I – Woche 17 – Tagesklinik

Nun ist es soweit. In einer Woche werde ich entlassen. Nachdem ich das Wochenende seit längerer Zeit mal wieder zu Hause, in der Heimat, war, werde ich meine letzten Tage in der Tagesklinik beginnen.
Manche Therapien werde ich definitiv vermissen, auf andere kann ich hingegen durch aus verzichten. Dabei muß ich unter anderem an die Körperübungen der Tanz- und Musiktherapie denken. Das ist einfach nichts für mich. Ich fühle mich bei solchen Dingen einfach unwohl.
Die Gespräche bei dem  Psychologen der Tagesklinik waren auch sehr hilfreich. Besser, als die Psychologen der anderen Stationen. Ich bin ihm dafür sehr dankbar, da mich die wenigen Stunden, die ich bei ihm hatte, sehr viel weiter gebracht haben.
Dafür war die Visite heute recht sinnlos. Ich habe meine derzeitigen Probleme  dargelegt, jedoch bekam ich nur Standard-Antworten und den Hinweis, einfach weiter an den Therapien Teil zu nehmen.
Heute war Entspannung in Form von Progressiver Muskelrelaxation nach Jacobsen. Leider hatte ich im Kopf keine Ruhe und wurde ständig beim Namen gerufen. Manchmal sind die Stimmen recht einfallslos. Genau so war es im Kino. Ich hatte einfach keine Ruhe. Mittlerweile geben sie mir Gedanken als eine Art “Kommentare” oder Hinweise. So durfte ich mir anhören, dass ich mich nicht so haben soll. Oder auch, dass ich mir doch einfach die Pulsadern aufschneiden soll. Na Danke.

Ich kam heute zu spät in die Tagesklinik, weil ich zum zweiten Mal verschlafen habe. Hoffentlich steht das nicht im Arztbrief wie bei meinem ehemaligen Mitpatienten D. Bei ihm wurde seine “mangelnde Bereitschaft an den Therapien” daran gemessen, obwohl er einfach Depressionen hatte und es ihm schwer fiel aus dem Bett zu kommen. Manchmal sind die Ärzte schon sehr frech, wenn es um die Arztbriefe geht. Man kann nur hoffen, dass meiner “netter” wird.

2 Antworten auf „I – Woche 17 – Tagesklinik“

  1. Hallo Anna,
    das ist für einen wie mich eine schwere, aber auch ganz wertvolle Kost, die du in deinen Blog-Beiträgen verabreichst. Ich staune, wie engagiert, aber auch diszipliniert Du Dich selbst und deine Umwelt beobachtest, analysierst und daraus Schlussfolgerungen ziehst.
    Du bist auf dem richtigen Weg, ganz sicher.
    Unsichtbar aber ganz dabei sind Deine Blogbegleiter, so auch ich.
    Ich wünsche Dir eine spannende, vorwärts bringende Zeit zuhause.
    Liebe Grüße von Rainer

    1. Hallo Rainer,
      ich freue mich von dir zu hören. Danke das du dir die Zeit nimmst, hier zu lesen und zu schreiben. Das bedeutet mir wirklich viel!
      Ich hoffe auch, dass dieser steinige Weg bald eben wird. Das es einfach wird, mit der Zeit, mit meinen Problemen zu leben.
      Liebe Grüße auch an Marion.

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