7 Tage, 140 Kilometer – Tag 2

Der erste Tag mit seinen Anstrengungen hatten mich etwas geschwächt, aber weiter gings. Ich habe gesehen, dass es einen kleinen Tierpark in Bischofswerda gab, wenige Straßen von meiner Herberge entfernt. Dort waren hauptsächlich heimische Tiere untergebracht und man konnte entspannt durch die kleine Parkanlage laufen. Dabei waren viele Mitarbeiter:innen Menschen mit Behinderungen, beispielsweise an den Kassen oder bei der Reinigung der Gehege. So geht Inklusion!

Anschließend bin ich zum Altmarkt in Bischofswerda gelaufen und schrieb die ersten Zeilen in mein Reisetagebuch. Ich hatte extra ein schönes Notizbuch gekauft und zwei Stifte eingepackt, um ein wenig zu reflektieren und eine schöne Erinnerung niederzuschreiben. Als ich dort saß und schrieb wurde ich aufgrund der Jakobsmuschel an meinem Rucksack von einer Dame angesprochen, die bereits den Franziskusweg in Italien gelaufen war. Wir unterhielten uns und ich fand es einfach schön, wie der Jakobsweg Menschen zusammenbringt. Weil mir dann doch etwas kalt wurde, bin ich in einen Laden gegangen und habe mir spontan noch einen Pullover gekauft.

Dann kürzte ich meine Strecke etwas ab und lief zum Bahnhof, um dann zwei Stationen Zug nach Radeberg zu fahren,. Vom Bahnhof ging es dann zu meiner zweiten Unterkunft nach Ullersdorf.

Weil ich etwas Zeit übrig hatte, trank ich noch einen Kaffee in einer Bäckerei und danach ging’s zu meiner Herberge.

Links ist eine schöne Stempelstelle an meiner Herberge zu sehen und rechts ein Bild von der kleinen Küche, die zu meinem Zimmer gehörte. Da es in Ullersdorf nicht wirklich Gastronomie oder Supermärkte gab, wurde mir von der Herberge empfohlen etwas zu essen zu bestellen. Leider gab’s auf der regulären Karte kein vegetarisches Gericht, aber man konnte sich selbst einen Nudelauflauf zusammenstellen. Und dann der nächste Knackpunkt: der Mindestbestellwert. Also musste ich noch eine Limo dazu kaufen.

Ich hatte wieder ein eigenes Bad, wie bereits in der ersten Herberge, und sogar einen kleinen Fernseher. Eigentlich wollte ich nach dem Abendessen noch eine Runde spazieren gehen, aber es regnete wieder.

Am nächsten Morgen ging es wieder zeitig los und ich startete Etappe drei.

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