10 Jahre Psychiatrie

Am 6. September 2010 änderte sich mein Leben. Ich wurde zum ersten Mal in meinem Leben ins Krankenhaus eingeliefert – in die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ich war 14 Jahre alt, verunsichert, verstört, verängstigt. Aber die Wochen und Monate halfen mir, wieder zu mir zurückzufinden. Ich wechselte die Schule, nahm Antidepressiva, hatte Ergo-,Sport und Physiotherapie und fand Freunde. Nach wie vor habe ich diese Zeit positiv im Gedächtnis.
Was folgen sollte, ahnten weder ich, meine Familie noch das Fachpersonal. Aus einem Aufenthalt als Kind sollten über dutzend werden – statt einfacher, jugendlicher Verwirrtheit eine ausgewachsene Psychose mit gerade mal 18 Jahren.

In meinem Tagebuch schreibe ich am 6. September 2010 folgendes:


„Ich habe Angst. Sicherlich nicht abnormal, am ersten Tag. Fest steht nur, dass ich Angst vor allem habe, was kommt und mit mir geschehen wird – Skepsis und eine gewisse Furcht werden sicherlich wieder mein einziger Begleiter sein. Der Eindruck der Anderen auf mich ist im Großen und Ganzen recht positiv ; obwohl manch einer noch nicht direkt auf mich zugekommen ist. Doch ich denke, dass ich ähnlich handeln würde und mich nicht direkt auf Neue stürzen würde.“

Ich bin meinem Löwenherz und der Ärztin, die mich damals eingewiesen hat, sehr dankbar. Auch wenn ich mich anfangs gewehrt habe, war die Entscheidung in die Klinik zu gehen damals die Beste. Vor allem, dass ich Freunde fand, die Schule wechselte und ein besseres Verhältnis zu meiner Familie fand.
Ich bin nur erstaunt, wo die Zeit hin ist. Noch war ich ein vierzehnjähriges Mädchen, nun eine 24-jährige, junge Frau. Die viel erlebt hat und deren Weg noch lange nicht zu Ende ist!

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