Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Ich habe nun seit 10 Tagen Clozapin in meinem Medikamentenplan. Die ersten Tage war ich so müde, dass ich mich kaum auf den Beinen halten konnte. Dazu der nie endende Speichelfluss im Schlaf – ich schlafe nur noch mit Handtuch über dem Kissen, da sonst alles nass wird. Als Begleiterscheinung noch Durst und Mundtrockenheit, Hautprobleme wie eingerissene Mundwinkel und Nasenbluten. Natürlich ist das nicht schön oder angenehm. Aber, und das ist das wichtigste, mein Kopf und Geist fühlen sich so ruhig und entspannt an. Ich habe keine Gedanken mehr die mir in den Kopf gespritzt werden (fremde Gedanken), meine Sehstörungen sind deutlich vermindert, ich kann mich konzentrieren (das heißt auch, dass ich endlich wieder lesen kann!) und und und. Die Stimmen sind auch etwas leiser, bzw. Kommen viel seltener. Ich habe ein richtig gutes Gefühl mit diesem Medikament. 

Ich durfte dadurch, daß ich es so gut vertrage, am Wochenende nach Hause. Mufasa und Löwenherz waren am Sonntag da und wir haben uns die Reha Klinik angeschaut, in Die ich im Mai komme. Wirklich eine sehr schöne Anlage, auch wenn es etwas verwinkelt ausschaut, ich denke aber das regelt sich mit der Zeit und ich finde alles. 

Nächste Neuigkeit: ich weiß nicht ob ich explizit dazu schon mal etwas geschrieben habe, aber meine erste Psychose ging ja zu lasten einer engen Freundin. Als ich 2015 stationär war, brach ich den Kontakt zu ihr völlig ab und habe ihr damit sehr vor den Kopf gestoßen. Sie hatte ja nichts falsches getan, in meinem wahn war sie aber meine Todfeindin. Und nun, nach zwei Jahren stillstand, haben wir wieder Kontakt, verstehen uns wieder gut und haben uns entschuldigt. Das war ein wichtiger Schritt für mich. Ich hatte so viele Träume von ihr, weil ich nicht damit leben konnte das meine Krankheit diese Beziehung zerstört hat. Und nun habe ich mich endlich entschuldigen können. 

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