Die Stimmen sind zurück

Es war lange still um mich – in vielerlei Hinsicht. Einerseits war ich wenig aktiv hier, auf dem Blog, aber auch persönlich und psychisch. Die Arbeit fordert mir viel ab, dazu noch Planungen für Podcasts, Interviews und Seminare. Ich bin froh, dass ich so viele Anfragen bekomme: von euch, lieben Lesern, von Journalisten, Betroffenen, Interessierten…
Aber wo Stress entsteht, ist die Psychose nicht weit.
Letzten Montag, ich war allein zu Hause, André in der Studienstadt, da hörte ich es…ein leises Murmeln erst, dass sich steigerte. Als hätte ich den Fernseher oder das Radio laufen. Doch weder mein Handy, iPad, Fernseher oder CD Spieler waren an. Ich saß in totaler Ruhe und dennoch: meine eigene Horrorshow.
Ich drehte mich um, versuchte die Quelle zu erörtern. Schaltete das Handy aus. Vergewisserte mich, dass der Fernseher oder PC nicht im Ruhezustand ein Youtube-Video abspielen. Es war alles aus. Doch da war er…ich weiß nicht, ob es sich um Demian handelte, meine männliche Stimme, ich konnte auch nicht verstehen, was er sagte. Doch es sauste in meinen Ohren! Ich rief sofort meine beste Freundin Maureen an, erzählte ihr verängstigt von der Stimme, die mich quälte. Das Quatschen lenkte mich ab. Doch es sollte in dieser Woche nicht das einzige Mal sein, dass ich erneut Stimmen hörte.
Am Samstag war ich einkaufen. Ich hörte Musik und auf dem Weg nach Hause kam mir ein Paar entgegen. Eine sehr hübsche, junge Frau und ihr Freund, offensichtlich, sie hielten Händchen. Plötzlich drehte sie sich zu ihm, flüsterte ihm etwas ins Ohr und lachte.
Mein erster Gedanke: scheiße, die lachen mich aus! Und ehe ich es mich versah, kam der Gedanke…zieh der blöden Kuh an den Haaren, dann wird sie sehen, worüber sie lacht! Nun hörte ich klar und deutlich Evas Stimme: „Wenn du das machst, kommst du in die Forensik“. Ich hatte Angst. Schnell lief ich an den beiden vorbei und versuchte mich zu beruhigen. Danach schwieg Eva wieder eine Weile. Doch diese Situation verunsicherte mich zusehens.

Seit dem bin ich sehr gereizt, unruhig, habe Angst. Ich hoffe, die Stimmen sind der stressigen Situation geschuldet und verschwinden so schnell wieder, wie sie gekommen sind. Ich ziehe das Wochenende noch durch (das dritte EX IN Modul steht an) und dann versuche ich über Ostern wieder ein wenig Ruhe und Entspannung in meinen Alltag einzubauen. Frau Therapeutin riet mir, mich selbst zu beobachten und mich etwas abzulenken, Dinge zu tun, die mir Spaß machen. Das beherzige ich und hoffe:
dass die Stimmen nicht wieder kommen.

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