Ein Dank

Heute habe ich die 50.000 Aufrufe geknackt. Und das innerhalb eines halben Jahres. Ich danke euch.
Danke an alle, die lesen, kommentieren, Beistand leisten. An alle, die da sind, obwohl sie weit weg sind. Danke an euch alle.

Wenn ich die Sorgen vergesse

Die Tage zu Hause waren geprägt von Hitzezustandsvermeidung und Lachen. Endlich mal wieder. Gemeinsam ist man schließlich weniger allein. Es tat gut, mit meinen Geschwistern (zumindest 2/3) zusammen zu sein. Bei Yogi, meiner Katze zu sein. Geborgen zu sein. Frei zu sein.

Holunderblüten sammeln in Begleitung des dreifarbigen Mäusetöters. Den 92. Geburtstag meiner Oma zu feiern. Meine Eltern wieder zu sehen. In meinem alten Kinderzimmer zu liegen und einfach zu lesen.

Ungewisse Angst

In wenigen Minuten trete ich meinen Weg zur PIA an. Ich weiß nicht, was mich heute, an dem Tag an dem ich gleich zwei Termine habe, erwartet. Jede Faser meines Körpers ist zum zerreißen gespannt. Ich hab Angst. Wovor? Ich weiß es nicht. Einerseits natürlich vor dem Termin und was dabei heraus kommt, andererseits habe ich in letzter Zeit so eine Grundangst, von der ich nicht weiß warum sie da ist, wann sie gekommen und ist und wann sie geht, wie ich mit ihr umgehen soll.

Es bleibt abzuwarten.

Das Denken fällt mir so schwer und das Schreiben auch. Ich fange jeden Satz gefühlte hundertmal an um ihn dann doch wieder zu löschen. Das Sprechen ist am Schlimmsten, da habe ich die meisten Fehler. Ich stammle und finde die Worte nicht. Oder rede kurz gesagt Unsinn.

Ich habe Angst der Psychiaterin zu sagen, dass ich keine Medikamente mehr nehme. Oder der Psychologin, was mich so sehr unter Stress setzt und was ich befürchte. Ich weiß, das ich sagte, das sie verständnisvoll ist. Sie wird es verstehen. Ich kann trotzdem nicht darüber reden.

Was heißt Kashtin?

Kashtin ist aus dem indianischen Sprachgebrauch und bedeutet so viel wie “Wirbelwind in Sicht”.

Wer mich etwas besser kennt, weiß von meinem ungewöhnlichen Hobby: den Rollenspielen.
Auch das sogenannte Kashtin-Rudel ist ein Rollenspiel, das über ein Forum im Internet ausgetragen wird. Man schreibt aus der Sicht eines Wolfes, als Autor einer unendlichen Geschichte. Es ist nicht wie ein Buch, das man liest, sondern man ist Teil der Geschichte.

Dieses Pfingstwochenende war das zweite Treffen von uns Autoren, bei dem ich Teil genommen habe. Zu Besuch in Dresden hatten wir eine schöne gemeinsame Zeit. Wir waren fünf Mädels, die sich sehr gut verstanden haben.
Am Samstag haben wir alle Armbänder selbst gemacht, mit dem Initialen unseres Rudels: KR. Danach waren wir an der Elbe grillen. Sonntags stand dann Kultur auf dem Plan. Mit einer Schnitzeljagd zeigten wir unseren Gästen die Stadt und ihre Wahrzeichen.
Heute ließen wir das Treffen ruhig in einem Restaurant ausklingen.

Wer sich über uns informieren möchte, kann sich auf wolfskreis.de umschauen.

Abschied

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Meine Ratte Hermine wurde heute wegen einem Gehirntumor eingeschläfert.

Mach’s gut, meine Süße. Wir sehen uns wieder, am Ende der Regenbogenbrücke.

Heimatstimmung

Um sechs Uhr sind wir, das heißt ich und meine Schwester Laura, aufgestanden um unseren Zug Richtung Hof zu schaffen. Ich war, wie meistens, ziemlich aufgeregt, dass wir den Zug nicht schaffen könnten. Zum Glück ist Laura in diesem Punkt sehr viel ruhiger als ich es bin, weswegen wir den Zug zwar schafften, aber keine übermäßige Zeit des Wartens verschwendet haben. Auch das Fahren im Zug fällt mir nicht leicht, weil ich ständiger Angst ausgesetzt bin. Ich habe Angst, dass mein Studententicket nicht gilt und ich schwarz fahre, das ich es vergessen habe, das ich einfach von dem Kontrolleur vor die Tür gesetzt werde und Strafe bezahlen muss. Zum Glück ist mir das noch nie passiert. Und es wird mir wahrscheinlich auch nie geschehen, da ich immer ein Ticket kaufe oder mich zumindest versichere, dass mein Studentenausweis dabei ist. Rational gesehen ist sowas immer einfach. Und es ist an sich auch keine “große” oder schlimme, bedrohliche Angst. Aber es ist Angst, sie ist da, sie schränkt mich ein und verunsichert mich enorm. Auch wenn ich, wenn ich außerhalb der Situation bin, rational darauf blicken und sagen kann: “Mhm, eigentlich kann dir nichts passieren. Du hast immer ein Ticket, du bist außerdem nicht allein, es ist alles in Ordnung.” Es ist so viel einfacher, das im Nachhinein zu sagen. Nur sieht die Realität anders aus.
Dennoch habe ich es heute wieder geschafft, Zug zu fahren. Ich war sogar so entspannt (oder auch so müde) das ich im Zug schlafen konnte, was sonst unmöglich für mich ist.

Zu Hause angekommen, abgeholt von meinem Vater in Glauchau, wo ich einst zur Schule gegangen bin, wurde ich prompt von meinem Liebling Yogi, unserer Katze begrüßt. Sie war in Folgschaft eines liebestollen Katers, der ihr Avancen gemacht hat.

Es ging mir heute nicht allzu gut, aber dennoch bedeutend besser als die letzten Tage. Ich konnte mich sogar aufraffen, einen Spaziergang mit einem ehemaligen Klassenkameraden und guten Freund zu unternehmen. An dieser Stelle noch einmal danke dafür. Wir redeten, während wir unsere Heimat, den Mülsengrund, der eine so vertraute Schönheit inne hat, betrachten konnten. Mir tat es wirklich gut. Das wandern gehört mittlerweile auch zu einem meiner Hobbys. Vor allem, wenn man nicht alleine, sondern mit Freunden und Bekannten unterwegs ist, ist es schön. Und es befreit. Es befreit den Kopf von zu vielen negativen Gedanken, lenkt den Blick aufs Positive und man kann dabei ein wenig mit sich selbst ins Reine kommen.

Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt.

…sagt ein deutsches Sprichwort. Und so ist es auch. Das habe ich erst durch meinen Umzug nach Dresden erfahren dürfen.

Einraumwohngemeinschaft

Ich habe meine beiden neuen Mitbewohner noch gar nicht vorgestellt. Schande über mich. Dabei teilen wir uns die Einraumwohnung schon seit zwei oder drei Wochen. Wir drei Mädels verstehen uns super, würde ich sagen. Auch auf 26m² kann eine WG funktionieren.

Beatrice
Der Name stammt aus Hermann Hesses Werk “Demian”. Dort ist sie die Verehrte von Emil Sinclair, dem Protagonisten.
Bea hat definitiv die Hosen an. Sie ist immer die Erste, die sich das Futter aus dem Napf nimmt, die Erste, die im Ausgang neue Dinge erkundet und beklettert…Beatrice ist sehr mutig und verwegen, knabbert auch mal an meinem Finger oder an meinen Dreadlocks. Sie war auch diejenige, die die Wohnung richtig unsicher gemacht hat. Und diejenige, die mein Telefonkabel durchgenagt hat. So schnell kann es gehen! Aber ich nehme es ihr nicht übel, ich habe einfach nicht aufgepasst. Aber das Ganze hätte dumm ausgehen können.

Hermine
Hermine ist ebenso die Geliebte eines Protagonisten aus einem Hesse Werk, nämlich im “Steppenwolf”. Da das mein zweitliebstes Buch nach Demian ist, musste ich ihr diesen Namen einfach geben.
Herminchen ist eher schüchtern und zurückhaltend, hat sie jedoch Vertrauen gefasst, ist sie beinahe ebenso frech wie ihre Freundin Bea. Sie ist ein Albino, weswegen sie nicht allzu gut sieht. Für sie ist es typisch, erst den Raum, in dem sie sich befindet, zu scannen, indem sie sich sanft hin- und herwiegt und alles genau mustert. Sie ist zahmer als die wilde Beatrice und verharrt auch manchmal nur ruhig auf meiner Schulter.

Auch wenn die beiden ihre “wilden fünf Minuten” gerne mal an meinem Hab und Gut auslassen, wenn ich nicht gut genug aufpasse, sind mir die beiden innerhalb der wenigen Wochen, in denen wir uns unsere Wohnung teilen richtig ans Herz gewachsen.