Problemlösung

Ich hoffe die Probleme der letzten Zeit lösen sich langsam in Luft auf. Die Tage hatte ich viele Termine, zumal meine PIA Psychiaterin und die Thera in Urlaub fahren.

Thema Prophylaxe/Medikamente: Das Risperdal soll ab heute ausgeschlichen werden, da es depressive Symptomatiken verstärken kann. Stattdessen wird Ziprasidon eingeschlichen werden. Hoffentlich komme ich damit etwas besser zurecht und es schützt mehr vor psychotischen Symptomen, die in letzter Zeit ja immer wieder auftraten.

Thema Arbeitstherapie: Morgen habe ich einen Termin bei der Arbeitstherapie, wo ich mir die Einrichtung anschaue. Falls ich dort behandelt werden kann, bekomme ich auch die Überweisung (die Schwestern und der Vertretungsarzt wissen Bescheid). So wie es klang kann die Arbeitstherapie mehrmals die Woche circa ein bis drei Stunden dauern. Das wird individuell besprochen. Sie ähnelt Ergotherapie, jedoch bearbeitet man Aufträge und die „Werke“ werden in einem Partner-Shop verkauft. Also arbeitet man wirklich für einen Betrieb, nur eben unter ergotherapeutischer Aufsicht.

Thema ALG: Ich war heute mit meiner Schwester bei einer Hartz4-Beratung und konnte alle Fragen klären. Zum Beispiel ie das mit den Bewerbungen läuft, wie ich Briefe ans Jobcenter formuliere usw.

Thema Selbsthilfe: Gestern war ich zum ersten Mal seit einem Monat wieder bei der Selbsthilfegruppe und es lief besser als gedacht. Ich hatte ja so meine Probleme mit der Gruppe, hab mich unwohl gefühlt und unsicher, aber gestern lief es ganz gut. Außerdem bin ich seit Samstag Mitglied im Selbsthilfenetzwerk für seelische Gesundheit (nachdem ich mich ein Jahr nicht getraut habe…). Da war ich zur Feier zum 10jährigen Bestehen, hatte viele interessante und anregende Gespräche und eine schöne Zeit.

Alles zum kotzen

Aaargh!

Mir geht’s seit ein paar Wochen wieder richtig beschissen, davon abgesehen hab ich derzeit einen Haufen zu tun, viele Probleme und noch zusätzlichen Alltagsscheiß.(Alles zum kotzen!)

Nächste Woche sind auch die Pia-Thera und Psychiaterin zwei Wochen im Urlaub – gleichzeitig. (Alles zum kotzen!)

Zeitweise waren wieder komische Sinneswahrnehmungen da. Das muss ich beobachten. Heute zum Beispiel dachte ich, das jemand in der Wohnung ist, im Bad. Hab mir dann ein Messer geschnappt und bin ängstlich nachschauen gegangen – war aber niemand da. Weiß aber auch nicht woher die Geräusche kamen.

Schlafen ist derzeit eine Qual. Am Sonntag bin ich schreiend aufgewacht, André neben mir wegen dem Schrei kurz vorm Herzinfarkt, ich hab mich ewig nicht beruhigt und weiter geweint und mich festgeklammert. Heute Nacht dann wieder aus einem Alptraum aufgewacht, Panikattacke bekommen und André geweckt, wieder lange Angst gehabt und geweint. (Alles zum kotzen!)

Dafür geht die Einzel-Kunsttherapie weiter, die Studentin hatte sich bei mir letzte Woche gemeldet. Freue mich schon wieder etwas mit ihr zu zeichnen.

Heute war ich zum zweiten Mal in einem Kurs für (Kunst-) Studienvorbereiter bei einer Kunstakademie. Der Leiter, selbst studierter Maler, hat viel konstruktive Kritik. Es macht mir auch sehr Spaß auf einem höheren Niveau als Ergotherapie Kunst zu machen. Heute hatte er nicht viel zu meckern und lobte „es sei ganz anständig“. Für einen Künstler ein famoses Kompliment. Er hatte meine Narben gesehen und fragte: „Ist das so ne Art Bodymodification?“ Mhm, naja, nicht ganz….habe ich aber nicht negativ aufgefasst.

18. August

Ich bin so gut wie jeden Tag an der radikalen Akzeptanz dran. Seit Montag habe ich wieder einen ziemlich heftigen Schub und die äußeren Umstände (Termine beim Arbeitsamt, Beantragung von der medizinischen Reha, möglicher Umzug) machen es mir nicht gerade einfach. Diese Woche habe ich außer einem Treffen und den Terminen beim Jobcenter nichts gemacht. Ich habe die Kreativgruppe, die Selbsthilfegruppe und die Kunsttherapie abgesagt, hab die Wohnung vernachlässigt, dafür viel stumm da gesessen und geweint. Alles ist so anstrengend und kräftezehrend. Es ist unfair, das ich nur so kurze Zeit habe, in denen es geht. In denen die Symptome zu ertragen sind, bis danach wieder der Absturz kommt.

Weiter machen. Aufgeben ist nicht drin.

Bald steht Klinik an. Vielleicht hilft mir die Umgebung wieder etwas back on track zu kommen.

Radikale Akzeptanz

  1. Lösen
  2.  Perspektivwechsel
  3. Radikale Akzeptanz
  4. Weiterleiden

Das ist es, was die DBT zur Problemlösung sagt.  Und ich arbeite gerade erbittert an Punkt 3, weil Lösen nicht geht und meine Perspektive („aus Zitronen Limonade machen“) nicht weiterhilft. Aber es ist nicht einfach. Es ist sogar verdammt schwer. Ich will es eigentlich nicht akzeptieren und leide lieber weiter. Aber das bringt mich nicht vorwärts.

Es gibt derzeit Tage, an denen geht’s ganz gut. Und dann wiederum welche, da geht gar nichts. So wie heute. Ich war heute beim SPDI nur um mir sagen zu lassen, das sie mir nicht helfen können, weil ich schon in der PIA bin. Der Sozialdienst der PIA kann mich aber nicht aufs Amt begleiten. Hmpf. Jetzt muss ich meine Schwester oder irgendjemand anderen fragen…mich nervt es einfach das ich sowohl die PIA Psychologin als auch Frau Ludwig von der KOBS gefragt habe, ob ich dahin soll um mir helfen zu lassen und alle ja sagten, obwohl sie keine Ahnung hatten. Jetzt bin ich der Kuckuck der sein Ei ins falsche Nest gelegt hat. Und mal wieder die blöde, dumme, psychisch Kranke.

22. Juli

Heute ging es mir relativ gut. Ich war in der Kreativgruppe der AWO, wo ich zuerst Mandala-Steine gemalt habe und dann Karten mit gepressten Blumen. Nebenbei haben wir erzählt und Eis gegessen. Die Hitze war ja heute mal wieder unerträglich. Meine Stimmung war aber einigermaßen in Ordnung. Ich fühle mich mittlerweile dort recht wohl und kenne nun auch die „üblichen Verdächtigen“, die auch immer zu den Angeboten kommen, recht gut. Da fällt das erzählen viel leichter und ist auch angenehmer.

Gestern war ich mit meiner Schwester Laura im Freibad, trotz Nieselregen. Das Wasser war aber durch die Sonnentage davor so warm, das es sehr angenehm war. Deswegen hatten wir das Bad für uns, sodass wir in Ruhe unsere Runden drehen konnten.

Außerdem hatte ich gestern meinen MRT Termin (mit einer kleinen Schrecksekunde: ich hab mein Lippenpiercing nicht rausbekommen!)  und einen PIA Termin. Ich komme mit der neuen PIA Psychologin, nennen wir sie Rosi, sehr gut zurecht. Wir haben uns auch mittlerweile aneinander gewöhnt und ich kann gut mit ihr reden. Wir reden derzeit viel über alles mögliche in Richtung Depression, weil das derzeit Hauptthema ist.  Sie gibt mir immer neue Ideen (und was ich ziemlich cool finde, sie erklärt mir psychologische Gesetze und erzählt mir von Studien) und Übungen an die Hand, die ich auch probiere und hoffe das sie anschlagen. Ab und an sitze ich auch nur da und jammere, weil es derzeit nicht vorwärts geht, wieder die große Unsicherheit der Zukunft quälend ist und die depressive Symptomatik nervt. Ich bräuchte mal wieder eine gute Phase, ein paar Monate Sonnenschein. Dann würde ich vermutlich auch wieder zuversichtlicher werden, denn derzeit fällt das schwer.

Samstag, 16. Juli

Die letzten Tage und Wochen waren schwierig. Ich bin oft traurig, gereizt oder einfach komplett durch. Manchmal geht gar nichts. Jetzt tut auch noch mein gebrochener Fuß so unglaublich weh das ich kaum laufen kann. Wenns kommt, kommts dreifach. Ich habe langsam keine Lust mehr, wirklich. Mir steht es bis obenhin. Ich bin so wütend das nichts geht, das ich noch immer zu hause bin und nichts vorwärts geht. Ich hatte die Maßnahme, konnte sie nicht weiterführen bis zum Ende und jetzt bin ich wieder zu hause. 

Geplant war eine Rpk Maßnahme, aber sowohl der Sozialdienst der Pia als auch ich denken das ist keine so gute Idee. Die fangen da direkt mit 6-8 Stunden am und das Niveau ist hoch. Ich denke aktuell nicht, das ich das schaffe. Ich hätte gerne die Maßnahme im beruflichen Trainingszentrum (Btz), die ich ja nicht bekommen habe, sondern „nur“ die Maßnahme im Bbw. Der Sozialdienst meint eine medizinische Reha stationär könnte mir den Weg ins Btz ebnen. Das klären wir nach dem Urlaub des Sozialdienstes. 

Heute war ich als Wochenabschluss grillen mit Laura, André und einer Freundin. Wir waren an der Elbe. Es war wunderschönes Wetter und unsere veganen Würstchen waren sehr lecker 🙂

In Prag

Ich war mit André ein paar Tage in Prag. Es war wunderschön. Am Freitag sind wir angekommen und waren noch in der Altstadt und auf der Karlsbrücke. Am Samstag auf der Prager Burg, wo ein Mittelalterfest stattfand. Am Sonntag waren wir im Zoo und am Montag sind wir wieder gefahren. Ein paar Tage rauszukommen aus dem Trott tat gut, aber Städtereisen sind auch immer anstrengend. Dennoch war die Zeit schön. Es war unser zweites mal in Prag zusammen. Im Februar 2014 waren wir schon mal dort und schon damals gefiel es uns gut. 

Abschlussgespräch

Nach einer kurzen Unterredung mit der Leiterin des Moduls Wirtschaft und Verwaltung, die mir nocheinmal bestätigte wie der derzeitige Stand bei mir ist, hatte ich das Abschlussgespräch mit dem Reha Koordinator und der Psychologin des BBW.

Im Großen und Ganzen war es nur die Feststellung was derzeit möglich ist, nämlich ungefähr 2 bis 4 Stunden Arbeit, und wie es weiter geht. Die Psychologin hat mit der PIA Ärztin und der PIA Psychologin geredet und das Thema RPK mit ihnen besprochen. Die Ärztin unterstützt den Vorschlag, was wichtig ist für die Antragsstellung. Außerdem ging es um die Module, wie sie liefen, was der Eindruck der Ausbilder war. Und wie meine Leistungen waren. Einiges war gut bis überdurchschnittlich, was ich so nicht erwartet habe. Aber alles, was mit Konzentration zu tun hatte und verstricktere Aufgaben, da habe ich einige Fehler gemacht und im mathematischen Kontext war ich teilweise unterdurchschnittlich. Das hat mich aber weniger getroffen als erwartet. Vielleicht haben meine Mantras schon ein wenig geholfen, das wäre natürlich schön. Dann haben wir noch über das Thema gesetzliche Betreuung geredet, weil das gerade im Raum steht ob das besser für mich wäre. Weil gerade aufs Amt gehen eine riesige Hürde für mich ist, die ich alleine kaum überwinden kann. Vor allem dabei und bei der Antragsstellung sowie Terminverwaltung mit Ärzten wäre es mir eine große Hilfe. Zwar hilft das Löwenherz wo es nur kann, aber es trennen uns dennoch mehr als 150 km und es arbeitet Vollzeit und kann nicht immer zur Stelle sein, wenn etwas ist.

Ich habe heute bei der RPK angerufen und mich für die Infoveranstaltung am 6.7. angemeldet. (Ich hab angerufen! ICH! Alleine!)  Die Frau am Telefon war auch echt sehr nett, auch, nachdem ich in vollster Verwirrung nochmal angerufen habe und gefragt habe ob sie mich versucht haben zu erreichen.

 

Das Ende

Mit einem lauten Knall bin ich gekommen, mit einem lauten Knall werde ich gehen.

Ich habe eine Krankschreibung, wegen Psychoseprophylaxe. Es ist fünf vor um und alles in mir schreit und will raus und will sich wehren und kämpfen. Die Stimmen aggressiv, ich launisch, depressiv, gereizt, die Gedanken wahnhaft. Sagt man. Sehe ich nicht so. Wie auch.

Durch die Krankschreibung bis nächste Woche Freitag werde ich nicht mehr in die Maßnahme gehen. Ich fühle mich schlecht, weil ich so krank nicht bin, denke ich, aber die Ärztin bzw. Psychologin wird schon ihre Gründe haben. Heute war also mein letzter Tag. Und was habe ich gemacht? 100 Karteikarten sortiert und in Excel übertragen. Sinnlose Aufgabe. Ich bin einerseits glücklich nicht mehr kaufmännische Aufgaben lösen zu müssen, aber andererseits fühle ich mich schlecht. Wie ein Versager. Ich habe die Maßnahme nicht die ganzen 12 Wochen durchgezogen. Ich habe eher abgebrochen bzw. wurde die Maßnahme von außen beendet.

Es folgt eine RPK Maßnahme. Reha für psychisch Kranke. Vermutlich ein bis zwei Jahre. Bis ich eine Ausbildung anfangen kann wird es also noch dauern. Ich werde nicht jünger und der Unmut in mir wächst. Ich habe noch nichts geschafft, nichts erreicht, bin ein Loser, Versager, ich kann nichts und ich bin nichts.

Ich fühle mich schrecklich. Ich kann gar nicht mehr klar denken.

22. Juni

Seit drei Tagen habe ich nun schon das neue Modul, Wirtschaft und Verwaltung. Ich habe hauptsächlich Aufgaben die man im Büro erledigt, Geschäftsbriefe schreiben, Rechnungen erstellen, Kassenabrechnungen, mit dem Rechenschreiber rechnen, Dinge sortieren usw. Es ist überhaupt nicht meins und es macht keinen Spaß, aber da muss ich jetzt durch. Ich hoffe die Zeit vergeht schnell. Diese Woche ist schon zur Hälfte geschafft, worüber ich froh bin, aber nächste Woche steht noch bevor. Morgen muss ich länger bleiben und einen Vortrag ausarbeiten, vermutlich über meinen Wunschberuf im BBW.

Ich hatte heute ein langes Gespräch mit der Psychologin des BBW. Wir haben über die derzeitige (schwierige) Situation geredet und darüber wie es weiter geht. Es wird immer klarer das es vermutlich eine RPK Maßnahme wird (Reha für psychisch Kranke) im Gut Gamig in Dresden. Es ist eine Mischung aus beruflicher und medizinischer Reha. Aber viel mehr kann ich bisher auch nicht sagen. Auch noch nicht ob es bewilligt wird und für mich passt. Das möchte sie morgen bei einem Gespräch abklären. Und dann erfahre ich auch ob es was wird…ich bin gespannt.