Alles egal

Mir ist alles egal. Ob die Sonne scheint, oder es regnet. Ob es stürmt, schneit, gewittert. Ich akzeptiere, dass es so ist. Das ich verbittert bin, ein Misanthrop, das ich mich ungerecht behandelt fühle. Es ist ja auch egal.
Meine Psychiaterin war nicht da, dafür der Oberarzt den ich in der Tagesklinik hatte und der mich im März eingeliefert hatte. Er ist ein sehr großer Mann mit langen, krausen Haaren und einem schlaksigen Gang. Ich fühle mich in seiner Nähe sehr unwohl. Jedenfalls sagte ich gleich: ich will keine Medikamente mehr nehmen. Und ich nehme sie seit meiner Entlassung nicht mehr. Er zuckte mit den Schultern und meinte, dass sei meine Sache. Ich soll jedoch auf mich achten und aufpassen, ob es sich wieder verschlechtert. Ich sagte, mir geht es momentan wieder schlecht. Aber das soll ich mit Locke besprechen, damit hat der Arzt nichts zu tun. „Weitere, ärztliche Fragen?“ Nein. Danke. Tschüß.
Irgendwie war der Termin bei Locke auch nicht so der Bringer. Ich habe Sachen angedeutet die mich beschäftigen, aber sie ist gar nicht darauf eingegangen. Immer nur wieder Skills, Emotionsregulation, Verhaltensanalyse, Diary Card.
Ich glaube nicht, dass das momentan mein Hauptproblem ist.
Aber who cares.
Ist doch eh egal. Ich bin egal.

Eine Antwort auf „Alles egal“

  1. Liebe Anna,
    Das ist doch egal? Ich bin egal?
    Nein Anna!
    Das ist nicht egal.
    Du bist nicht egal.
    Ich bin nicht egal.
    Nie.
    Lieben Gruß
    Rainer

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