Motivationsschub

Und dann kam er. Aus dem Hinterhalt. Ungeplant. Ich habe zum ersten Mal seit…ich weiß nicht, Jahren vermutlich, Dinge angepackt. Ich bin aufgestanden, habe geduscht, mir die Haare gewaschen, Zähne geputzt, mich geschminkt (wie lange habe ich das nicht mehr gemacht?!) und dann habe ich die Wäsche gemacht. Die Küche gereinigt. Aufgewaschen. Aufgeräumt. Das Katzenklo gemacht. Andrés Zeug weggeräumt. Den Couchtisch ausgemistet.

Das ist eine unglaubliche Veränderung. Die Wohnung ist ein Dauerzustand aus dreckig, unaufgeräumt und unordentlich und seit ich umgezogen bin hatte ich zum ersten Mal die Motivation das zu ändern. Vor allem konnte ich das alles hinter einander machen, ohne Pause. Einfach so. Wisst ihr wie krass sich das anfühlt? Nach 2 Jahren mal die Kraft für etwas alltägliches besitzen? Sich um sich selbst zu sorgen, ja, sich sogar zu schminken?

Zu Schulzeiten viel mir das alles nicht schwer. Da war ich jeden Tag toll angezogen und geschminkt, geduscht und frisiert. Seit der Psychose 2014 ist mein Zustand aber katastrophal. Ich war zu depressiv um mich um meinen Körper zu kümmern, ich habe selten Zähne geputzt und nur noch vor mich hin gelegen. Ich brauche ständig Pausen und muss mich ausruhen. Und dann dieser ungewohnte Schub. Ein krasses Gefühl.

Heute war ich denn wieder ziemlich ausgelaugt und habe auch einen Mittagsschlaf gemacht anstatt einzukaufen. Aber ich versuche jetzt weiterhin so motiviert zu bleiben und viel zu erledigen. Ich habe die Tage auch viel Hobbys gemacht. Gebastelt und gewerkelt, Weihnachtssterne fürs Fenster gemacht, meine Kräuter in Dosen eingeschlossen und konserviert, geräuchert und Kerzen angemacht.

Ich hoffe, ich kann das beibehalten.

3 Antworten auf „Motivationsschub“

  1. Hey, das hast du toll gemacht! Du kannst jetzt nicht von dir erwarten, dass das immer so sein wird. Du darfst nicht zu streng mit dir sein. Aber es ist ein Zeichen, dass du es noch kannst. Ich wünsche dir viel Kraft, damit du es weiterhin schaffst!

    1. Danke untertauchen. Du hast recht – es wird nicht immer so sein und das muss ich akzeptieren. Aber es war toll das ich diese zwei tollen Tage hatte und ich möchte zumindest in den grundlegenden Sachen weiter dran bleiben 🙂

  2. Liebe Anna,
    ich habe mich sehr rar gemacht die letzten Monate. Aber gerade in dieser Zeit war ich in Gedanken sehr oft bei dir. Warum? Weil ich auch eine sehr schwere Zeit hatte. Jedenfalls für meine Verhältnisse. Nicht privat, aber beruflich war ich am Limit meiner Kräfte, zeitweise auch darüber hinaus. In solchen Situationen dachte ich manchmal, sie, die Anna, hält es aus, das schaffst du auch, also ich. Und es funktionierte, es geht bergauf. Ich schaffe es, du schaffst es, wir schaffen das 🙂
    Liebe Grüße
    Rainer

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