Februar zwei Hausarbeiten, aber da bin ich sicher das ich auch das erfolgreich absolviere.
  • Ich war wieder in der Selbsthilfegruppe meiner PIA zum Thema Schizophrenie und konnte schon einige wichtige Themen mit den Anderen besprechen.

Was ich mir für das neue Jahr 2026 wünsche:

  • Die letzten Kilos abnehmen und Muskelmasse aufbauen.
  • Hobbys, die ich eher stiefmütterlich behandelt habe, wieder aufnehmen. Dazu zählt insbesondere das Zeichnen (ganz wichtig!) und der Skizzentreff, Rollschuh fahren endlich lernen und Klavier sowie Gitarre spielen. Auch: Aufträge suchen, annehmen, ausführen.
  • Beginnen mit dem GeNau-Programm Kontakt zu Senior:innen aufnehmen und mit diesen Zeit verbringen. Eventuell neben dem Studium in einer Tagesstätte o.Ä. aushelfen.
  • Weiterhin erfolgreich die Module des Studiums abschließen und die Prüfungen gut überstehen.
  • Vorträge und Präsentationen halten und vielleicht ergibt sich mal wieder etwas in den Medien? Es würde mich freuen….

Ach, ich danke euch allen sehr für das Jahr 2025. Noch nie in all den Jahren habe ich so viele Menschen auf meinem Blog gehabt, so viele liebe Kommentare und Mails erhalten und generell wertvolle Rückmeldungen und Feedback.

Ich wünsche euch, lieben Lesern, einen guten Jahreswechsel und einen guten Start ins neue Jahr 2026.

Wir lesen uns!
Liebe Grüße,
eure Anna

Negative Kommentare

Ich glaube jeder Mensch, der irgendwie in den sozialen Medien ist, hat es schon einmal erfahren: negative Kommentare. Ob man davon als Adressat betroffen ist, nur Leser solcher Kommentare oder man sogar vielleicht in der Rolle des Kommentierenden ist, es gehört fast schon dazu.

Glücklicherweise darf ich relativ wenige, negative Kommentare über meinen Blog, die Fernsehauftritte oder Ähnliches lesen. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass es mich nicht irgendwie betrifft. Im Gegenteil. Ich nehme es mir zumeist sehr zu Herzen.

Am Sonntag kam „Anna und die Stimmen im Kopf“ als Wiederholung im TV und wurde auf der Facebook-Seite des MDR vorgestellt mit einem Bild und einem Zitat aus der Doku. Stand jetzt (09.12.2025 um 16 Uhr) hat der Beitrag knapp 150 Kommentare und über 700 Likes. Und auch hier sind schätzungsweise 90 % der Kommentare aufmunternd, positiv und bestärkend. Ich habe aber für diesen Beitrag drei negative Kommentare exemplarisch als Screenshot für euch.

Ja, die Kommentare sind öffentlich und die Poster:innen haben ihren (Klar-) Namen über ihrem Beitrag stehen. Ich habe mich jedoch entschlossen, die Namen zu verpixeln.

Ich weiß nicht ob er/sie meinen MDR-Beitrag gesehen haben, doch ich denke, dass dem nicht so ist. Denn meines Wissens wurde dabei erwähnt, dass ich die Schule mit einem sehr guten Abitur abgeschlossen habe.
Ich habe dem/der Ersteller:in auch einen Kommentar da gelassen:

Ich bin zur Schule gegangen und habe ein einser Abitur geschrieben und studiere mittlerweile im Bachelor… Aber es gab Phasen in meinem Leben wo es nicht ging und ich bin dankbar dafür, dass diese Zeiten hinter mir liegen und ich nun ein relativ normales Leben führen kann.

Und selbst wenn ich weder Schul-, noch Ausbildungs- oder Studienabschluss hätte: es würde mich nicht weniger zu einem Menschen machen. Ich war viele, viele Jahre nicht im „System“, konnte nicht arbeiten und es stand im Raum, dass ich als Beschäftigte in einer WfbM anfange.

Ich leide nun einmal unter einer sehr schweren, chronischen Erkrankung. Und viele Menschen, die dieselbe Diagnose teilen, können keinen Abschluss machen und arbeiten. Das liegt nicht daran, dass sie faul sind oder Sozialschmarotzer, sondern eben krank.

Als ich meine Diagnose erhielt, habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, Bücher über die Erkrankung zu lesen und habe auch viel Zeit im Internet verbracht. Es gibt leider nur wenige deutschsprachige Blogs über Schizophrenie, bei Instagram und TikTok mittlerweile etwas mehr Creator:innen. Das andere Menschen diese Erkrankung öffentlich machen, hilft Betroffenen wie Angehörigen meiner Meinung nach sehr. Natürlich muss niemand Außenstehendes gut finden, was ich tue. Aber die positiven Kommentare bestätigen eigentlich, dass meine Arbeit wichtig und wertvoll ist und ich kann stolz behaupten, dass ich schon vielen Menschen helfen konnte, sei es über meine Aufklärungsarbeit, meine Öffentlichkeitsarbeit oder im persönlichen Kontakt.

Puh. Ich muss sagen, dass hat mich wirklich etwas getroffen.

Hier noch einmal, warum ich das hier überhaupt tue: Schizophrenie ist eine (noch immer) stark tabuisierte und stigmatisierte Erkrankung. Viele Betroffene und deren Angehörige verstecken sich, denn die Reaktionen, die sie erfahren, sind geprägt von Vorwürfen und Unverständnis. Schizophrene gelten als gefährlich und sind eine Gefahr für die Gesellschaft.

Mein engeres Umfeld betrifft meine Erkrankung natürlich am meisten. Es gab schon so viele schwierige Zeiten, in denen insbesondere André als auch meine Familie an ihre Grenzen gekommen sind.

„Breittratschen“ hilft aber Menschen: ich erreiche ebenfalls Betroffene, kann zukünftige Pflegefachkräfte und Polizisten schulen im Umgang mit Schizophrenen, kann aber auch dem „Otto Normalverbraucher“ etwas über eine Lebensrealität unterrichten, mit denen nicht viele Menschen Kontakt haben.

Ich danke jedem, der mich auf meinem Weg begleitet, meine Artikel liest und teilt. Meine Doku anschaut, meinen Blog aufruft und auch Mails an mich verfasst.

Und den anderen 90 %, die schöne, positive und wertschätzende Kommentare hinterlassen – Danke für eure Unterstützung.

Da ist der November auch schon wieder zu Ende….

Ohje, dabei wollte ich doch wieder regelmäßiger schreiben.

Ich habe eigentlich nicht besonders viel zu berichten. Psychisch geht’s mir immer noch nicht so gut, aber es kam zum Glück zu keiner weiteren Selbstverletzung. Ich bin gerade „Kopf depressiv“ aber nicht „Körper depressiv“. Das ist etwas schwer zu erklären: meine Gedanken sind durchaus depressiv und schwermütig, erschöpft und gestresst. Aber ich bin hochfunktional, schaffe Haushalt, Kochen, Einkaufen und bin körperlich aktiv und immer irgendwie unterwegs, seien es Termine, Selbsthilfegruppen, Treffen und so weiter. Ich „schaffe“ objektiv also viel, aber fühle mich psychisch einfach nicht gut.

Aber eine schöne Sache kann ich berichten: Ich mache gerade einen Lehrgang des GenAu Programms um Senioren im Alltag zu begleiten. Anfang November war der erste Teil des Lehrgangs, ähnlich wie bei EX IN von Freitag bis Sonntag. Morgen bis zum ersten Advent ist dann der zweite Schulungsblock und danach hab ich es auch schon geschafft. Ein erneutes Führungszeugnis ist dafür ebenso beantragt und ich freue mich riesig, wenn ich irgendwann einen Senior:in als Partner habe für Austausch und schöne Momente.

Die Vorweihnachtszeit werde ich entspannt verbringen. André hat dieses Jahr auch zum ersten Mal Bereitschaft über die Weihnachtsfeiertage. Da werden wir es uns zu zweit (nein: zu viert, Kaja und Kiki sind ja auch da) schön machen! Und im Neujahr feiere ich mit André 12 Jähriges – unglaublich, wie lange wir schon zusammen sind!

Neuer Monat, neues Glück?

Irgendwie war der Oktober kein besonders schöner Monat für mich – obwohl er doch mein Lieblingsmonat ist!

Der November kann nur besser werden. Schätze ich.

Neben dem Stress mit der Uni, den vielen Vorlesungen, neue Kommiliton:innen und natürlich der wichtigste Punkt: der Praxisbericht. Dieser hing über mir wie das Schwert des Damokles und drohte herab zu sausen um mir den Kopf abzuschlagen. Jetzt ist die Arbeit ja abgegeben, wie ich im letzten Beitrag berichtet habe, jedoch habe ich große Angst vor der Bewertung. Ändern lässt es sich nicht mehr, aber ich hoffe einfach so sehr, dass es zumindest genügend ist.

Dann standen noch ein Haufen Termine auf der Agenda, dann möchte man ja auch noch irgendwie leben und Familie, Freunde, Haustiere, Uni, Haushalt und was weiß ich noch alles unter einen Hut bringen.

Und dann kam der Worst Case. Mir ging es die letzte Woche sehr, sehr schlecht. Ich habe mich dann auch etwas abgekapselt von Freunden und meiner Familie und dann kam noch erschwerend hinzu, dass André nicht da war. Kiki und Kaja waren dabei ein guter Grund, nicht aufzugeben. Dennoch hatte ich in der letzten Woche zwei schwere Rückfälle und fühle mich damit (selbstverständlich) sehr unwohl. Ich bin auch richtig wütend auf mich selbst. Ich dachte eigentlich, dass das selbstverletzende Verhalten ein Thema aus der Vergangenheit ist. Da wurde ich eines besseren belehrt.

Nun gut. Kopf hoch. Der November kann nur besser werden!