II – Woche 15 – Tagesklinik

Mittlerweile ist die Tagesklinik zu meinem Alltag geworden. Jeden Morgen um 6:15 Uhr aufstehen, Zähne putzen, zur Bahn gehen – nur um rechtzeitig an den vielen Morgenrunden teilzunehmen, am Frühsport und am Singen, zur Ziele-Runde und zum schauen, welche Ziele die Woche erreicht wurden. Es fällt mir unheimlich schwer, mich jeden morgen dazu aufzuraffen, auch wirklich in die TK zu gehen. Aber es ist nicht das Einzige, was mir schwer fällt. Auch die Tatsache, dass ich derzeit effektiv vielleicht 2-4 Stunden schlafe tun ihr Übriges dazu…und derzeit habe ich noch keine Tipps, die mir das Ganze angenehmer gestalten. Wenn ich doch nur einmal wieder vernünftig schlafen könnte…
Das Einzelgespräch am Donnerstag Mittag lief überraschend gut. Wir haben zuerst über die schlimme Nacht vom Mittwoch geredet, in der ich ziemlich verzweifelt war. Leider kam ich bei der Telefonseelsorge nicht rein, weswegen ich eine E-Mail an die Hilfe von [U25] Dresden gesendet habe, die unter anderem Suizidprävention für unter 25jährige anbieten sowie generell Seelsorge. Leider kam noch eine gescheite Antwort aus dieser Richtung, mir wurde aber versprochen, dass noch eine folgen möge. In dem Gespräch wurde außerdem noch über mein Schlafverhalten, sowie Möglichkeiten für besseren Schlaf gegeben.
Derzeit bin ich wieder unter ziemlichen Stress. Auf Station scheint es einen Spitzel für die Ärzte und Psychologen zu geben und unintelligent, wie dieses System ist, trägt er auch noch denselben Namen wie ich. Das ist schon auffällig. Leider weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll. Vermutlich erstmal Abstand halten und dann sehen, was sich ergibt.
Heute habe ich von einer Mitpatientin eine CD und ein kleines Glücksarmband geschenkt bekommen. Das hat mich wahnsinnig gefreut. Auf der CD ist ein Mantra zur Entspannung drauf und das Armband hat nach uralten Traditionen Augen-Perlen, die auf mich Acht geben sollen…das ist so lieb. Habe mich richtig, richtig sehr darüber gefreut. Mit ihr habe ich dann noch lange persönlich geredet, vor allem über sensible Themen wie Eingliederung in den Alltag, Beziehungen und unser Status „in der Welt“. Ich habe mich richtig verstanden gefühlt – es tat gut mit ihr zu reden.

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