Willkommen, Depression, lang nicht mehr gesehen.

Das Leben kann verdammt noch mal ungerecht, scheiße und hart sein. Hart, vor allem hart. Wenn du merkst, das dir selbst einfachste Tätigkeiten nicht von der Hand gehen und alles in dir rebelliert, versuchst du nur aus deinem Bett zu klettern, dann bist du wahrlich an einem Punkt, der dich früher oder später wieder in die Krise führen wird. Klar, weiß man das. Wenn du nicht schläfst, ausreichend trinkst und isst, weil selbst einen Tee zu kochen eine unüberwindbare Hürde darstellt, dann gibt dein Körper früher oder später auf. Treu nach dem Motto: See you in hell, sucker!
Es ist nicht förderlich für die Gesundheit maximal vier Stunden im Halbschlaf vorm Fernseher zu hocken. Auch das die Katze mehr ordentliches Fressen bekommt als du selbst ist ein sicheres Anzeichen für später eintretendes Totalversagen. Dann wundert es nicht, das zwei gewisse Stimmen sich zurückmelden, ihren Dienst sozusagen wieder aufnehmen und dich stundenlang terrorisieren. Angekommen an dem Punkt wirfst du deine „Seize the day“ und „You only live once“ Vorsätze über Bord, verkriechst dich unter Decken und Kissen und der schnurrenden Katze auf dir und wartest, bis die Verzweiflung kommt und dich übermannt. Keine Sorge, das dauert dann nicht mehr allzu lange.
Du zweifelst an dir, denn du hast mehrere Tage nicht mehr geduscht und selbst das Katzenklo riecht besser als du. Auch wird dir übel bei dem Gedanken, das Haus zu verlassen. Einkaufen, ihgitt! Soziale Interaktion! Weiche von mir, Dämon!
Traurigkeit übernimmt deine Gedanken, denn du weißt, das alles nichts bringt. Du könntest den Wodka aus der Küche leer saufen. Und davon kotzen. Du könntest dir erneut deine Arme aufschneiden. Und dann in der Chirurgie abgewiesen werden, weil „Sie machen es ja eh wieder“. Du könntest dich an die Klinik wenden. Und dann wieder tagelang in deinem Zimmer hocken, allein mit deinen Gedanken, kein Gespräch, nur noch mehr und mehr Tabletten. Wer will das schon?
Weil du nicht schlafen kannst, schaust du Fernsehen. Es läuft ein Drama über ein Mädchen aus Harlem, ohne Zukunft, mehrfach missbraucht vom eigenen Vater (von dem sie Kind Nummer zwei erwartet). Dann denkst du: Fuck, und ich behaupte ein armes Würstchen zu sein?
Sieh der Realität ins Auge. Diese Phasen kommen und gehen. Und du kannst nichts dagegen machen. Bevor du also wieder damit spielst, dir das Gehirn aus dem Kopf zu blasen, einen Zug frontal zu küssen oder einen Jahresvorrat Beruhigungsmittel zu genießen, seh’s einfach ein: dein nächstes Leben, das gewiss kommt, wird genauso beschissen werden.

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