[INFO] Selbstverletzendes Verhalten

Es kursieren eine Menge im Netz über das Thema des selbstverletzenden Verhaltens. Oftmals sind diese Infos aber auf Homepages junger Frauen zu finden, die die Texte einfach kopiert haben. Somit haben sich eine Menge Fehler und Vorurteile eingeschlichen, welche sich hartnäckig halten. Um mit diesen Vorurteilen aufzuräumen, schreibe auch ich einen Beitrag über ein Thema, welches mich seit knapp fünf oder sechs Jahren beschäftigt.


Ein Buch in Haut geschrieben
Die Feder ist eine Klinge,
Die Tinte ist Blut,
Eine Chronik, in der ich von Leid singe,
und erzähle, wie ein Dämon in mir ruht.

Gedicht von 2010


Arten
– sich schneiden: mit Rasierklingen, Messern, Cuttermessern, Scherben
– sich kratzen
– Haare ausreißen
– sich verbrennen: mit Zigarettenstummeln, offenem Feuer
– sich beißen
– den Kopf gegen die Wand schlagen
– die Wundheilung verhindern

Menschen, die sich selbstverletzen
– fühlen sich einsam, verlassen
– haben kaum Selbstwertgefühl
– sind ärgerlich auf sich selbst, reizbar
– unterdrücken Ärger, Wut und Aggressionen
– sind depressiv, traurig, verstimmt
– können nicht mit starken Gefühlen umgehen
– sind impulsiv

Zahlen und Fakten
– schätzungsweise 800.000 Mädchen verletzen sich selbst, insgesamt rund 1,2 Millionen Deutsche
– das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen ist 1:5
– in den 1920er Jahren wurde SVV erstmals beschrieben (ist somit keine Erfindung der Neuzeit!)
– tritt verstärkt seit den 1990er Jahren auf
– 72% der Betroffenen schneiden sich
– 85% verletzen ihre Extremitäten (Arme, Beine)


Skills
Nun mag sich die Frage stellen – was kann man gegen den Druck, der beschrieben wird, tun? Wie soll man mit einem solchen „Drang“ umgehen? Wie lässt sich dieses Verhalten therapieren?
Das Stichwort lautet: Skills (engl. für „Fähigkeiten, Fertigkeiten“). Skills anzuwenden bedeutet, dass man psychisch gesehen in einem hohen Anspannungsbereich ist. Um diesen zu überbrücken, ohne sich zu verletzen, soll man Skills anwenden. Man beschäftigt sich sozusagen mit etwas anderem, um nicht zu schneiden o.Ä.

– joggen, Treppen auf- und absteigen, laufen, spazieren gehen
– ein Gummiband gegen das Handgelenk schnipsen
– scharfe Dinge riechen, schmecken
– heiß und kalt Duschen, ein Bad nehmen
– PC Spiele ausprobieren
– trommeln, Musik machen, Musik hören
– sich rote Striche auf den Arm malen
– zeichnen, etwas basteln, eine Collage gestalten
– in die Stadt fahren, einkaufen gehen
– Kaugummi kauen
– Knete kneten, Mikado spielen

Der Phantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Es geht nur darum, die Zeit bis der Druck nachlässt zu überbrücken. Das ist anfangs gar nicht so einfach. Und manchmal, gerade bei den ersten paar Malen, ist es sehr schwer, wirklich mit dem skillen anzufangen.


Ich hoffe dieser kleine Infobeitrag hat euch den Blick für dieses vielschichtige Problem ein wenig geöffnet. Natürlich lässt sich noch viel mehr darüber sagen. Aber das sind für mich die wichtigsten Informationen dazu.

Quellen

1) http://www.rotelinien.de/
2) http://forum.rotetraenen.de/

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