Weihnachtszeit

Locke war am Montag besser drauf. Sie hatte auch das Schreiben fertig, sodass es nur noch angepasst werden muss und dann an den Sozialdienst gehen kann. Ich war ehrlich etwas schockiert von dem Brief, weil er wirklich negativ klang. Ich sei schwerst krank und jegliche Arbeitsversuche führten prompt zur Dekompensation. Irgendwie stimmt das ja, aber das dann zu lesen und zu wissen das es tatsächlich so ist und auch Locke das so sieht, war ein ziemlicher Schock.
Jetzt erstmal für den Rest des Jahres Ruhe. Kein Arztbesuch. Keine Therapie. Keine Termine. Einfach Ruhe.
Und weil morgen Weihnachten ist, mein Lieblingsgedicht. Dahinter gibt es sogar eine Geschichte: als ich das erste Mal Weihnachten in der Psychiatrie verbrachte (Winter 2010, der schneereichste Winter, den ich erlebt habe) sollten wir alle für die Weihnachtsfeier Gedichte oder Lieder vortragen. Eine meiner Lieblingsschwestern, Schwester Sabine, druckte einige aus dem Internet aus und legte sie in den Gemeinschaftsraum. Dort fand ich dann das Gedicht und ich fand es so schön und nicht so „klassisch“, das ich es lernte und seitdem jedes Jahr zu Weihnachten aufsage.

– In der Weihnachtszeit –
Glitzernd, auf glasklarem Eise
spiegelt Mondschein kühl sein Licht.
Flocken fallen, sanft und leise,
auf ganz wundersame Weise,
in des Winters Angesicht.
Durch die Stille tönt ein Klingen,
lieblich, in der kalten Nacht.
Engel heben an zu singen,
Lieder, die das Herz durchdringen,
und der Mond hält schweigend Wacht.
(Annette Andersen)

Letztes Jahr war ich erneut Weihnachten in der Psychiatrie. Und trotz der Umstände war es ein ruhiges, schönes Fest. Ohne den ganzen Stress.

3 Antworten auf „Weihnachtszeit“

  1. Hallo Anna,
    auch von uns herzliche Grüße noch zum Weihnachtsfest.
    Dazu die allerbesten Wünsche für das Jahr 2016. Es soll dir Glück und immer auch wieder die nötigen Ruhephasen bringen, die wir alle ab und zu brauchen.
    Auch von Marion die liebsten Grüße.

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